Skoda DuoBell Fahrradklingel: Die überhört man selbst mit Kopfhörer nicht

Skoda DuoBell Fahrradklingel
Die überhört man selbst mit Kopfhörer nicht

ArtikeldatumVeröffentlicht am 13.04.2026
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Skoda DuoBell Fahrradklingel
Foto: Skoda

Im Verkehr teilen sich vielfach Radfahrer und Fußgänger den Verkehrsraum. Um sich als Radfahrer rechtzeitig bemerkbar zu machen, nutzen Radler schon seit ewigen Zeiten eine Klingel. Im modernen Verkehrsalltag ist es aber leider so, dass viele Fußgänger mit Kopfhörern unterwegs sind und so ihre Umwelt nur noch sehr eingeschränkt wahrnehmen. Das gilt auch für Warntöne.

ANC löscht Warnton

Genau hier setzt Skoda mit der neuen DuoBell an. Die neue Fahrradklingel wurde in Zusammenarbeit mit der Universität Salford und der Kreativagentur AMV BBDO entwickelt. Ein wichtiger Faktor bei der verringerten Wahrnehmung von sich nähernden Radfahrern ist die zunehmende Verbreitung von Kopfhörern mit Geräuschunterdrückung. Die aktive Geräuschunterdrückung (ANC) erzeugt einen Gegenschall, der eingehende Audiosignale auslöscht. Dadurch können Warnsignale, wie beispielsweise herkömmliche Fahrradklingeln, herausgefiltert werden, bevor sie den Hörer erreichen.

Sicherheitslücke erkannt und genutzt

Das DuoBell-Entwicklungsteam hat allerdings einen Weg gefunden, diesen ANC-Filter zuverlässig zu durchdringen. Durch akustische Tests hat das Forschungsteam ein schmales Frequenzband, die sogenannte "Sicherheitslücke", zwischen 750 Hz und 780 Hz, identifiziert. Auf diese zielt die DuoBell mit einem zweiten auf eine höhere Frequenz abgestimmten Resonator und einem speziell entwickelten Schlagmechanismus, der schnelle, unregelmäßige Schläge erzeugt. Diese Schallwellen sind darauf ausgelegt, die ANC-Algorithmen zu täuschen.

Tests mit zahlreichen Lieferdienst-Radlern ergaben, dass Fußgänger mit ANC-Kopfhörern bis zu fünf Sekunden länger und bis zu 22 Meter mehr Reaktionszeit hatten, wenn die Klingel aktiviert wurde. Entsprechend sicherer verläuft der Umgang miteinander.

Forschungsergebnisse für alle

Skoda selbst wird die neue Klingel nicht in Serie auflegen. Allerdings legen die Tschechen die Forschungsergebnisse kostenfrei komplett offen, so, dass jeder Klingelanbieter sie nutzen kann.

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