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Skoda Superb Combi 2.0 und Volvo V90 D3 im Test

Diesel-Kombis mit Allradantrieb

Skoda Superb Combi 2.0 TDI 4x4, Volvo V90 D3 AWD, Exteriuer Foto: Achim Hartmann 23 Bilder

Stauraum scheinbar nur vom Horizont begrenzt; reichlich Platz für die Passagiere, die von modernster Sicherheitstechnik behütet werden; dazu effiziente Motoren und für alle Fälle Allradantrieb. Sieht automobile Perfektion wie ein Skoda Superb Combi aus? Oder doch eher wie ein Volvo V90?

25.02.2018 Jens Dralle

Gut möglich, dass ein bislang von der Wissenschaft weitgehend unerforschtes Phänomen an dieser Stelle bereits erwähnt wurde. Ganz sicher sogar. Doch es verblüfft immer wieder aufs Neue, was vermutlich in direktem Zusammenhang mit der Unerforschtheit besteht. Denn egal wie groß das Fahrzeug ausfällt, das Sie sich anschaffen: Der Familie gelingt es immer, wirklich immer, es bis in die letzte Ritze vollzustopfen.

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Skoda Superb Combi 2.0 TDI 4x4, Volvo V90 D3 AWD, Exteriuer, Fazit
Skoda Superb Kombi trifft auf Volvo V90 Kombis mit Allradantrieb? Natürlich.
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Eine Übernachtung oder fünf – das Auto ist voll. Im Fall der beiden Testwagen bedeutet das: 560 Liter Gepäck im Volvo V90, gar 660 im Skoda Superb Combi. Dabei sitzen auf der Rückbank noch bis zu drei Mitreisende, im Skoda bequemer als auf den zu kurzen Sitzflächen des Volvo, der dafür seinen Fondpassagieren einen besseren Federungskomfort zuteilwerden lässt als Fahrer und Beifahrer (wegen der luftgefederten Hinterachse). Doch dazu später mehr.

Skoda Superb Combi 2.0 TDI 4x4, Interieur, Kofferraum Foto: Achim Hartmann
Eine ebene Ladefläche wäre nett, die niedrige Ladekante (595 mm), der gigantische Laderaum (1.950 Liter) und die Zuladung (561 kg) sind es.

Die Rückbank steht also noch, die Laderaumrollos sind geschlossen. Jetzt: Sitze umklappen, geht bei beiden bequem per Fernentriegelung, aber nur im V90 macht sich die Lehne wirklich flach. Im Superb steigt zwar die Ladefläche nach vorne an, doch er steckt mal eben bis zu 1950 Liter weg und erlaubt eine maximale Zuladung von 561 Kilogramm. Seinen Dienstleistungs-Charakter untermauert er zusätzlich mit der niedrigeren Ladekante, dem solide in der umgeklappten Lehne eingeklinkten Doppelrollo sowie der strapazierfähigen Auslegeware in Filz.

Was die Kombi-Spezialisten von Volvo liefern? Eine sehr robuste Halterung für Einkaufstaschen, die aus dem doppelten Ladeboden herausklappt. Sonst nichts? Nun, Rollo und Trennnetz stecken in getrennten Kassetten, der Dacheinzug schränkt das Beladen ebenso ein wie die höhere Schwelle – und am Ende auch die mit 464 kg eher knappe Zuladung.

Warum der V90 nicht mehr wegstecken darf? Weil er mit einem Leergewicht von 1916 Kilogramm ohnehin schon ziemlich moppelig geriet, ohne dass sich die zusätzlichen Pfunde irgendwie positiv bemerkbar machen würden. Okay, die Kunststoff- oberflächen machen den Eindruck, als hätte der Controller mal ein Auge zugedrückt. Skoda möbliert den Superb spürbar kostenoptimierter, zugleich jedoch geschickt am Eindruck des Billigen vorbei.

Allein das feingliedrige Rollo des Ablagefachs in der Mittelkonsole des Volvo taugt aufgrund seiner Fertigungsqualität als Kunstwerk, die optionalen Sitze gewinnen nicht nur die Stil-, sondern auch die Komfortwertung (Härte der Polsterung, Größe und Ausformung – top!), doch dann dünnt sich das Angebot an Habhaftem schnell aus. Außerdem zirpt’s im Premium-Interieur. Ja, es gilt, die bessere Bremsleistung hervorzuheben, klarer Fall, denn aus Tempo 130 steht der V90 3,9 Meter früher als der Superb, da passt also noch ein handelsüblicher Kleinwagen dazwischen.

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Skoda Superb bietet viel Fahrkomfort

Überhaupt ordnet sich der Volvo brav der Sicherheitsphilosophie des Hauses unter, bringt schon serienmäßig viele Assistenten mit. Der Superb sieht hier deutlich weniger vor, will das mit anderen Talenten ausgleichen. Mit Federungskomfort beispielsweise, denn den adaptiven Dämpfern (Serie bei L & K) scheint kein Schlagloch zu tief, keine Bodenwelle zu hoch, zu kurz oder zu lang, um ihren störenden Einfluss von den Insassen fernzuhalten – und das, obwohl 18-Zoll-Räder an den Achsen stecken. Ein neuer Maßstab also? Na, wir wollen mal nicht gleich übertreiben, denn das haben die Fahrwerkstechniker von Skoda schon.

Der Superb leistet sich speziell im Komfort-Modus viel zu ausgeprägte Vertikalbewegungen der Karosserie, bei denen sich der eine oder andere Mitreisende vielleicht eine Halterung für kleine Plastiktüten wünscht. Immerhin: Die Amplituden sind lang, nicht spitz, dennoch störend.

