Mit dem W 100, auch bekannt als Mercedes-Benz 600, hatten die Schwaben zwischen 1964 und 1981 eine Staats- und Repräsentations-Limousine im Programm, die zu ihrer Zeit als eines der luxuriösesten und teuersten Autos geschätzt wurde und bekannt war. Aktuell bietet Mercedes-AMG mit dem S 63 E Performance die stärkste Serien- S-Klasse der Welt an. Die Kombination aus Vierliter-V8-Biturbo und Elektromotor liefert satte 590 kW (802 PS) und ein maximales Drehmoment von 1.430 Newtonmetern.
Melange aus altem und neuem Mercedes-Flaggschiff
Man sollte meinen, wenn sich diese beiden Autos zu einem vereinen, dann kommt etwas Besonderes, höchstgradig Elegantes dabei heraus. Nun ja, der Tuner und Coachbuilder S-Klub LA hatte offenbar anderes im Sinn, als er eine Melange aus dem alten und dem neuen Mercedes-Flaggschiff ersann. Ergebnis dieses Projekts in der S-Klub LA 600 "Final Boss", der bereits im vergangenen Jahr bei der Tuningmesse SEMA in Las Vegas für Aufsehen sorgte und nun zum Verkauf steht (den Preis gibt es jedoch nur auf Anfrage).
Die technische Basis liefert – wie erwähnt – der aktuelle Mercedes-AMG S 63 E Performance. Für sein Final-Boss-Projekt schnappte sich Firmenchef Ed Sarkisyan die performante und allradgetriebene S-Klasse in der Langversion (Werkscode V 223) des Modelljahres 2024. Zuerst fuhr er die als Neuwagen erworbene Limousine selbst, bevor er irgendwann entschied, auf dieser Basis ein neues Projekt umzusetzen. Und die Verschmelzung aus W 100 sowie S-Klasse Langversion fand er deshalb naheliegend, weil deren Radstände fast identisch sind.
Passenderweise verfügt der 63er-AMG über die Executive-Sitze im Fond. Bedeutet: Der Final Boss ist ein Viersitzer, wobei das Interieur von S-Klub LA im Serienzustand belassen wurde. Die Leistung gibt die kalifornische Truppe mit 1.000 hp (1.014 PS) an. Allerdings verliert sie kein Wort darüber, wie sie die Leistungssteigerung bewerkstelligt hat.
W-100-Karosserie stammt vom rostigen Scheunenfund
Die unverkennbare Handschrift der Autokünstler aus Los Angeles trägt aber vor allem die handgefertigte Karosserie. Als Grundlage dient ein echtes W-100-Blechkleid eines 1971er-Modells, das als rostiger Scheunenfund in Texas ausfindig gemacht wurde. Die Karosserie hat S-Klub LA zuerst aufwändig restauriert und um breitere Kotflügel sowie ein Sichtcarbon-Dach ergänzt. Die Digital-Light-Scheinwerfer haben die Kalifornier ebenso eingepasst wie ein Lidar-System in den Kühlergrill.
Doch damit sind längst nicht alle Details erwähnt, mit denen der S-Klub LA 600 "Final Boss" die Blicke fängt. Es beginnt vorn mit der nur knapp über dem Boden kauernden, sehr offenherzigen Schürze. Die geschwungenen Außenspiegel setzen an den vorderen Kotflügeln an, während der Chrom rund um die Fensterflächen und in Form der Türgriffe einen kleinen Rest W-100-Flair bewahren soll.
Vor allem der Heckflügel polarisiert
Die Seitenschweller weisen im hinteren Bereich ein Luftleitelement auf. An solchen mangelt es im Heckbereich ganz sicher nicht. Als da wären: Spoiler an der hinteren Dachkante, geschwungener XXL-Flügel auf dem Kofferraumdeckel und stattlicher Diffusor im unteren Bereich. Aus diesem ragen seitlich auch die vier eckigen Endrohre der Abgasanlage heraus. Die dunkelgrüne Metallic-Lackierung mit hellgrünem Längsstreifen rundet das eigenwillige Erscheinungsbild ab.
