Das bewaffnete UGV (Unmanned Ground Vehicle/unbemanntes Bodenfahrzeug) wird vollständig aus der Distanz gesteuert und nutzt dabei mehrere Assistenzfunktionen. Ein oder zwei Operatoren an Steuerkonsolen reichen aus, um das System zu bedienen, auch ohne direkte Sicht auf das Fahrzeug. Entsprechend ist der Centurio X20 kein autonomes System im engeren Sinne, allerdings übernimmt das System einige eigenständige Funktionen. Im Mittelpunkt steht aber das Zusammenspiel mit bemannten Fahrzeugen.
So findet es selbstständig auf eine Route zurück, kann gespeicherte Fahrprofile erneut abfahren und einem anderen Fahrzeug folgen. Die Funktionen erinnern an Assistenzsysteme aus dem Pkw-Bereich, sind hier aber für den Einsatz im Gelände ausgelegt. Die Steuerung erfolgt über Funkverbindungen mit einer Reichweite von mehr als fünf Kilometern. Parallel dazu läuft ein gesicherter Kanal für die Waffensteuerung.
Das System kann vorgeschoben werden, etwa zur Aufklärung oder zur Sicherung. Gerade in unübersichtlichem Gelände oder in bebauten Gebieten lässt sich das Risiko für Soldaten reduzieren. Gleichzeitig bleibt die Entscheidung über den Einsatz der Bewaffnung beim Operator.

Das Centurio X20-System trägt das ferngesteuerte Waffensystem ARX 20 RCWS mit einer 20-mm-Kanone und einem Maschinengewehr im Kaliber 7,62 mm. Die Bedienung erfolgt vollständig aus der Distanz über stabilisierte Optiken und einen integrierten Laserentfernungsmesser.
Kompakte Plattform mit ungewöhnlicher Beweglichkeit
Technisch basiert der Centurio X20 auf einer vergleichsweise kompakten Plattform. Mit 350 cm Länge, 190 cm Breite und 120 cm Höhe bleibt das Fahrzeug niedrig. Das Gewicht liegt bei 2.800 kg.
Der Antrieb erfolgt über einen Dieselmotor mit 60 kW Leistung. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 45 km/h. Auffällig ist die Lenkung. Neben klassischer Geometrie sind auch gegenläufige und parallele Lenkbewegungen möglich. Das erlaubt enge Wendemanöver oder seitliches Versetzen, ähnlich wie bei spezialisierten Baustellenfahrzeugen. Im Gelände schafft das System Steigungen von bis zu 60 Prozent.
Sensorik ersetzt die Sicht
Da kein Fahrer im Fahrzeug sitzt, übernimmt die Sensorik die Wahrnehmung der Umgebung. Ein 360-Grad-Kamerasystem liefert ein Rundumbild. Ergänzt wird es durch Nachtsichttechnik mit Infrarot- und Restlichtsensoren. Für den Operator entsteht so eine digitale Sicht auf das Fahrzeugumfeld. Die Bedienung ähnelt eher einer Kombination aus Fahrsimulator und Drohnensteuerung als einem klassischen Cockpit.
Die Sensorik ist zudem mit der Waffenanlage gekoppelt. Stabilisierte Optiken und ein Laserentfernungsmesser sorgen dafür, dass Ziele auch während der Fahrt erfasst werden können.
Bewaffnung als fernbedientes Modul
Zentrales Element ist ein fernbedienbares Waffenmodul. In der gezeigten Version kommt eine 20-mm-Kanone zum Einsatz. Ergänzt wird sie durch ein Maschinengewehr im Kaliber 7,62 mm.
Die komplette Bedienung erfolgt aus der Distanz. Der Operator wählt Ziele, richtet die Waffe aus und löst den Schuss aus. Die Stabilisierung der Anlage sorgt dafür, dass dies auch in Bewegung möglich ist. Alternativ sind auch stärkere Varianten vorgesehen, etwa mit größerem Kaliber. Damit bleibt die Plattform flexibel für unterschiedliche Einsatzprofile.
Technischer Ansatz im Gesamtkonzept
Der Centurio X20 zeigt, wie sich klassische Fahrzeugtechnik und Robotik verbinden. Fahrwerk, Antrieb und Bewaffnung entsprechen bekannten militärischen Systemen. Neu ist die konsequente Trennung von Fahrzeug und Bediener. Im Einsatz könnte das Fahrzeug Aufgaben übernehmen, bei denen bisher ein bemanntes Fahrzeug notwendig war. Gleichzeitig bleibt die Steuerung bewusst nicht vollständig automatisiert.
Der technische Schwerpunkt liegt damit auf Assistenz, Vernetzung und Fernsteuerung. Systeme wie dieses lassen sich in bestehende Strukturen integrieren und erweitern deren Möglichkeiten.





