Audi A1 Citycarver 30 TFSI, VW T-Cross 1.0 Hans-Dieter Seufert / auto motor sport
AUDI A1 CITYCARVER 30 TFSI, VW T-CROSS 1.0 TSI, Exterieur
VW T-Cross 1.0 TSI, Exterieur
VW T-Cross 1.0 TSI, Exterieur
VW T-Cross 1.0 TSI, Exterieur 25 Bilder

Audi A1 Citycarver 30 TFSI, VW T-Cross 1.0 TSI

Duell der City-Flitzer im SUV-Stil

Auf dem Modularen Querbaukasten von VW basieren viele gute Autos – und es geht in Form des A1 Citycarver weiter. Im Vergleich mit dem VW T-Cross 1.0 TSI klären wir, wie viel Raum sich die beiden lassen.

Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte. Natürlich kennen Sie diese abgedroschene Weisheit, doch sie passt hier perfekt. Schon mit einem Blick auf das Titelbild ist klar, wie der VW-Konzern seine beiden kleinsten SUV positioniert. Voraus fährt der A1 Citycarver als ein adretter und superagiler Crossover für all jene, die einen schicken Auftritt schätzen. Schon im Stand soll der Audi so die Lebensgeister wecken. Etwas dahinter rangiert der brave VW. Ein SUV, der möglichst viele Kunden ansprechen soll und der selbst in der gehobenen Style-Variante wohl niemandem den Kopf verdreht. Oder sehen Sie das anders?

Wobei damit noch nicht die Frage geklärt ist, wer am Ende den besseren SUV bietet. Mehr Platz und Nutzwert ermöglicht in jedem Fall der T-Cross. Nicht viel länger, aber zehn Zentimeter höher als der SUV-Verschnitt des A1 Sportback bietet er seinen Insassen eine hohe Sitzposition und ein beachtlich gutes Raumangebot. Während es im Fond des Audi sehr eng zugeht, offeriert der VW hier vier Zentimeter mehr Innenhöhe. Klingt nicht nach viel, ist in dieser Klasse aber bedeutend.

Auch fehlt es dem Citycarver an Schulterfreiheit und dass seine steile und straffe Bank nur wenig Beinauflage bietet, macht es nicht besser. Da fühlt man sich auf der üppiger ausgepolsterten und um 14 Zentimeter längs verschiebbaren Rückbank des T-Cross wohler. Je nach Stellung und gewünschter Beinfreiheit liegt das Ladevolumen zwischen 385 und 455 Litern. Der VW punktet zudem mit einem umlegbaren Beifahrersitz – fehlt nur eine zweigeteilte Bank und er wäre ein Meister der Variabilität.

Audi A1 Citycarver 30 TFSI, Exterieur
Hans-Dieter Seufert
Mehr als 1.090 Liter Gepäck kann der Audi bei umgeklappten Rückenlehnen nicht transportieren.

Der Audi packt an Gepäck nur 335 Liter weg. Bei umgeklappter Rückbank sind es sogar 191 Liter weniger. Variable Ladeböden finden sich in beiden. Beachtlich auch die beim Style eingebauten Sport-Komfortsitze, die genau das bieten, was ihr Name verspricht: angemessen viel Seitenhalt, gepaart mit einer großen Sitzfläche. Das S-Line-Gestühl im Audi kann es nicht besser, sieht aber schicker und sportlicher aus.

Überhaupt fühlt sich der Citycarver, zum Test angetreten in der auffälligen edition-one-Ausführung zum Preis von 28.950 Euro, feiner an, während der VW selbst als Style (26.770 Euro) enttäuschend schlicht daherkommt. Ein Siebengang-DSG (Aufpreis 1.595 Euro) und etwas mehr Ausstattung sind im Preis dafür inbegriffen. Ein Testwagen mit Schaltgetriebe stand nicht zur Verfügung.

