Genesis GV70, Mazda CX-5 Achim Hartmann
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SUV

Genesis GV70 2.2D AWD und Mazda CX-5 D 184 AWD im Test

Genesis GV70 und Mazda CX-5 im Test Welcher Diesel-SUV macht das Rennen?

Nur weil andere die Idee auch schon hatten, muss sie noch lange nicht weniger erfolgversprechend sein. Als neue Marke tritt Genesis bei den gehobenen SUV an. Der GV70 fordert Mazdas frisch modellgepflegten CX-5 zum Vergleichstest der starken Diesel mit Allradantrieb.

Sucht man nach Zuspruch, ein scheinbar unmögliches Unterfangen anzugehen, wende man sich nie an verdiente Kollegen, gute Freunde oder liebende Verwandte, sondern an die nüchterne Wissenschaft. Sie neidet keinen noch so unwahrscheinlichen Erfolg, will nie vor Enttäuschungen schützen. Doch belegt sie, dass selbst aus geringsten Chancen ein Welterfolg entstehen kann – im Wortsinn: Berechnet man die Wahrscheinlichkeit, die bestand, dass sich die Welt im Universum bilden konnte, liegt sie im Bereich jener, dass ein Tornado über einen Schrottplatz fegt und sich die herumgewirbelten Teile zu einem funktionierende Space Shuttle zusammensetzen. Na also: Wird schon werden, Genesis!

Stimmt, die Idee eines Herstellers, eine gewinn- und volumenstarke Prestige-Marke eigenen Namens zu etablieren, ging mehrfach prunkvoll daneben: bei Nissan mit Infiniti, bei Mazda mit Xedos und – sorry, aber da wir von Volumen sprechen – auch bei Toyota mit Lexus. Hyundai versucht das nun mit Genesis gleich in Gestalt einer Palette von sechs Modellen, die alsbald um zwei E-Varianten ergänzt wird. Die besten Erfolgsaussichten hat der Mittelklasse-SUV GV70. Nachdem er im ersten Vergleichstest (Heft 2/22) mit Audi Q5 und Jaguar F-Pace wetteiferte, legt er sich nun mit dem modellgepflegten Mazda CX-5 an.

Der hat sich in zehn Jahren und zwei Generationen zu einem Erfolg entwickelt, der jenen aller je gebauten Xedos (oder heißt es Xedoren?) weit übertrifft. Und der auch darin gründet, dass Mazda nicht dauernd alles neu erfinden, sondern im Detail weiter optimieren will. Oder so: Während Hyundai um den GV70 gleich ein neues Markenuniversum erschafft, bessert Mazda in der Milchstraße ein paar Schlaglöcher aus.

Mazda CX-5: Facelift mit wenigen Änderungen

Mazda CX-5
Achim Hartmann
Selbst in teuerster Ausstattung hebt der CX-5 bei Material- und Ausstattungsgüte nicht ab. Kleiner Monitor und einfachere Instrumente.

So gipfelt der Renovierungsumfang in einer geschickteren Kofferraumverkleidung, die das Ladevolumen um 16 Liter steigert. Dann gilt es schon, die neuen Sitze zu würdigen. Denen bescheinigt Mazda nicht nur, auf ihnen könnten die Insassen – echt jetzt – "mühelos eine natürliche Sitzposition einnehmen", sondern darüber hinaus eine innigere Integration ins Auto, die "seitliche Bewegungen des Oberkörpers sowie Kopfbewegungen während der Fahrt auf ein Minimum reduziert". So, das nicken wir dann ebenso ab wie die kleinen Restretuschen: neue Grafik für Kühlergrill, Aluräder und Lichter. Dazu als weitere Farbe ein lebensbejahendes Sandbeige sowie die Sports-Line Plus als neue vollgepackte Top-Ausstattung.

In der tritt der 184 PS starke Biturbo-Diesel mit Allrad und Automatik hier an. Sie staffiert sich mit einer kompletten Infotainment-Abteilung samt Navi und Soundsystem aus, zudem mit umfassender, gut aufgestellter Assistenz von Abstandstempomat bis Head-up-Display. Dazu kommt ein bisschen Klimbim wie Lederpolster, kabelloses Handy-Laden, Lenkradheizung – so was eben. Trotz alledem mag das Gefühl nicht weichen, in einem eher pragmatisch als pompös eingerichteten Wagen zu sitzen. Das liegt an der rustikaleren Dekoration und daran, dass der CX-5 sein ganzes Alltagsgeschick bewahrt. Da hätten wir: bequemen Einstieg durch weit öffnende Türen, Heckklappe und Kofferraum in Großformat, dazu Variabilität mit zweiteiligem Zwischenboden und fernentriegelt dreiteilig klappbarer Lehne (Teil dieser Karakuri-Folklore, die bei Mazda vor bald 20 Jahren mit abtauchenden Sitzen im MPV begann). Zudem organisiert der CX-5 die Bedienung trotz Tastenreichtums eingängig – leidet die Sprachbedienung mal an Schwerhörigkeit, drehdrückert man sich eben aus dem Handgelenk durch die Menüs.

