Geheime Einblicke: Diese Mazda-Raritäten lagern in den Heiligen Hallen der Frey-Sammlung

Mazda Classic Museum Frey Augsburg
Mazda-Raritäten in den Heiligen Hallen

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ArtikeldatumVeröffentlicht am 10.01.2026
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Mit rund 60 Autos in einer wechselnden Ausstellung lockt das Mazda Classic Automobil Museum Frey in Augsburg jedes Jahr neue Besucher an. In einem liebevoll sanierten ehemaligen Straßenbahndepot hat die Familie Frey mit Unterstützung von Mazda Deutschland 2017 ihren Traum von einem Museum realisiert. Wir durften bei einem Besuch der Heiligen Hallen hinter die Kulissen des Museums blicken und haben dabei einige Raritäten entdeckt. Besucher bekommen die Räume, in denen die Sammlung lagert, nicht zu sehen. Die Orte, an denen die Autos gelagert werden, die gerade nicht im Museum stehen oder auf ihre Restaurierung warten, sind geheim und für niemanden zugänglich, außer für die Familie Frey. Umso faszinierender ist der Einblick, den wir bekommen konnten.

Ein Cosmo war der erste Oldtimer

Doch wie kam es zur Sammlung? Und warum Mazda? Seit 1978 ist Walter Frey als Vertragshändler mit Mazda verbunden, seine Söhne Joachim und Markus führen das Unternehmen mit inzwischen drei Standorten fort – und teilen mit ihrem Vater die Sammelleidenschaft. Die Sammlung begann 1980 mit einem in New Jersey gekauften Cosmo. Der Wankel-Sportwagen von Ende der Sechzigerjahre ist immer noch Teil der Sammlung und steht heute im Museum. Der Wankelmotor fasziniert Walter Frey bis heute; er ist einer der Gründe, warum sich der Autohändler für diese Marke entschied.

Parallel zum Aufbau seiner 1971 gegründeten Werkstatt und des Autohandels knüpfte Walter Frey weltweit Kontakte zu Mazda-Sammlern, kaufte Autos teilweise blind in Übersee – weil es schlicht keine andere Möglichkeit gab. Besonders skurril ist die Geschichte des Autozam AZ1: Der Kei-Car-Flügeltürer kam in Teilen nach Deutschland. Fein säuberlich zerlegt und nach Baugruppen sortiert in Kisten verpackt. Die Freys bauten den Winzling zusammen, heute läuft er wieder.

Was kaputt ist, reparieren die Freys selbst. Restaurierungen bieten sie jedoch nicht an; zu unkalkulierbar der Aufwand. Ihr Tagesgeschäft ist ein anderes: Verkauf und Reparatur von Neu- und Gebrauchtwagen. Ihre Leidenschaft ist die Historie der Marke Mazda. Ihre Begeisterung für technische Details, die Geschichten rund um die Autos und die Menschen dazu steckt an.

Mazda 323, RX-7 und MX-5 im Museum

In den 1970er-Jahren kamen die ersten Mazdas nach Deutschland. Die Mittelklasse-Limousine 616 fand anfangs keinen reißenden Absatz. Größere Verkaufserfolge feierte erst das Nachfolgemodell 626: Das Mittelklassemodell war Mitte der 1980er das erste japanische Auto, das Vergleichstests deutscher Fachzeitschriften gewann. Dazu kamen Erfolgsmodelle wie der Golf-Konkurrent 323; es ging aufwärts.

Parallel sorgten Sportwagen wie der RX-7 mit seinem Wankelmotor für Emotion und technische Besonderheit. Ein ganz besonderes Exemplar hat Markus Frey aus England geholt: Der britische Tuner Elford steigerte die Leistung des Zweischeiben-Wankelmotors auf rund 160 PS, Spoiler dramatisieren den Auftritt. Ein großer Erfolg ist bis heute der Roadster MX-5, der bei seinem Debüt 1989 noch als Kopie des Lotus Elan galt, doch inzwischen selbst zum Original wurde. MX-5 aller Generationen sind im Museum zu sehen, darunter ein Coupé auf Basis des NB, eine Leichtbau-Studie ohne Frontscheibe und das Sondermodell eines britischen Händlers im Design des Le-Mans-Siegerautos Mazda 787B. Diesen MX-5 holten die Freys auf Achse aus England – so wie viele andere Autos auch.

Wie viele Autos gehören zur Sammlung?

Viele dieser Modelle stehen in der Ausstellung des Museums – und in den Hallen und Lagern. Die Nebenräume des ehemaligen Straßenbahndepots, in dem sich das Museum, der Shop und ein Restaurant befinden, reichen nicht aus, alle Autos aus der Sammlung aufzunehmen. Rund 120 bis 140 Mazda gehören zur Sammlung der Familie Frey. Im Museum sind 50 bis 60 Autos zu sehen.

Einmal im Jahr wird die Ausstellung neu sortiert. "Das ist jedes Mal ein Tauziehen", berichten die Frey-Brüder. Denn welche Autos neu in die Ausstellung sollen, steht schnell fest. Doch welche sollen raus, um Platz zu schaffen? Das ist der schwierigere Teil der Entscheidung. Doch der Aufwand lohnt sich, denn so sehen Besucher im Museum immer wieder etwas Neues.

Öffnungszeiten, Eintrittspreise, Anreise

Das Mazda Classic Automobilmuseum Frey hat montags bis donnerstags von 12 bis 17 Uhr und freitags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 7 Euro für Erwachsene und 4 Euro für Jugendliche von 13 bis 17 Jahren. Kinder bis einschließlich 12 Jahren haben freien Eintritt. Die Adresse des Museums ist die Wertachstraße 29b in 86153 Augsburg. Besucher mit Auto können auf dem Museumsgelände parken. Die Straßenbahnlinie 2 hält direkt vor dem Museum (Haltestelle Senkelbach).

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