Fünf Dashcams im Test, asv1019 iStock

Nachrüstgeräte zwischen 80 und 250 Euro

5 Dashcams im Test

Kommt es unterwegs mit dem Auto zu einem Unfall, können Dashcams helfen, die Schuldfrage zu klären. Wir haben fünf Nachrüstgeräte zwischen 80 und 250 Euro für Sie getestet.

Wenn es auf der Straße knallt, sind nicht immer Zeugen zur Stelle. Bei der Unfall-aufklärung können aber sogenannte Dashcams helfen – kleine Kameras mit Aufzeichnungsfunktion, die von innen an der Frontscheibe angebracht werden. Lange Zeit handelten die Nutzer solcher Geräte in einer rechtlichen Grauzone, bis der Bundesgerichtshof im Mai 2018 urteilte, dass Dashcams vor Gericht grundsätzlich als Beweismittel zulässig seien. Im Anschluss daran stieg nicht nur nur die Nachfrage, auch das Angebot fällt heute umfangreicher aus denn je. Unterschiede finden sich nicht nur bei der Bildauflösung, sondern auch in Ausstattungsdetails wie dem GPS-Modul oder Fahr-assistenzsystemen.

Dashcam-Screenshot Russland

Für unseren Test haben wir bei acht Anbietern jeweils das Topmodell angefragt, fünf von ihnen konnten termingerecht liefern. Um Missverständnisse auszuräumen: Wer seine Urlaubsfahrt an die Ostseeküste im Video festhalten möchte, trifft mit einer Dashcam die falsche Wahl – und begibt sich aufs datenschutzrechtliche Glatteis. Denn die Karlsruher Richter haben entschieden, dass Dashcams nicht dauerhaft aufzeichnen dürfen. Stattdessen sollen immer nur Clips von wenigen Minuten gespeichert werden.

Die meisten Hersteller wollen den Vorschriften durch eine sogenannte Schleifenaufnahme gerecht werden. Ist die Dashcam aktiviert, zeichnet sie in Schleifen (Loops) zwischen einer und zehn Minuten auf. Gespeichert wird das Bildmaterial erst dann dauerhaft, wenn die Kamera eine Erschütterung, beispielsweise bei starkem Bremsen oder einer Kollision, erkennt. Andernfalls wird die Datei verworfen. Alternativ lässt sich der letzte Loop auch per Tastendruck manuell speichern.

Folgende Dashcams haben wir getestet:

Apeman C860 (110 Euro)

max. Auflösung: 1.440p; Speichermedium: Micro-SD-Karte; Aufnahme: Loop(1, 3, 5 min); Speichern über: Bewegungserkennung, Parküberwachung (Vibration startet Aufnahme), Tastendruck; Display: 2,7-Zoll-LCD; Fahrassistenten: keine; GPS: nein.

 Preis ist für die Bildqualität und Ausstattung angemessen.
 Großer Bildschirm (2,7 Zoll), lässt sich gut ablesen.
 Deutsche Übersetzung des Handbuchs ist schwer verständlich.
 Bildausschnitt fällt mit der 150-Grad-Linse recht eng aus.

Blaupunkt BP 2.5 FHD (80 Euro)

max. Auflösung: 1.080p; Speichermedium: Micro-SD-Karte; Aufnahme: Loop(3, 5, 10 min); Speichern über: G-Sensor, Tastendruck; Display: 2-Zoll-LCD; Fahrassistenten: keine; GPS: nein.

 Mit 80 Euro günstigstes Modell im Test.
 Dank Click-Adapter lässt sich die Kamera trotz Klebebefestigung von der Scheibe abnehmen.
 Bildausschnitt deckt den Querverkehr nur bedingt ab.
 Bildschirm (2 Zoll) schlecht ablesbar.

Garmin 65W (250 Euro)

max. Auflösung: 1.080p; Speichermedium: Micro-SD-Karte (mitgeliefert); Aufnahme: Loop(1 min); Speichern über: G-Sensor, Tastendruck, Sprachbefehl; Display: 2-Zoll-LCD; Fahrassistenten: Spurhalte- und Auffahrwarner, Warner vor Blitzgeräten; GPS: ja.

 Großer Bildausschnitt mit hoher Darstellungsqualität.
 Umfangreiche Fahrassistenten.
 Hoher Preis.
 Der nur zwei Zoll große Bildschirm lässt sich schwer ablesen.

Rollei Car DVR 318 (160 Euro)

max. Auflösung: 1.440p; Speichermedium: Micro-SD-Karte, SDHC-Speicherkarte; Aufnahme: Loop(1, 3 min); Speichern über: G-Sensor, Tastendruck, Parküberwachung (Vibration startet Aufnahme); Display: 2,31-Zoll-LCD; Fahrassistenten: keine; GPS: ja.