Das gelingt im GV70 nicht ganz so leicht – das heißt, die ersten paar Mal gar nicht, wenn man am Wählrad fürs Getriebe herumkurbelt, das an der Stelle sitzt, an der man die Position des gleich dimensionierten Drehdrückers vermutet. Auch sonst dauert es länger, bis man den richtigen Dreh raushat, da der Genesis an sich noch mehr Funktionen auffährt und die eben in die Infotainment-Menüs stopft. An deren Tiefgründigkeit kann man sich aber auch über den Touchscreen herantasten. Die Begriffsstutzigkeit der Sprachbedienung schließlich ist: ohne Worte.

Genesis GV70: Eleganz statt Praktikabilität

Genesis GV70
Achim Hartmann
Hochwertig haben sie den GV70 eingerichtet. Stilvoll auch - wenn man den lederigen Landhaus-Look mit großem Touchscreen mag.

Weil sich das Design eher durch Eleganz als durch Raumeffizienz auszeichnet, braucht der GV70 deutlich üppigere Abmessungen außen, um innen ein insgesamt gleichwertig angemessenes Raumangebot zu schaffen wie der kürzere, schmalere, aber höhere CX-5. Doch durch die kleinere Heckklappe passt nur weniger sperriges Sperrgut, und das etwas üppigere Kofferraumvolumen lässt sich nur durch Umklappen der zweiteiligen, neigungsverstellbaren Rücksitzlehne variieren. Die Fondpassagiere schließlich reisen etwas beengter auf der tief montierten Bank. Pilot und Co dagegen sitzen besser integriert und wohlgehalten auf kühl- und heizbaren Massagesesseln. Och, so kann man es schon ein Weilchen aushalten.

Genesis kräftiger, Mazda sparsamer

Worin ja auch der Sinn und Zweck der beiden starken Diesel-SUV liegt: in der weiten, ununterbrochen eiligen, dabei doch entspannten Reise. Zu der startet der GV70 gleich beherzter. Obwohl nur von einem Lader aufgeplustert, legt sein knurriger Vierzylinder-Turbodiesel drangvoller los, in seiner Tatkraft eilfertig unterstützt von der Achtstufenautomatik. Die kann ihn wegen der knappen Gangsprünge immer im druckvollen Drehzahlbereich halten. Sie schaltet weich und spontan, legt in Rollphasen den Leerlauf ein – was die Effizienz steigert, ohne damit jene des CX-5 zu erreichen.

Der verbraucht etwas weniger als der Genesis (7,9 zu 8,2 l/100 km im Test), liegt aber bei Fahrleistungen wie subjektivem Temperament zurück, was neben dem trägerem Ansprechen des kernig selbstzündenden Biturbo-Triebwerks an der verträumten Sechsgangautomatik liegt. Überstürzter Reaktionen unverdächtig, wägt sie die Entscheidung zum Zurückschalten mit Besonnenheit ab. Manuelle Eingriffe per Schaltwippen stärken da womöglich das Gefühl des Fahrers, maßgeblichen Einfluss auf die Antriebsdynamik zu nehmen. Doch erweist sich das als ein Eindruck, dem die tatsächlichen Auswirkungen des Treibens widersprechen.

Unterschiedliche Allradsysteme

Mazda CX-5
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Der Mazda CX-5 benötigt beim Rausbeschleunigen aus Kurven einen Gedenkmoment bis er die Kraft zum Herrausstämmen an die Hinterräder weiterleitet. Maximal 50 % gehen bei Bedarf nach hinten.

Auch beim Handling motiviert der Mazda nicht gerade zu gesteigertem fahrerischen Engagement. Das weichere, komfortbetonte Set-up kommt mit groben Unebenheiten weit besser zurecht als mit galantem Kurvengezirkel. Da gerät der CX-5 ins Wanken. Und die an sich gute Präzision der Lenkung verschubbert in einem Untersteuern, das beim Gaslupfen von einem forschen, vom ESP zuverlässig eingefangenen Lastwechselschwenk abgelöst wird. Beim Rausbeschleunigen dann dauert es kurz, bis die Allradsteuerung die Kraftmomente zum Herausstemmen an die Hinterräder geleitet bekommt. So mag der CX-5 bei den Fahrversuchen auf der Teststrecke schneller sein. Auf der Straße ist der GV70 souveräner und agiler.

