Mercedes C 300 T Avantgarde, Mercedes CLA 250 SB 4Matic Progressive, Exterieur Achim Hartmann
Mercedes C 300 T Avantgarde, Mercedes CLA 250 SB 4Matic Progressive, Exterieur
Mercedes C 300 T Avantgarde, Mercedes CLA 250 SB 4Matic Progressive, Exterieur
Mercedes C 300 T Avantgarde, Exterieur
Mercedes C 300 T Avantgarde, Exterieur 35 Bilder

Mercedes CLA Shooting Brake, Mercedes C 300 T

Klassisch oder sportlich?

Zweimal Mercedes mit Kombiheck, zweimal Zweiliter-Vierzylinder, zweimal mehr als 200 PS – muss es das traditionelle C-Klasse T-Modell sein oder hat der nur 14 Millimeter kürzere CLA Shooting Brake mehr zu bieten?

Womöglich ist es gar keine Frage von Messwerten, Punkten und Vergleichsfahrten. Sondern einfach eine des Anforderungsprofils: Bin ich eher traditionsbewusster Kombi-Kunde oder design-affiner Coupé-Käufer, der vielleicht manchmal mehr Laderaum benötigt? Mercedes hat praktischerweise für beide Kundenkreise passende Fahrzeuge im Programm, CLA Shooting Brake und C-Klasse in diesem Fall.

Die treffen hier zum hausinternen Vergleichstest aufeinander: Allrad-Kombi-Coupé auf A-Klasse-Basis sowie das T-Modell der C-Klasse. Um den Vergleich noch interessanter zu machen: Beide kommen mit einem Zweiliter-Benziner aus der Motorenfamilie M260/264. Der CLA verfügt über die Quereinbau-Version mit 224 PS, hier kombiniert mit Siebengang-DCT sowie 4Matic-Allradantrieb.

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Beide Mercedes-Modelle leuchten serienmäßig mit Halogen, LED-Licht gibts gegen Aufpreis.

Die C-Klasse tritt als 300 T mit längst eingebautem M264-Triebwerk und serienmäßiger Neungangautomatik an. 258 PS leistet es, wird dabei mit maximal zehn kW starkem Riemen-Startergenerator unterstützt. Beim Testwagen wirkt der Antrieb nur auf die Hinterachse, die 4Matic-Ausführung wäre rund 2.400 Euro teurer. So bleibt der Preisunterschied zwischen vermeintlich kostspieligerer C- und preiswerterer A-Klasse eher gering, die C-Klasse ist rund zehn Prozent teurer als der CLA Shooting Brake. Der Motor im CLA kommt zudem ohne Startergenerator und zugehörigem 48V-Bordnetz aus.

Teure Mercedes-Kombis

Wenig überraschend scheint die Preisgestaltung bei beiden Mercedes-Modellen durchaus ambitioniert, ab 46.124 Euro gibt es einen C 300 T, die Preisliste für den CLA 250 4Matic startet bei 43.625 Euro.

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Mit den üblichen Extras ausstaffiert, stehen einige Tausender mehr auf den Preisschildern.

Mit den üblichen Extras ausstaffiert, stehen einige Tausender mehr auf den Preisschildern. Bei den Testwagen sind, abgesehen von größeren Rädern, diversen Assistenzpaketen und Infotainment-Ausstattungen, sogenannte Designpakete dabei. Das Avantgarde-Interieur kommt bei der C-Klasse zum Einsatz, es kostet 1.011 Euro. Beim CLA werden für den Progressive 1.755 Euro extra berechnet.

Die recht reichhaltig bestückten Testwagen sind übrigens um einiges kostspieliger: Beim C 300 T stehen 72.542 Euro auf der Tafel, 61.041 sind es beim CLA 250 4Matic. Der Testwagenpreis in unserer Datentabelle weist im Übrigen nur bewertungsrelevante Ausstattungen wie Adaptivfahrwerke oder größere Räder auf und ist daher um einiges niedriger.

Beide Mercedes-Modelle bemühen sich um wertigen Auftritt, vor allem der Verarbeitung im Innenraum scheint man nun mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Vor allem der CLA wirkt sorgfältiger und feiner verarbeitet als die Vorgänger-Baureihe. Ein wirklicher Unterschied zur größeren C-Klasse ist kaum feststellbar. Wobei: Schalter und Bedienhebel hinterlassen in ihren Ausführungen im Kompakt-Mercedes einen etwas einfacheren Eindruck.

Mercedes CLA 250 SB 4Matic Progressive, Interieur
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Der CLA hat das MBUX-Interieur der A-Klasse übernommen.

Eher gering fallen zudem die Unterschiede beim Raumangebot aus. Hier sollte ja eigentlich der CLA mit seinem raumsparend quer eingebauten Vierzylinder über die besseren Voraussetzungen verfügen als der klassisch aufgebaute C 300. Doch vor allem im Fond- und Laderaum hat die C-Klasse merklich mehr zu bieten, obwohl die Außenmaße der beiden gar nicht so weit auseinanderliegen.