 Helles und hoch aufgelöstes Bild.
 GPS-Sensor integriert.
 Mitgelieferte PC-Software bietet umfangreiche Möglichkeiten zur Auswertung der Videos
 Keine Assistenzsysteme trotz hohem Preis

Transcend DrivePro 230 Plus (160 Euro)

max. Auflösung: 1.080p; Speichermedium: Micro-SD-Karte (mitgeliefert); Aufnahme: Loop(1 min); Speichern über: G-Sensor, Tastendruck; Display: 2,31-Zoll-LCD; Fahrassistenten: Spurhalteassistent, Auffahr- und Tempowarner; GPS: ja.

 Vorgaben zum Datenschutz sind durch zeitlich eng begrenzte Schleifenaufnahme zweifellos erfüllt
 Umfangreiche Ausstattung mit GPS und WLAN (Smartphone-App)
 Taste zur Notfallaufnahme farbig hervorgehoben und seitlich platziert
 Bild könnte etwas heller sein

Alle Modelle orientieren sich an der gesetzlichen Vorgabe

Das Modell Car DVR 318 von Rollei nimmt ebenfalls in Schleifen auf (wahlweise eine oder drei Minuten lang). Hierbei werden jedoch zunächst alle Clips gespeichert. Erst wenn die Speicherkarte voll ist, löscht die Kamera die älteste Aufnahme.

Transcend hat für den Test eine ganz neue Dashcam bereitgestellt, die noch nicht erhältlich ist, geschweige denn einen Namen hat. Basis für das neue Gerät ist die Autokamera DrivePro 230, weshalb wir die Dashcam für diesen Test DrivePro 230 Plus tauften. Während die alte Modell- generation umfangreichere Videosequenzen speicherte, sichert die neue Version nur noch maximal zwei Aufnahmen von je einer Minute. Transcend will sich dadurch streng an die gesetzlichen Vorgaben halten, um den geringstmöglichen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte sicherzustellen. Auf eine Überwachung des Parkraums um das Mobil verzichtet Transcend ebenfalls. Apeman und Rollei dagegen ermöglichen die Aufzeichnung im Stand. Um die Batterie zu schonen, wird die Kamera erst aktiviert, nachdem eine Erschütterung stattgefunden hat.

Auffallend unauffällig sind die Maße der Kameras. Keines der Testexemplare ist nennenswert größer als ein Handteller. Das ist auch wichtig, da die Dashcams das Sichtfeld an der Frontscheibe nicht beeinträchtigen dürfen.

Eine andere Größe, nämlich die der Speicherkapazität, spielt ebenfalls eine Rolle, und zwar in Bezug auf die Bildauflösung. Die Kameras von Apeman und Rollei liefern hier einen Spitzenwert von 1.440p (2.560 x 1.440 Pixel, WQHD). Diese Pixelanzahl entspricht dem Vierfachen der HD-Auflösung – dementsprechend steigen aber auch die Dateigröße und der benötigte Speicherplatz. Auf den Testaufnahmen konnten wir keine gravierenden Unterschiede zwischen Full-HD 1.080p (1.920 x 1.080 Pixel) und WQHD feststellen. Beide Auflösungen ermöglichen ein ausreichend scharfes Bild.

Fünf Dashcams im Test, asv1019
Fünf Dashcams im Test, asv1019 Fünf Dashcams im Test, asv1019 Fünf Dashcams im Test, asv1019 Fünf Dashcams im Test, asv1019 11 Bilder

Fazit

Die umfangreichste Ausstattung bietet das Modell C860 von Apeman. Zum Preis von 110 Euro liefert der chinesische Hersteller zwei Kameras mit einem Aufnahmewinkel von jeweils 150 Grad. Während eine Linse das Geschehen vor dem Fahrzeug beobachtet, zeichnet die zweite Kamera den Bereich hinter dem Heck auf. Die beiden Kameras müssen jedoch mit einem sechs Meter langen Kabel verbunden werden, da sich die Speicherkarte und die Aufnahmetechnik nur im vorderen Gerät befinden. Die Montage ist daher nicht immer möglich. Punktabzug gibt es außerdem für das schlecht übersetzte Handbuch.

Blaupunkts BP 2.5 FHD sticht durch ihr dreieckiges Design hervor. Die 1.080p-Dashcam wird mit einer Adapterplatte und einem 3M-Klebeband auf die Frontscheibe geklebt. Die genaue Position sollte allerdings ermittelt werden, bevor die Schutzfolie vom Klebestreifen entfernt wird. Denn einmal aufgeklebt, lässt sich die Kamera nur schwer nochmals umsetzen. Im Gegensatz zu den Saugnapfhaltern kann sich die verklebte Kamera bei einem Unfall dafür nicht verdrehen.

Die hochpreisigen Modelle von Garmin, Rollei und Transcend sind allesamt mit einem GPS-Sensor ausgestattet. Damit zeichnet die Kamera Position und Geschwindigkeit auf – und kann einem Sachverständigen wertvolle Informationen liefern. Ebenfalls in der Preisklasse ab 160 Euro zu finden sind diverse Fahrassistenzsysteme. So dienen die Kameras als Spurhalteassis-tent und Auffahrwarner. Diese Systeme funktionieren zwar nicht so präzise wie die in Pkw fest installierten Assistenten. Ein zusätzliches Plus an Sicherheit bieten sie aber allemal.

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