Softe Oberflächen und hochwertige Drehregler finden sich dennoch nur im Audi, der für rund 29.000 Euro übrigens exakt so scharf auftritt wie der Testwagen. 18-Zöller, Dach und Grill in Schwarz, der Lack in knalligem Orange, die adaptiven LED-Scheinwerfer dunkel eingefärbt. Und innen das S-Line-Interieur mit den erwähnten Sitzen. Frecherweise verknüpft Audi das Sondermodell mit einem Dynamikpaket, für das noch mal 950 Euro zu berappen sind.

Der A1 ist agiler als der VW

Womit wir jetzt direkt auf unsere Teststrecke nach Lahr düsen. Schließlich schraubt Audi für diese Zwangskopplung eine größere Bremsanlage und zweifach verstellbare Dämpfer ein. Das Resultat sind exzellente Bremswerte (100–0 km/h: 33,5 Meter) sowie ein minimal wankender Audi, der sich zügig und präzise um die Hütchen dirigieren lässt. Der VW, der immer noch gut (34,4 m), aber nicht so kräftig verzögert und ohne Adaptiv-Dämpfer auskommen muss, durcheilt längst nicht so flink unsere Fahrversuche. Kleiner Nachteil der Audi-Abstimmung ist allerdings, dass er auf der Autobahn bewusster auf Spur gehalten werden muss.

AUDI A1 CITYCARVER 30 TFSI, VW T-CROSS 1.0 TSI, Exterieur
Hans-Dieter Seufert
66,3 km/h: So schnell ist der Audi im Slalom. Der T-Cross ist 2,1 km/h langsamer. Natürlich spielen die Werte in dieser Klasse eigentlich keine Rolle. Aber die Diskrepanz zeigt, wie sportlich der Citycarver ausgelegt ist.

Aber keine Sorge. Ein unbequemer Flegel ist der A1 als Citycarver nicht. Selbst im Sportmodus bleibt ordentlich Restkomfort und im Normalbetrieb federt er exakt straff, wie ein Audi-Kunde es sich erhofft. Dass sich ein mit 18-Zöllern bereifter SUV bei langsamer Fahrt über ruppige Straßen gelegentlich etwas schüttelt, geht da schon in Ordnung. Zumal der ebenso üppig bereifte VW derartige Stolperfallen nicht sanfter meistert.

Ansonsten ist der T-Cross komfortabler, hebt und senkt sich auf Wellen deutlicher und neigt sich in Kurven mehr zur Seite. Alles andere wäre angesichts seiner Proportionen auch überaus verwunderlich. Nur noch mal zur Erinnerung: Der T-Cross-Fahrer sitzt rund sechs Zentimeter höher als der Audi-Pilot. Die zugehörige Lenkung arbeitet präzise und nicht ganz so direkt wie im Audi, sorgt aber für einen stabileren Geradeauslauf.

Im VW bleibt man gelassen

Nahezu ebenbürtig sind sich beide, sobald es um den schieren Vortrieb geht. Mit der Kraft ihrer kleinen Dreizylinder sprinten sie in weniger als zehn Sekunden von null auf 100 km/h, rennen fast 200 km/h schnell und leeren ihren 40-Liter-Tank mit einem Testverbrauch von 6,6 und 6,7 l/100 km nicht zu gierig. Ob nun Sechsgang-Schalter oder Doppelkuppler – in den reinen Messwerten spiegelt sich das nicht wider.

VW T-Cross 1.0 TSI, Exterieur
Hans-Dieter Seufert
Große Scheiben, die kantige Form und die hohe Sitzposition verhelfen dem Fahrer zu einer guten Rundumsicht.

