VW T-Cross 1.0 TSI, Exterieur Hans-Dieter Seufert

VW T-Cross 1.0 TSI im Test

Ein VW Polo à la Tiguan

Da ist er: der Crossover-Bruder des VW Polo. Mit seiner Mini-SUV-Karosserie soll der neue T-Cross nicht nur praktischer sein, vor allem erweitert er das Angebot von VW in einem boomenden Segment. Was er kann, lesen Sie im Test.

Der Trend zu kleinen SUV und Crossover-Modellen bleibt ungebrochen. Diesmal hat Volkswagen die MQB-A0-Plattform als Basis hergenommen und im Prinzip einen Polo auf Stelzen gebaut: den T-Cross. Erhältlich ist er mit 95-PS-Motor ab 17.975 Euro; unser üppig ausgestatteter Testwagen mit 115-PS-Dreizylinder,DSG, R-Line-Paket und Style-Ausstattung kostet mit 33.040 Euro jedoch fast doppelt so viel.

Wie üblich sind Schweller- und Radhausverkleidungen aus dunklem, unlackiertem Plastik. Durch die hoch bauende Karosserie gewinnt der T-Cross im Vergleich zum Polo an Platz: Er bietet rund 100 Liter mehr Gepäckraum (455 bis 1.281 Liter), dazu drei Zentimeter zusätzliche Beinfreiheit für die Passagiere im Fond. Bedingung: Die serienmäßig verschiebbare Rücksitzbankmuss sich in der hintersten Position befinden.

Trotz der recht straffen Polsterung sind dieseSitzplätze durchaus für längere Strecken geeignet. Es gibt zwar weder eine Mittelarmlehne noch Ausströmer im Fond, wohl aber zwei USB-Ladeanschlüsse sowie ein kleines Ablagefach.

T-Cross setzt auf viele praktische Details

Die Rücksitzlehnen sind ausstattungsunabhängig im Verhältnis 60:40 umklappbar, wobei einenur leicht ansteigende Ladefläche entsteht: In Kombination mit der flach abschließenden Ladekante verschafft sie dem VW ordentlich Punkte bei der Handhabung. Ab der Life-Ausstattung ist auch die Beifahrersitzlehne nach vorn klappbar, was etwaden Transport einer durchschnittlichen Baumarkt-Bierbank ermöglicht.

VW T-Cross 1.0 TSI, Interieur
Hans-Dieter Seufert
Die Rücksitzlehnen sind ausstattungsunabhängig im Verhältnis 60:40 umklappbar, wobei einenur leicht ansteigende Ladefläche entsteht: In Kombination mit der flach abschließenden Ladekante verschafft sie dem VW ordentlich Punkte bei der Handhabung.

Wegen der guten Platzverhältnisse klappt das Einsteigen vorn wie hinten unbeschwert – eine Eigenschaft, auf die SUV- und Crossover-Fahrer häufig gesteigerten Wert legen. Die vorbildliche Ergonomie des Polo schafft es hingegen nicht ganz in den T-Cross, denn für die hier hohe, aufrechte Sitzposition müsste die Lenksäule weiter ausziehbar sein, damit sie für jede Fahrerstaturoptimal passt.

Komfortabel ist der Crossover dennoch, insbesondere weil er die hervorragende Konzern-Mittelarmlehne zwischen den Sitzen hat, die mit einem weiten Einstellbereich in Länge und Höhe für jeden passt. Weitere Abstriche gibt es dennoch: Wer seinen Ellenbogen gerne am oberen Ende der Türverkleidung abstützt, wird das wegen des nackten Hartplastiks nach einiger Zeit wenig angenehm finden: Irgendwann fängt’s an zu drücken. Die Armauflagen der vorderen Türtafeln sind zwar gepolstert, im Verhältnis zum Lenkrad allerdings relativ niedrig positioniert. Positiv hingegen: 1,5-Liter-Flaschen passen problemlos in die großen Türtaschen.