Im Standard-Modus beruhigt sich der Kombi wieder ein wenig. Selbst auf „Sport“ federt er noch immer ausreichend komfortabel, räuspert sich nur bei Querfugen lauter, reduziert die Karosseriebewegungen auf ein akzeptables Niveau.

Der Volvo wankt weniger, reduziert aber auch den Federungskomfort deutlich. Vor allem Fahrer und Beifahrer registrieren viel Unruhe von den Vorderrädern – bis hin zu Poltergeräuschen. Ja, sicher, die 19-Zoll-Reifen mit 40er-Querschnitt tragen dazu bei, sind aber nur ein Teil des Problems. Die Fahrwerksabstimmung irrlichtert im Nirwana umher, streift dabei nur selten den Fixstern Federungskomfort, trifft aber auch nicht den Planeten Agilität.

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Volvo mit wenig Dynamik

Nein, dynamisch fährt er nun wirklich nicht, stattdessen unbedingt sicher durch frühes Untersteuern und eine konservative Auslegung der Stabilitätskontrolle. Und was treibt die Lenkung so? Ja, das wüsste der Fahrer auch gerne, vermisst verbindliche Rückmeldung. Nicht falsch verstehen: Unbedingte Dynamik muss nicht sein, aber ein klarer Fokus auf Komfort wäre stattdessen schön. Ach ja, falls Volvo weitere Wünsche für die Modellpflege des V90 entgegennimmt: Etwas mehr Laufkultur für den knurrigen Zweilitermotor wünschen wir uns, mehr Gelassenheit für das Automatikgetriebe ebenfalls. Dessen Spreizung passt, doch zuweilen gerät es grundlos in Hektik – und damit auch der 150 PS starke Vierzylinder-Diesel. Welchen Einfluss das auf die Fahrleistungen hat? Nun, eigentlich keinen – wegen des Gewichts, das neben der Zuladung auch die Dynamik einschränkt.

Der Skoda beschleunigt trotz identischer Motorleistung schneller aus dem Stand, läuft dabei kultivierter. Ähnlich langhubig ausgelegt wie das V90-Triebwerk, öffnet der TDI sein Drehzahlfenster weiter, spricht fixer an, dreht engagierter hoch.

Skoda liegt fahrdynamisch vorn

Auch wenn die technischen Daten auf ganz andere Leistungskurven schließen lassen, dreht das Superb-Aggregat über 4.000/min mit deutlich mehr Engagement, während das des Volvo ziemlich ausfranst. Die geringere Masse verhilft dem Skoda nicht nur zu ordentlicher Längsdynamik, er kann auch Kurven, am besten im Sportmodus – wegen der Karosseriebewegungen, Sie erinnern sich.

Volvo V90 D3 AWD, Interieur Foto: Achim Hartmann
Fahren? Kein Problem: tolle Sitze, gute Ergonomie, klassischer Getriebewahlhebel. Die Bedienung? Gibt`s im Café, nicht im V90.

Die Lenkung übertreibt es auch dann nicht mit den Haltekräften, die Rückmeldung passt, die möglichen Kurventempi übersteigen allerdings den Seitenhalt der Sitze. Selbst das Wechseln der Gänge macht Laune, der Schalthebel lässt sich leicht und exakt durch die sechs Gassen führen. Keine Lust darauf? Eine Automatik oder ein Doppelkuppler steht in dieser Variante nicht zur Wahl. Also sechsten Gang rein, die Durchzugskraft erledigt den Rest. Hilft auch, den Testverbrauch von 7,0 l/100 km zu erreichen (V90: 7,7 Liter).

Falls es wieder flotter vorangeht: Die Frage nach Traktion beantworten beide Kombis mit je einer elektronisch geregelten Lamellenkupplung, die eine Portion vom maximalen Drehmoment an die Hinterräder schickt, falls es die vorderen alleine nicht packen.

Darum muss sich der Fahrer nicht kümmern, es passiert unmerklich und schnell. Er kann stattdessen darüber nachdenken, wie er das ganze Gepäck unterbringt. Oder endlich der Wissenschaft unter die Arme greifen und das Phänomen der kongruent zur Fahrzeuggröße wachsenden Gepäckmenge erforschen.

Fazit

1. Skoda Superb Combi 2.0 TDI 4x4 L & K
454 Punkte

Geräumiger, dynamischer, komfortabler, sparsamer und auch noch günstiger - wenn der Superb auftaucht, wird´s finster für den V90. Nur bremsen dürfte er etwas besser.

2. Volvo V90 D3 AWD Inscription
418 Punkte

Eine Lichtgestalt, ja - wegen des Designs und der Haptik. Dazu eine menge Sicherheits-Features. In Anbetracht der hohen Kosten fährt er aber zu leidenschaftslos und unkomfortabel.

Technische Daten
Skoda Superb Combi 2.0 TDI 4x4 L&KVolvo V90 D3 AWD Inscription
Grundpreis41.350 €59.050 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4856 x 1864 x 1477 mm4936 x 1879 x 1475 mm
KofferraumvolumenVDA660 bis 1950 l560 bis 1526 l
Hubraum / Motor1968 cm³ / 4-Zylinder1969 cm³ / 4-Zylinder
Leistung110 kW / 150 PS bei 3500 U/min110 kW / 150 PS bei 4250 U/min
Höchstgeschwindigkeit213 km/h205 km/h
0-100 km/h9,4 s11,0 s
Verbrauch5,0 l/100 km5,3 l/100 km
Testverbrauch7,0 l/100 km7,7 l/100 km
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Neuester Kommentar

@gehro FHM nach diesem Äußerungen weiß man was dahinter steckt..nicht's.

Niemandsland 27. Februar 2018, 13:23 Uhr
Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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