Denn da kann er – anders als bei Slalom und doppeltem Spurwechsel – die Vorteile seines Antriebskonzepts umsetzen. Während der Mazda nur bei Traktionsnöten maximal 50 Prozent der Kraft an die Hinterachse leitet, ist es beim Genesis genau umgekehrt: Sein Allradsystem schickt so viel wie möglich – also maximal 100 Prozent – der Kraft an die Hinterachse und selbst bei Schlupf höchstens 50 Prozent nach vorn. Mit der variabel übersetzten Lenkung – mit genug Präzision und Rückmeldung, ohne allzu zugespitztes Ansprechen – lenkt er motivierter ein, bleibt länger neutral, untersteuert später, drückt sich gripfester auf die Gerade. Dabei hält die straffe Abstimmung die Karosseriebewegungen auf niedrigem Niveau – den Federungskomfort ebenso.

Genesis GV70
Achim Hartmann
Der Allrad im Genesis GV70 arbeitet genau andersherum wie der im Mazda. Normalerweise gehen bis zu 100 % der Kraft an die Hinterräder, während bei Traktionsverlust bis zu 50% der Kraft an die Vorderräder abgegeben werden kann.

Dabei verspricht Genesis, mit Bilddaten der Frontkamera könne der GV70 seine adaptiven Dämpfer auf Verwerfungen des vorausliegenden Straßenverlaufs vorkonditionieren. Tatsächlich liegt die Tatkraft dieser Innovation auf ähnlich geringem Niveau wie jene der unterschiedlichen Fahrmodi, bei denen Farbwechsel im Digitalinstrumentarium die spürbarste Veränderung darstellen.

Es lebe der tote Winkel

Überaus intensiv dagegen mischt sich die aktive Spurführung ein. Die grapscht schon bei minimalem Abweichen der vorgegebenen Linie garstig in die Lenkung. Und krallt man sich nicht ans Steuer, vermutet das System dauernd, man fahre freihändig.

Das stört nach fünf Minuten so sehr, dass man das System abschaltet – und womöglich wegen dieser Erfahrung zukünftig auch viel bessere in anderen Autos. Ein echter Sicherheitsgewinn dagegen: Beim Abbiegen und Spurwechseln blendet der GV70 das Bild des toten Winkels in Drehzahlmesser oder Tacho ein.

Knapp hinter dem CX-5, quasi in seinem toten Winkel, fährt der Genesis ins Ziel – dank des durch bewertungsrelevante Extras hohen Testwagenpreises, der weniger fürstlichen Ausstattung und trotz fünf Jahren Garantie sowie etwas geringeren Unterhaltskosten. Nun wäre es nett, Sie hätten anfangs gedacht, der GV70 siege wahrscheinlich. Dann könnten wir mit einer zu vielen Anlässen zitierbaren Besserwisserei des ollen Descartes enden: "Alles, was nur wahrscheinlich ist, ist wahrscheinlich falsch."

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Fazit

1. Mazda CX-5 D 184 AWD 577 Punkte

Ein Sieg, mit Geld aufzuwiegen: Der praktische, reich ausgestattete, komfortablere, etwas sparsamere, dabei weniger glamouröse CX-5 gewinnt über den günstigeren Preis.

2. Genesis GV70 2.2 D AWD 572 Punkte

Versilberte Goldmedaille: Sein Preis kostet den edleren, zugkräftigen GV70 Rang eins – trotz mehr Drang beim Antrieb. Von Komfort und Sprachbedienung versteht er weniger.

Technische Daten

Genesis GV70 2.2 D Sport Mazda CX-5 D 184 AWD Sports-Line Plus
Grundpreis 49.090 € 49.140 €
Außenmaße 4715 x 1910 x 1630 mm 4575 x 1845 x 1680 mm
Kofferraumvolumen 542 bis 1678 l 510 bis 1626 l
Hubraum / Motor 2151 cm³ / 4-Zylinder 2191 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 148 kW / 201 PS bei 3800 U/min 135 kW / 184 PS bei 4000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 215 km/h 208 km/h
0-100 km/h 8,3 s 8,8 s
Verbrauch 7,1 l/100 km 5,5 l/100 km
Testverbrauch 8,2 l/100 km 7,9 l/100 km
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SUV Tests 06/2022, Kosten und Realverbrauch Mazda CX-5 Skyactiv-D 184 AWD Sports-Line Plus Kosten und Realverbrauch Mazda CX-5 Skyactiv-D 184 AWD Sports-Line Plus

Der Mazda CX-5 mit 184-PS-Diesel im Verbrauchs- und Kosten-Check.

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