Während der Spritpreis in Deutschland weitgehend vom Markt bestimmt wird, greifen viele europäische Staaten deutlich stärker ein. Ein Überblick, wer mit welchen Maßnahmen den Preis für Diesel und Benzin in Europa niedrig hält.
1. Staatliche Höchstpreise für Benzin und Diesel
Einige Länder greifen direkt in die Preisbildung ein und legen maximale Literpreise fest. Tankstellen dürfen diese Preise nicht überschreiten. Grundlage sind meist staatliche Berechnungsformeln, die internationale Kraftstoffpreise, Transportkosten, Steuern und Handelsmargen berücksichtigen.
In Luxemburg veröffentlicht das Wirtschaftsministerium regelmäßig Höchstpreise für Benzin und Diesel. Tankstellen dürfen diese Preise nicht überschreiten. In Kombination mit relativ niedrigen Kraftstoffsteuern gehört Luxemburg deshalb häufig zu den günstigeren Tankländern in Westeuropa.
Auch Belgien arbeitet mit einem solchen System. Der Staat berechnet anhand einer offiziellen Formel den maximal zulässigen Verkaufspreis für Kraftstoffe. Die Preisobergrenzen werden regelmäßig angepasst.
In Slowenien legt die Regierung Referenzpreise fest und begrenzt gleichzeitig die Margen der Tankstellenbetreiber. Kroatien nutzt ebenfalls Preisobergrenzen für Benzin und Diesel, um starke Preissprünge zu verhindern.
Auch Ungarn setzt regelmäßig Preisdeckel ein. Tankstellen dürfen Kraftstoff dann nicht teurer verkaufen als den staatlich festgelegten Literpreis.
2. Regulierte Preiserhöhungen an Tankstellen
Andere Länder greifen nicht direkt in den Literpreis ein, sondern regulieren die Preisänderungen an Tankstellen.
Das bekannteste Beispiel ist Österreich. Tankstellen dürfen ihre Preise nur zu bestimmten Zeitpunkten erhöhen. Lange galt eine Regel von maximal einer Preiserhöhung pro Tag, während Preissenkungen jederzeit erlaubt sind.
In der aktuellen Diskussion über steigende Spritpreise wird dieses Modell weiter verschärft. Preiserhöhungen sollen künftig nur noch wenige Male pro Woche möglich sein. Ziel ist es, starke Preissprünge zu verhindern und die Preisentwicklung für Autofahrer transparenter zu machen.
3. Staatlicher Einfluss über Mineralölkonzerne
In einigen Ländern nimmt der Staat indirekt Einfluss auf den Markt über große Mineralölunternehmen.
In Polen spielt der Konzern Orlen eine zentrale Rolle. Das Unternehmen befindet sich mehrheitlich im Besitz des Staates und betreibt ein großes Tankstellennetz sowie mehrere Raffinerien. Dadurch kann die Regierung indirekt Einfluss auf die Preisentwicklung nehmen.
Auch in Ungarn ist der Mineralölkonzern MOL ein dominierender Marktakteur. Der Staat hat erheblichen Einfluss auf das Unternehmen und kann so indirekt auf den Kraftstoffmarkt einwirken.
4. Niedrigere Steuern als wichtigster Preisfaktor
Ein weiterer Weg zu günstigeren Spritpreisen sind niedrigere Energiesteuern. Da Steuern einen großen Teil des Literpreises ausmachen, wirkt sich dieser Faktor direkt auf die Preise aus.
Tschechien, Bulgarien und Rumänien halten die Abgaben auf Kraftstoffe vergleichsweise niedrig. Deshalb sind Benzin und Diesel dort häufig günstiger als in vielen westeuropäischen Ländern.





