Nissan Qashqai, Opel Grandland X, exterieur Foto: Achim Hartmann

Nissan Qashqai und Opel Grandland X im Test

Zwei SUV unter 30.000 Euro im Benziner-Duell

Bei einem Kombi oder gar einem Normalo-Kompakten rümpfen die Lieben die Nase und führen Biederkeitsverdacht oder Platzprobleme an? Diese Diskussionen beenden immer mehr mit dem Kauf eines SUV als problemlöser. Zwei Benziner unter 30.000 Euro im Vergleichstest.

Natürlich stehen auf Automobilmessen die Schönen und Starken, oder wie zuletzt in Genf die Schönen, Starken und Elektrischen im Mittelpunkt. Im echten Leben sind aber volksnähere Preise gefragt, und – noch – der Verbrenner. Traditionell geht es hier beim Autokauf darum, dass Preis und Leistung in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen.

Und Leistung steht hier nicht für PS und Drehmoment, sondern für Raumangebot, Variabilität, Unterhaltskosten und all das, was Autos im Alltag und beim Blick aufs Konto eben mit dem Attribut „vernünftig“ auszeichnet. Wenn sich noch der Anstrich des Außergewöhnlichen dazugesellt: umso besser.

Nissan Qashqai, Opel Grandland X, exterieur
Mit 27.870 Euro ist der Nissan in diesem Vergleich günstiger als sein Konkurrent (Opel: 29.500 €)
Foto: Achim Hartmann

Willkommen im Opel Grandland X und im Nissan Qashqai, dessen leichter Überarbeitung wir uns bereits in der Vergangenheit gewidmet haben.

Der Nissan startet mit großem Preisvorteil

Mit dem Basisbenziner – einem 1,3-Liter Vierzylinder mit 140 PS – gibt es den Qashqai ab 21.500 Euro, unser Testwagen in der gehobenen Ausstattung N-Connecta schlägt mit 27.870 Euro zu Buche. Das ist schon ein Unterschied, aber vom Navigationssystem über Spurhalte-, Müdigkeits- und Querverkehrsassistenz ist bis auf LED-Scheinwerfer (950 Euro) im Grunde alles an Bord, was man gerne hätte.

Der Opel Grandland X ist mit seinem 130 PS starken 1,2-Liter erst ab 24.250 Euro zu haben. Das getestete Modell Innovation liegt bei 29.500 Euro, ohne dass der Opel dem Nissan bei der Ausstattung das Wasser reichen könnte. Navigation kostet 900 Euro, das – zugegeben brillante – Matrix-LED-Licht sogar 1.350 Euro. Okay, neben der Sitzheizung vorn und dem beheizbaren Lenkrad (Serie auch beim Nissan) ist auch ein Totwinkelassistent an Bord, den Nissan nur in einem 1.000-Euro-Paket verbaut. Doch der Qashqai wiederum kontert mit Digitalradio und einer Rundumkamera, die Opel nur im Paket mit einem Abstandregeltempomat rausrückt.

Nissan Qashqai, Opel Grandland X, exterieur
Der Opel macht viel aus seinen acht Zentimetern mehr Länge: Vorn wie hinten ist er geräumiger, der Kofferraum ist größer und die Zuladung höher.
Foto: Achim Hartmann

Zu empfehlen ist diese Kamera für jeden der zwei SUV, denn aus erhöhter Sitzposition erlauben beide zwar einen guten Blick aufs Geschehen vor dem Auto, nach hinten und schräg hinten allerdings erschweren massige Dachsäulen die Orientierung beim Parken oder Abbiegen.

Der Opel ist ein wenig größer – auch innen

Schon der Nissan ist nicht eng geschnitten, doch der Opel bietet in allen Dimensionen einige Zentimeter mehr und erfreut große Fahrer mit dem weiteren Verstellbereich der Vordersitze. Im Testwagen waren das die tollen AGR-Sitze (685 Euro) mit ausziehbarer Sitzfläche und elektrisch einstellbarer Lordosenstütze. Dagegen ziehen die guten, aber weniger seitenhaltstarken Sitze des Qashqai klar den Kürzeren.

Noch erheblicher sind die Unterschiede auf den Rückbänken, wo der mittlere Mitfahrer im Qashqai mit einem dicken Mitteltunnel zu kämpfen hat: Nennenswerten Seitenhalt bieten hier beide nicht, doch der Opel erfreut immerhin mit genügend Auflagefläche für die Oberschenkel erwachsener Mitfahrer. Im Nissan finden die Beine kaum Unterstützung, und die Kopfstützen sind auch nicht gut auf größere Passagiere vorbereitet.

