Navigationskarten-Update

Auf zu neuen Wegen

Navikarten-Updates, Dacia Dokker Foto: Hersteller 3 Bilder

Damit das Kartenmaterial der Navigationssysteme nicht veraltet, ist regelmäßiges Aktualisieren nötig. Während das bei den Autoherstellern häufig teuer ist, bieten Nachrüst-Anbieter wie Garmin & Co. umfangreiche und kostenlose Abo-Dienste an.

Das sind Situationen, die viele kennen: Statt zum Ziel zu führen, lotst das Navigationsgerät in eine Sackgasse, lässt den Fahrer im Kreis herumfahren oder erteilt an einer Stelle den Befehl zum Abbiegen, wo es gar keine Abzweigung gibt. Doch oftmals ist nicht der Lotse verantwortlich für den Fehler – die Schuld liegt bei der digitalisierten Karte.

Allein in Deutschland ändern sich pro Jahr bis zu 15 Prozent der Straßendaten. Ampelkreuzungen werden in Kreisverkehre umgewandelt, ganze Strecken kommen neu hinzu oder sind für den Durchgangsverkehr gesperrt. Autofahrer sollten daher spätestens nach jeweils zwei Jahren für Updates sorgen, Vielfahrer sogar öfter. Allerdings stellt sich für die meisten Besitzer die Frage, wo sie Updates erhalten. Wer ein fest installiertes Navi ab Werk im Auto hat, wendet sich an den Händler oder schaut auf den Herstellerseiten im Internet. Viele Marken stellen die Aktualisierungen auch online über den Kartenanbieter Here (ehemals Navteq) bereit.

Teure Updates bei den Autoherstellern

Je nach System und Kartenumfang kann ein Update der Straßendaten (Europakarte) bis zu 300 Euro kosten. Viel Geld für einen Service, der oft nicht aktuell ist. Obwohl bei den Kartenanbietern mindestens alle drei Monate Aktualisierungen angeboten werden, erneuern viele Autohersteller nur einmal im Jahr die Straßendaten.

Auch portable Navigationsgeräte sollten mindestens alle zwei Jahre ein Update erhalten. Anders als bei einigen Autoherstellern gibt es die Straßendaten bei den Geräteproduzenten im eigenen Online-Shop – und das günstiger. So verlangt TomTom zum Beispiel für das Europa-Material bei vielen Geräten nur rund 70 Euro. Zudem können Kunden bis zu vier Mal im Jahr die Karten updaten. In Zeiten der kostenlosen Navigation und Aktualisierung, wie es der Internet-Riese Google vorgemacht hat, wurde der Markt zu weiteren Schritten gezwungen. Viele Anbieter offerieren nun bei den Straßendaten kostenlose Abo-Dienste, die beim Kauf der Lotsen mitgegeben werden und sich zum Beispiel bei Garmin und TomTom über die Lebensdauer des Geräts erstrecken. Auch die sehr genaue und lange Zeit kostenpflichtige Echtzeit-Stauinformation bekommt der Kunde mittlerweile gratis.

Diesen Service wünscht man sich auch bei den Autoherstellern. Bislang bietet nur rund die Hälfte aller Marken Abo-Dienste an und lediglich eine Handvoll einen vergleichbaren Service wie Garmin & Co. Dagegen berichten Autofahrer immer mal wieder, dass bereits beim Kauf eines Neuwagens die Straßendaten veraltet waren – in solchen Fällen sollte man auf einem Gratis-Update bestehen.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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