Der bisherige Mercedes-Chefdesigner Gorden Wagener, der Ende Januar seinen Posten aufgegeben hat, hält Künstliche Intelligenz auch im Autodesign für eine echte Herausforderung. Bislang sei er im Umgang mit KI sehr kritisch gewesen. "Aber im letzten halben Jahr hat es hier große Fortschritte gegeben", so Wagener im Gespräch mit auto motor und sport. Der Mensch werde dennoch der entscheidende Faktor bleiben. "Aus meiner Sicht wird man immer einen Designer benötigen, die werden nicht durch KI ersetzt", ist Wagener überzeugt. "Aber ich glaube, künftig zeichnen sie nicht mehr so viel, sie coden viel mehr. Das könnte disruptiv werden, denn das Tool ist sehr mächtig."
EQE- und EQS-Design haben alle mitgetragen
Gefragt nach seinen persönlichen Meilensteinen nennt Wagener drei Favoriten. "Die Sportwagen zählen sicher zu den Heroes, aber ein ganz besonderes Baby ist die erste Generation des GT, ein ganz besonderer Exot der Project One. Und natürlich auch der Maybach 6, der als Zweisitzer in Kalifornien entstanden ist." Als Designchef habe er sich "immer bemüht, authentisch zu sein und das Design der Autos auch innerhalb der Organisation einflussreich zu machen. Man muss Design verkaufen – das ist eine Kunst. Ich habe versucht, das möglichst perfekt zu machen, auch mit der Art, wie wir die Shows drum herum inszeniert haben."
Auch zur Kritik an seinen bei den Kunden nicht positiv aufgenommen Entwürfen der Elektromodelle EQE und EQS äußert sich Wagener. "Wir haben im Design beides dargestellt: eine klassische Drei-Box-Limousine und ein sogenanntes Electric Purpose Design – es sollte schließlich auch ein sehr progressives Design sein, das keine Konkurrenz zur S-Klasse darstellt. Diese Entscheidung haben wir bei Mercedes alle mitgetragen."