Saubere Verarbeitung, reichlich Hartplastik

Anders als im Polo gibt es im T-Cross kein geschäumtes Armaturenbrett. Dafür hat man hier eine Ablage oberhalb des Infotainment-Systems – wobei darauf abgelegte Gegenstände trotz Gummi-Unterlage in Kurven gerne mal auf Wanderschaft gehen. Insgesamt wirkt der Innenraum trotzdem recht solide, denn Details wie der mit Leder überzogene Hebel für die mechanische Handbremse und die vertraute Klimabedienung heben die Qualitätsanmutung. Die Klimasteuerung ist bedienergonomisch übrigens direkt aus dem Lehrbuch: ein Knopf für jede Funktion, leicht ablesbares Display.

Wie in den kleineren Fahrzeugklassen üblich setzt VW beim Infotainment auf die Bedienung via Touchscreen. Grundsätzlich ist das System übersichtlich aufgebaut, neben einem Lautstärkedrehregler links gibt es rechts am Monitor einen weiteren Drehknopf. Das hilft häufig bei der Bedienung während der Fahrt – aber nicht immer, denn etwa im Hauptmenü bleibt er ohne Funktion. Förderlich für die Bedienergonomie wären zudem physische Direktwahltasten statt der berührempfindlichen Display-Flächen.

VW T-Cross 1.0 TSI, Interieur
Hans-Dieter Seufert
Logische Anordnung der Bedienelemente und auch viele Ablagemöglichkeiten zeichnen den Innenraum des T-Cross aus.

Einen Stummschaltknopf gibt es nur mit dem kleinen Navi – oder mit dem großen, wenn die Sprachbedienung (225 Euro) nicht gebucht wurde. Dann funktionieren die Voice-Knöpfe auf Lenkrad und Touchscreen als Mute-Knöpfe. Durchdacht hingegen: Die Wiedergabe pausiert, sobald die Lautstärke auf null reduziert wird. Alternativ kann der Lautstärkeregler gedrückt werden, nur geht dann neben der Musik auch der Bildschirm aus. Ebenfalls durchdacht ist das Lenkradbedienfeld für den Abstandstempomat (255 Euro), über das mit vier Tasten die Geschwindigkeit in Einer- oder Zehnerschritten präzise einstellbar ist.

Ausreichender Motor, saubere Fahrdynamik

Der 1,0-Liter-Ottomotor mit 115 PS (6,9 Liter auf 100 Kilometer Testverbrauch) verkneift sich eine ausgeprägte Anfahrschwäche und ist für zügiges Mitschwimmen geeignet – mehr sollte man sich nicht erhoffen, schließlich wiegt der Fronttriebler fast 1,3 Tonnen. Bei hoher Last kommt etwas Dreizylinder-Radau in den Innenraum. Insgesamt ist das Geräuschniveau aber angenehm, weil weder nerviges Winddröhnen noch Verkleidungsknarzen zu hören sind.

Das tut dem Komfortniveau gut, wie auch das nachgiebige Fahrwerk, das straff genug federt, um starke Wankbewegungen zu vermeiden. Zügig gefahren reagiert der T-Crosspräzise. Ansonsten kommuniziert er anständig über die Lenkung und bremst kräftig.

VW T-Cross 1.0 TSI, Exterieur
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Fazit

Der VW T-Cross überzeugt mit gutem Raumangebot, vielen praktischen Details und solidem Komfort. Abstriche muss man bei der Materialauswahl im Innenraum machen.

Technische Daten

VW T-Cross 1.0 TSI Style
Grundpreis 25.275 €
Außenmaße 4108 x 1760 x 1584 mm
Kofferraumvolumen 455 bis 1281 l
Hubraum / Motor 999 cm³ / 3-Zylinder
Leistung 85 kW / 115 PS bei 5000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 193 km/h
0-100 km/h 10,7 s
Verbrauch 4,9 l/100 km
Testverbrauch 6,9 l/100 km
Alle technischen Daten anzeigen
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