Die niedrige Dachlinie und die sehr schräge Heckpartie des Shooting Brake wirken zwar fraglos elegant, bringen jedoch einige praktische Nachteile mit sich. Von denen die sehr eingeschränkte Kopffreiheit hinten nicht das Unwichtigste ist.

C 300 mit Kombitalent

Wer also des Öfteren sperrige Kisten in den Laderaum und große Menschen auf die Rückbank packen möchte, fährt mit einem C-Klasse-Kombi besser als mit einem CLA Shooting Brake. Bei beinahe allen anderen Kriterien bereitet der Kleinere mehr Freude, befindet das Testteam nach der Vergleichsfahrt. Überraschend dabei: die etwas ausgefeiltere Laufkultur des prinzipiell gleichen Motors im CLA. Der Zweiliter-Vierzylinder scheint hier geschmeidiger zu laufen, das Geräuschbild ist angenehmer. Dass dieser Eindruck sich nicht nur subjektiv aufdrängt, beweisen die gemessenen Innengeräuschpegel: Der CLA ist in allen Geschwindigkeitsbereichen etwas leiser.

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Bei beinahe allen anderen Kriterien bereitet der Kleinere mehr Freude.

Den insgesamt etwas feineren Gesamtkomfort bietet dennoch der größere Mercedes, auch weil er mit dem famosen Luftfahrwerk namens Air Body Control (1.660 Euro) aufgerüstet zum Test antritt. Dagegen hat der CLA einfache Adaptivdämpfer an Bord (1.178 Euro). Sonderlich groß fällt der Unterschied aber nicht aus. Vor allem größere Unebenheiten überrollt der C 300 routinierter, und er verfügt bei hoher Beladung über mehr Federungsreserven.

Am Thema Bedienung scheiden sich die Geister. Das modernene MBUX-System überzeugt mit exzellenter Sprachbedienung. Fast alle relevanten Funktionen lassen sich während der Fahrt per Sprachassistent befehligen. Nur selten müssen Touchscreen oder die Tasten in den Lenkradspeichen bemüht werden.

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Die Bedienung mit zentralem Dreh-Drück-Regler im C 300 wirkt etwas altmodisch, kann jedoch im Alltag punkten.

Das betagtere Benutzer-Interface mit zentralem Dreh-Drück-Steller in der C-Klasse behagt traditionell orientierten Fahrern, die ihr Auto lieber per Knopfdruck als per Sprachassistent befehligen. Cooler und luftiger wirkt dabei das CLA-Cockpit, auch weil es über eine zierlichere Mittelkonsole verfügt.

Der CLA macht mehr Spaß

Der Eindruck des frischeren, spaßigeren Automobils festigt sich beim Fahren mit dem CLA. Obgleich die gemessenen Fahrleistungen für den C 300 sprechen. Der wiegt zwar fast 90 Kilo mehr, verfügt, wie bereits erwähnt, über einen Riemen-Startergenerator, der bei Bedarf mit ein paar Kilowatt mitschiebt. Erstaunlicherweise fühlt sich das jedoch beim Fahren nicht lockerer und satter an. Im Gegenteil, wenn der Antriebsstrang gefordert wird, etwa bei forcierter Landstraßenfahrt, wird der Motor dröhniger und die Neunstufenautomatik verliert etwas von ihrer Gelassenheit. Sie neigt dann zu hektischen Gangwechseln, scheint sich mitunter nicht sicher zu sein, welche ihrer vielen Zahnradverbindungen nun wirklich passend ist.

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Verbrauchsvorteile verschafft der Micro-Hybridantrieb dem C 300 nicht.

Der CLA 250 4Matic-Antrieb gibt sich da gelassener, freilich hat er nicht ganz so viele Gänge zum Jonglieren. Verbrauchsvorteile verschafft der Micro-Hybridantrieb dem C 300 im Übrigen ebenfalls nicht. Die Testwerte unterscheiden sich kaum nennenswert, 8,3 und 8,4 Liter Super verbrauchen sie, mit dem leichten Vorteil zugunsten des CLA.

Der geht darüber hinaus auch engagierter um Ecken, lässt sich leicht und zielgenau um Kurven zirkeln, Untersteuerneigung oder Traktionsprobleme? Nicht bei diesem CLA. Dagegen fühlt sich der C 300 mehr nach klassischem Mercedes an, er bemüht sich beim Kurvenfahren nicht gar so eifrig. Auch das wird der konservativeren Kundschaft behagen. Nach Punkten und Messwerten liegt der CLA am Ende dieses Vergleichs auf jeden Fall in Führung.

Fazit

1. CLA 250 467 Punkte

Bessere Bremsen, der stimmigere Antrieb und das frischere Handling bei akzeptablem Federungskomfort sprechen hier für den CLA, etwas günstiger ist er obendrein.

2. C 300 T 459 Punkte

Das großzügige Raumangebot, die einfachere Bedienung und der hohe Federungskomfort reichen dem effizienten C-Kombi nicht, um am Shooting Brake vorbeizuziehen.

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