Euro-7: Stellantis setzt auf FireFly-Technologie

Statt PureTech-Triebwerke
Warum Stellantis weiter auf FireFly setzt

ArtikeldatumVeröffentlicht am 19.02.2026
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Stelllantis FireFly-Motoren
Foto: Stelllantis

Die FireFly-Motorenfamilie, entwickelt von Fiat Chrysler Automobiles (FCA), ist bekannt für ihre Aluminiumblöcke und die innovative MultiAir-Technologie. Diese Motoren wurden erstmals 2016 in Südamerika eingeführt und sind seit 2018 auch in Europa verfügbar. Die europäische Produktion findet im Werk Termoli in Italien statt, das durch die jüngsten Investitionen von Stellantis langfristig gesichert ist. Die FireFly-Motoren umfassen verschiedene Varianten, darunter den 1.0 T3 Dreizylinder, den 1.3 T4 Vierzylinder und den 1.5 T4 Vierzylinder, die sowohl in Mild-Hybrid- als auch in Plug-in-Hybridsystemen eingesetzt werden.

Die Anpassung an die Euro-7-Norm erfordert erhebliche technische Weiterentwicklungen. Dazu gehören verbesserte Abgasreinigungssysteme und die Reduzierung ultrafeiner Partikel. Laut Stellantis sollen die neuen FireFly-Motoren nicht nur die strengen Emissionsvorgaben erfüllen, sondern auch eine höhere Effizienz und Zuverlässigkeit bieten.

Bedeutung des Werks Termoli

Das Werk Termoli spielt eine Schlüsselrolle in der neuen Strategie von Stellantis. Neben der Produktion der FireFly-Motoren wird hier ab 2026 auch das neue e-DCT-Doppelkupplungsgetriebe gefertigt. Mit einer geplanten Jahresproduktion von 300.000 Einheiten wird das Werk zu einem zentralen Standort für die Fertigung elektrifizierter Antriebe. Diese Investitionen sichern nicht nur die Arbeitsplätze in der Region, sondern stärken auch die Position Italiens innerhalb des Stellantis-Konzerns.

Die Entscheidung, die Produktion in Termoli auszubauen, ist auch ein strategischer Schritt, um die Abhängigkeit von Batteriefabriken zu reduzieren. Dies ermöglicht Stellantis, flexibler auf Marktveränderungen zu reagieren und gleichzeitig die Anforderungen der Euro-7-Norm zu erfüllen.

Abkehr von PureTech-Motoren

Die Entscheidung, die FireFly-Motoren weiterzuentwickeln, geht einher mit der schrittweisen Ausmusterung der PureTech-Motoren, die in Frankreich produziert wurden. Diese Motoren gerieten in der Vergangenheit aufgrund technischer Probleme, wie etwa Zahnriemenschäden, in die Kritik. Unter der neuen Führung von Antonio Filosa, dem seit 2025 amtierenden Konzernchef von Stellantis, wird die Produktion der PureTech-Motoren im Werk Douvrin bis 2026 eingestellt.

Die Verlagerung hin zu den FireFly-Motoren zeigt eine klare Präferenz für die italienischen Produktionsstandorte und Technologien. Dies könnte auch als Signal für eine stärkere Fokussierung auf Qualität und Zuverlässigkeit interpretiert werden, um das Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen.

Auswirkungen auf den europäischen Markt

Die Weiterentwicklung der FireFly-Motoren hat weitreichende Auswirkungen auf den europäischen Automobilmarkt. Zum einen stärkt sie die Position von Stellantis als führender Anbieter moderner Antriebstechnologien. Zum anderen zeigt sie, dass der Konzern trotz der zunehmenden Elektrifizierung des Marktes weiterhin in Verbrennungsmotoren investiert.

Die Anpassung an die Euro-7-Norm stellt eine erhebliche Herausforderung dar, da die neuen Vorschriften nicht nur strengere Emissionsgrenzwerte, sondern auch eine längere Haltbarkeit der Abgasreinigungssysteme erfordern. Stellantis sieht in den FireFly-Motoren jedoch das Potenzial, diese Anforderungen zu erfüllen und gleichzeitig wettbewerbsfähig zu bleiben.

Zukunftsperspektiven

Mit der Entscheidung, die FireFly-Motoren weiterzuentwickeln, setzt Stellantis ein klares Zeichen für die Zukunft. Die Investitionen in Termoli und die Anpassung an die Euro-7-Norm zeigen, dass der Konzern bereit ist, sich den Herausforderungen der Automobilindustrie zu stellen. Gleichzeitig unterstreicht die Strategie die Bedeutung von Italien als Produktionsstandort innerhalb des Konzerns.

Die kommenden Jahre werden zeigen, ob die FireFly-Motoren den hohen Erwartungen gerecht werden können. Fest steht jedoch, dass Stellantis mit dieser Entscheidung einen wichtigen Schritt in Richtung einer nachhaltigeren und effizienteren Mobilität gemacht hat.

Fazit