Der Lada Niva hatte in Deutschland stets eine treue Fangemeinde. Doch nun sind der urige russische Geländewagen und seine etwas – aber nicht viel – moderneren Pkw-Geschwister endgültig nicht mehr in Deutschland erhältlich: Der deutsche Lada-Importeur ist pleite und hat seinen Betrieb eingestellt. Das bestätigte der Insolvenzverwalter Hendrik Heerma von der Hamburger Kanzlei Fink Rinckens Heerma mehreren Medien. Damit gehen bei der Lada Automobile GmbH in Buxtehude und Neu Wulmstorf endgültig die Lichter aus. Die letzten zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlieren ihre Jobs. Die Website des Unternehmens ist bereits offline.
Nicht die erste Insolvenz für Lada Deutschland
Das Drama kündigte sich schon länger an: Bereits im Dezember 2025 hatte der damalige Geschäftsführer Dieter Trzaska den Betrieb stillgelegt, Ende Januar hatte das Amtsgericht Tostedt das Insolvenzverfahren eröffnet. Der Insolvenzverwalter schritt zur Tat, doch seine Arbeit war nicht von Erfolg gekrönt: "Ein Käufer für das seit längerer Zeit in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befindliche Unternehmen konnte nicht gefunden werden", sagt Heerma bei "Bild". "Ein bislang identifizierter Insolvenzgrund waren die seit Jahren stark rückläufigen Verkaufszahlen."
Es ist nicht die erste Pleite, die ein offizieller Lada-Importeur für Deutschland durchmacht. Bereits 1999 rutschte die Vorgängerfirma aus Neu Wulmstorf erst tief in die roten Zahlen und dann in die Insolvenz. Das Unternehmen war damals nicht mehr zu retten, die letzten 45 von einst 300 Beschäftigten waren freigestellt worden. Es folgte kurze Zeit später die Neugründung als Lada Automobile GmbH in Buxtehude, und der Vertrieb des Niva und seiner Modellgeschwister lief wieder an.
Erst Fast-Kollaps, dann Rückzug
Doch nach einem weiteren Vierteljahrhundert ist nun erneut Schluss für Lada in Deutschland. Auch das kündigte sich lange an. Bereits 2009 stand der Lada-Hersteller Avtovaz im Zuge der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise vor dem Kollaps. Nur die Entlassung von etwa 27.000 Beschäftigten und eine große Finanzspritze des französischen Anteilseigners Renault sicherten das Überleben. 2020 zog sich Avtovaz dann aus Deutschland und den meisten westeuropäischen Märkten zurück; der deutsche Importeur erhielt auf offiziellem Wege keine Autos mehr. Der Grund: Die Motoren erfüllten die Abgasvorschriften der EU nicht mehr.
Die Lada Deutschland GmbH holte jedoch weiter Autos auf eigene Faust nach Deutschland. Nach der russischen Invasion in der Ukraine im Frühjahr 2022 wurde allerdings auch dieses Geschäft aufgrund von Sanktionen und anderer Hürden immer schwieriger. Die neuerliche Insolvenz war eine logische Folge dieser Entwicklung. 2025 wurden offiziellen Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) zufolge gerade einmal drei Ladas in Deutschland neu zugelassen (alles Nivas). Im Vorjahr waren es nur 33.
Russischer Neuwagenmarkt zusammengebrochen
Ob die Marke je wieder nach Deutschland zurückkehrt oder generell überlebt, steht derzeit in den Sternen. Seit Beginn des Krieges in der Ukraine brach der russische Neuwagenmarkt ein; weil stetig die Kaufkraft sinkt, greifen in Russland immer mehr Autokäuferinnen und Autokäufer zu Gebrauchtwagen. Und wenn es ein neues Modell sein soll, dann inzwischen eher ein importiertes aus chinesischer Produktion, das in der Regel eine deutlich modernere Technik bietet. Die einheimischen Marken, darunter Lada, fallen technisch dagegen immer weiter zurück. Nicht zuletzt deshalb, weil sich die westlichen Hersteller vom dortigen Markt und aus den Joint-Venture-Unternehmen zurückgezogen und sich mit ihnen auch die Zulieferer verabschiedet haben.
Hinweis: Im Video nach dem zweiten Absatz und in der Fotoshow über dem Artikel präsentieren wir Ihnen eine Gebrauchtwagenberatung des Lada Niva.





