Auf der Verkaufsplattform Copart stand kürzlich ein außergewöhnlicher McLaren Elva zum Verkauf – und zwar eines von nur 149 je gebauten Exemplaren. Der straßentaugliche Roadster, der ursprünglich rund 1,86 Millionen Euro (netto) kostete, zeigte deutliche Unfallspuren, lief aber noch und war fahrbereit. Die Auktion in Van Nuys, Kalifornien, ist mittlerweile beendet; der Wagen ging für 813.000 US-Dollar – also 756.000 Euro – über den Tisch.
Ein Blick auf das Unfallfahrzeug
Der Elva, der ohne Windschutzscheibe ausgeliefert wurde – so wie einst auch Bruce McLaren seine Autos fuhr –, weist nach einem Frontaufprall deutliche Schäden auf. Die Frontpartie ist stark verformt, die vorderen Kotflügel tragen lange Kratzer, und die hydraulische Vorderachse könnte blockiert sein. Auch das für den Roadster zentrale Active Air Management System, das Luft über den offenen Cockpit-Bereich leitet, ist zerstört. Laut Copart sind zudem Kühler und Bremsanlage beschädigt, einzelne Scheinwerfer, Kotflügel und die Motorhaube müssen ersetzt werden.
Ein Insider vermutet, dass der Wagen einst Austin Russell, dem ehemaligen CEO des Lidar-Unternehmens Luminar, gehörte. Ob Russell selbst zum Unfallzeitpunkt hinter dem Steuer saß, ist unklar. Luminar galt als US-Hoffnungsträger für LiDAR-Technik, hat aber mittlerweile Insolvenz angemeldet – auch, weil sich Volvo als Großkunde zurückgezogen hatte.
McLaren Elva: 804 PS, 1.270 kg
Der McLaren Elva wurde 2019 vorgestellt und war das fünfte Modell der "Ultimate Series" nach F1, P1, Senna und Speedtail. Mit seinem 4,0-Liter-V8-Biturbo, 804 PS und weniger als 1.270 kg Leergewicht beschleunigt der Roadster in 2,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die offene Bauweise ohne Windschutzscheibe und die Tribute an die M1-Rennwagenserie der 1960er Jahre machen ihn zu einem der radikalsten modernen McLaren-Modelle.
Der Elva reiht sich ein in eine kleine Reihe luxuriöser "Speedster" – zu der auch Ferrari Monza SP1/SP2 und Aston Martin V12 Speedster gehören. Er ist primär für exklusive Sammler gedacht, die das Fahrerlebnis gelegentlich genießen und den Wagen ansonsten in ihren Garagen parken.
Herausforderung für die Reparatur
Wer auch immer der Käufer ist – den Elva zurück in seinen ursprünglichen Zustand zu bringen, dürfte schwierig sein. Der Käufer muss mit hohen Kosten rechnen: Carbonfaserkarosserien sind teuer zu ersetzen, und Spezialteile wie das Active Air Management System oder die hydraulische Vorderachse erfordern Expertenwissen. Trotzdem kann das Crash-Exemplar für Bastler oder Liebhaber ein interessantes Projekt sein, sei es als komplette Restaurierung oder als Basis für Modifikationen wie Motorumbauten.