Im realen Betrieb fallen die Unterschiede größer aus. Der handgeschaltete Audi braucht beispielsweise einen Tick länger, um in Schwung zu kommen. Zudem klingt sein um ein PS stärkerer Motor etwas kerniger und wirkt drehfreudiger, insgesamt engagierter. Unter Volllast bergauf durch Kurven getrieben, spürt man da schon mal Antriebseinflüsse im Lenkrad, die sich eher nach Sperrdifferenzial als nach Gescharre anfühlen. Was wiederum gut zum sportlichen Charisma passt. Zudem rastet die Sechsgang-Box wie üblich präzise. Ein Siebengang-DSG kostet 1.700 Euro mehr.

Der T-Cross schiebt gleichmäßiger an, dafür ruckelt sein Getriebe beim flotten Anfahren. Vom besser gedämmten Dreizylinder ist weniger zu hören, und natürlich sorgt die schnell schaltende und in den hohen Gängen geschmeidige Automatik für ein Plus an Reisekomfort. Schaltwippen gibt’s keine – so verfällt man schnell in die Gemütlichkeit, und das flotte Fahren spielt keine große Rolle mehr.

Nicht ganz so ernst nimmt es der VW, sobald es um technische Finessen geht. Seine LED-Scheinwerfer leuchten beispielsweise nicht situationsabhängig. Vor Querverkehr beim Ausparken warnt er nicht und dass die angezeigten Speed Limits nur über das Kartenmaterial und nicht über eine Kamera den Fahrer erreichen, ist alles andere als zeitgemäß.

Der jüngere Audi kann noch viel mehr, so man es bezahlen und bedienen kann. Bekanntermaßen fehlt es den touchscreenbasierten Systemen der höchsten Preisklasse an Drehreglern. Dafür fallen Kartendarstellung, Sprachsteuerung, Musik-Streaming und die Einbettung von Smartphone und Laptop via WLAN besser aus. Selbst die Amazon-Alexa ließe sich ins Cockpit locken. Zu viel des Guten? Auch gut, dann investieren Sie lieber in Wesentliches. Schließlich sind beim Audi nicht mal Parkpiepser oder eine Klimaautomatik serienmäßig an Bord.

Audi A1 Citycarver 30 TFSI, Interieur
Hans-Dieter Seufert
Auch der kleinste Audi-SUV lockt mit einem ansehnlichen Interieur voller Technikhighlights zu strammen Preisen.

Wer ist denn nun besser?

Sicher haben Sie die Punktetabelle schon gelesen. So unterschiedlich die beiden Kontrahenten sind, so eng liegen sie in der Eigenschaftswertung zusammen. Da der T-Cross trotz DSG und mehr Ausstattung preislich besser dasteht, gewinnt er am Ende doch deutlich.

Fazit

1. VW T-Cross 1.0 TSI Style 436 Punkte

Dem T-Cross ist der große Auftritt nicht so wichtig. Lieber umsorgt er seine Insassen mit mehr Raum, Fahrkomfort und Nutzwert zu einem deutlich günstigeren Preis.

2. Audi A1 Citycarver 30 TFSI edition one 425 Punkte

Beim A1 geht es weniger um die Alltagsbedürfnisse eines SUV-Fahrers. Er ist enger, straffer und teurer als der T-Cross und bietet bis auf ein Plus an Agilität und Qualität keinen Vorteil.

Technische Daten

Audi A1 Citycarver 30 TFSI edition one VW T-Cross 1.0 TSI Style
Grundpreis 29.900 € 26.144 €
Außenmaße 4046 x 1756 x 1483 mm 4108 x 1760 x 1584 mm
Kofferraumvolumen 335 bis 1090 l 385 bis 1281 l
Hubraum / Motor 999 cm³ / 3-Zylinder 999 cm³ / 3-Zylinder
Leistung 85 kW / 116 PS bei 5000 U/min 85 kW / 115 PS bei 5000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 198 km/h 193 km/h
0-100 km/h 9,6 s 9,7 s
Verbrauch 5,5 l/100 km 5,0 l/100 km
Testverbrauch 6,7 l/100 km 6,6 l/100 km
Alle technischen Daten anzeigen
VW T-Cross
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