Vorteil Opel auch beim Thema Kofferraum, dessen Heckklappe beim Innovation elektrisch betrieben öffnet und schließt. Eindeutig mehr Stauvolumen und eine Durchlade in den auch von hinten entriegelbaren Lehnen sind schlicht praktisch. Schön auch, dass sich der doppelte Ladeboden fixieren lässt, während man im Unterflurfach rumhantiert (Opel), oder zum Teil aufstellen lässt, um die Ladefläche zu unterteilen (Nissan). Praktisch hier wie da: Die Kofferraumabdeckungen passen ins Bodenfach und sind so beim Sperrgut- transport nicht im Weg.

Nissan Qashqai, interieur
Handarbeit: Für den kleinen Benziner gibt es keine Automatik. Die Gangwechsel sind aber eine Freude.
Foto: Achim Hartmann

Kurz noch zur Bedienung: Im Opel-Lenkrad finden sich weniger und besser auffindbare Tasten, im Nissan wirkt die Grafik auf dem kleineren Monitor zwar einfacher, dafür sind die Menüs schneller lernbar.

Der eine Zylinder mehr tut schon gut

Unterwegs macht der Opel schon im Leerlauf, dann beim Beschleunigen und ein wenig auch beim Ausdrehen auf seinen Dreizylinder aufmerksam. Nicht dass das unangenehm wäre, doch der Vierzylinder des Nissan läuft in allen Bereichen geschmeidiger und auch leiser. Etwas flottere Fahrleistungen zeigt er ebenfalls, doch das dürfte in dieser Liga ja kaum ein Killerkriterium sein, zumal der Grandland X bei niedrigen und mittleren Drehzahlen gefühlt wacher am Gas hängt.

Im Normalfall federt der Opel auch verbindlicher als der Nissan, mit zunehmender Zuladung verliert er aber an Geschmeidigkeit und wird stößig, während das Schluckvermögen des Qashqai zunimmt.

Unabhängig davon liegt der Nissan etwas träger in der Hand, was auch an seiner weniger zackig ansprechenden Lenkung liegt. Der Opel lässt sich freudiger in Kurven werfen und wirkt dadurch dynami- scher, wobei das keine Rückschlüsse auf die Fahrsicherheit zulässt: Da liegen beide auf hohem Niveau.

Dort finden sie sich auch in der Punktewertung, wobei die Kosten klar für den Nissan sprechen.

Nissan Qashqai, Opel Grandland X, exterieur
1/23 SUV gibt es viele! Doch heute suchen wir nach einem preisgünstigen Allrounder der für die breite Masse geeignet und mehr als nur ein Blender ist. Mögliche Kandidaten? Nissan Qashqai 1.3 DIG-T und Opel Grandland X 1.2 DI Turbo. Foto:
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Fazit

1. Opel Grandland X 1.2 DI Turbo Innovation 273 Punkte

Der Opel Grandland X und der Nissan Qashqai sind keine Blender, sondern grundvernünftige Autos für die Familie. Der Opel ist in vielerlei Hinsicht noch ausgewogener als der Nissan. Eine Durchlade macht ihn variabler, die Lehnenentriegelung im Kofferraum und die elektrische Heckklappe bedienfreundlicher. Zudem ist der Grandland X vorn wie hinten geräumiger. Sein Kofferraum ist größer und die Zuladung höher.

2. Nissan Qashqai 1.3 DIG-T N-Connecta 268 Punkte

Der Qashqai entpuppt sich in diesem Vergleich als das preisgünstigere Angebot und lockt darüberhinaus auch noch mit den günstigeren Unterhaltskosten. Beladen federt er etwas besser als der Opel, hat aber bei Komfort und Variabilität dennoch das Nachsehen

Technische Daten

Opel Grandland X 1.2 DI Turbo Innovation Nissan Qashqai 1.3 DIG-T N-Connecta
Grundpreis 29.500 € 27.870 €
Außenmaße 4477 x 1856 x 1609 mm 4394 x 1806 x 1590 mm
Kofferraumvolumen 514 bis 1652 l 430 bis 1598 l
Hubraum / Motor 1199 cm³ / 3-Zylinder 1332 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 96 kW / 130 PS bei 5500 U/min 103 kW / 140 PS bei 5000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 188 km/h 193 km/h
0-100 km/h 10,9 s 9,4 s
Verbrauch 5,2 l/100 km 5,3 l/100 km
Testverbrauch 7,5 l/100 km 7,6 l/100 km
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