Mit dem "Piano operativo 2026" wird der Zugang zur Altstadt neu geregelt. Im Mittelpunkt steht dabei vor allem ein Punkt, der Autofahrer direkt betrifft.
Altstadt wird am Nachmittag dicht gemacht
An insgesamt 31 Tagen bleibt die Altstadt zwischen 14:00 Uhr und 19:00 Uhr für Autos gesperrt. Die Regel gilt vor allem an Wochenenden, Feiertagen und in der Hauptsaison, also genau dann, wenn sich die Besucherströme bündeln.
Die Maßnahme zielt auf die kritischen Stunden am Nachmittag. Wenn Tagesgäste, Hotelgäste und Ausflugsverkehr gleichzeitig eintreffen, kommt es regelmäßig zum Stillstand auf der einzigen Zufahrtsstraße. Rettungsfahrzeuge sollen jederzeit durchkommen. Für alle anderen gilt an diesen Tagen, dass die Fahrt direkt bis ins Zentrum nicht mehr möglich ist.
Der erste Test kommt schnell. Am 4.4.2026 greifen die Maßnahmen erstmals, auch an den folgenden Osterfeiertagen. Gerade diese Tage gelten als besonders anfällig für Überlastung. Entsprechend genau wird beobachtet, ob die neuen Regeln den gewünschten Effekt bringen.
Anreise wird nach außen verlagert
Stattdessen lenkt die Stadt den Verkehr bewusst vor die Altstadt. Der Parkplatz Grifo wird zur zentralen Drehscheibe, von dort geht es weiter per Shuttle oder auf anderen Wegen.
Der Ansatz ist klar. Autos raus aus dem Zentrum, Zufluss kontrollieren und die letzte Strecke anders organisieren.
- Der kostenlose Shuttle ab Parkplatz Grifo fährt künftig bis 21:00 Uhr
- Reisebusse dürfen nur noch mit vorheriger Buchung auf den Parkplatz Monte Baldo
- Hotels setzen verstärkt auf elektrische Golfcarts für die letzten Meter
- Die Zahl der Anwohnerparkplätze steigt auf 87
Mehr Personal und mehr Kontrolle
Parallel dazu wird sichtbar aufgestockt. Die sogenannten Street Tutors, die Besucherströme lenken, sind deutlich häufiger im Einsatz. Auch Polizei und Rettungsdienste werden verstärkt. Die Eingriffe sind eine direkte Reaktion auf die Situation im vergangenen Jahr. Damals waren Wege blockiert, Einsatzkräfte kamen nur verzögert durch, und der Ort war zeitweise kaum noch kontrollierbar.
Zusätzlich sollen mehr Bootsverbindungen helfen, den Druck von der Straße zu nehmen. Besucher sollen stärker auf den See ausweichen, statt mit dem Auto bis ins Zentrum zu fahren.
Kein Ticket-System wie in Venedig
Ein Zugangssystem mit Reservierung wurde diskutiert, aber verworfen. Stattdessen setzt die Gemeinde darauf, die Anreise zu lenken und zeitlich zu entzerren.
Bürgermeisterin Luisa Lavelli spricht von einem ersten Schritt in Richtung eines langfristigen Konzepts. Der Plan ist Teil des Projekts "Sirmione 2030", das den Tourismus dauerhaft organisieren soll.





