Die Ersatzmaut trifft vor allem Autofahrer und Motorradreisende, die versehentlich oder absichtlich ohne gültige Vignette fahren. Für Pkw bis 3,5 Tonnen beträgt die Ersatzmaut jetzt 200 Euro statt bisher 120 Euro. Motorradfahrer zahlen 100 Euro statt 65 Euro. Busse und schwere Fahrzeuge sind je nach Gewichtsklasse noch teurer. Die österreichische Asfinag will damit bewirken, dass Mautsünder den finanziellen Druck sofort spüren.
Höhere Strafen bei verspäteter Zahlung
Wird die Ersatzmaut nicht direkt bei einer Kontrolle beglichen, folgt automatisch ein Verwaltungsstrafverfahren. Dann drohen Geldstrafen zwischen 300 und 3.000 Euro, die auch in Deutschland vollstreckt werden können. Die Behörden raten dazu, den Betrag sofort vor Ort – bar oder per Kreditkarte – zu bezahlen, um zusätzliche Kosten und Verwaltungsaufwand zu vermeiden.
Ein häufiger Grund für Strafen ist eine falsch angebrachte Klebevignette. Sie muss gut sichtbar an der Innenseite der Frontscheibe kleben und darf nicht auf einem getönten Randstreifen angebracht sein. Wird sie dort von Kameras nicht korrekt erkannt, gilt die Fahrt als unbezahlte Nutzung der Autobahn. Wer künftig auf die digitale Variante umsteigt, vermeidet diese Fehlerquelle – muss aber prüfen, ob das Kennzeichen und der Gültigkeitszeitraum korrekt eingetragen sind.
Neue Preise und rote Jahresvignette
Parallel zur höheren Ersatzmaut hat Österreich auch die regulären Mautpreise angehoben. Für Autofahrer kostet die Vignette nun 9,60 Euro für einen Tag, 12,80 Euro für zehn Tage, 32 Euro für zwei Monate und 106,80 Euro im Jahr. Motorradfahrer zahlen zwischen 3,80 Euro (Tag) und 42,70 Euro (Jahr). Die Jahresvignette für 2026 ist rot – die grüne Version von 2025 ist nicht mehr gültig.
Ab 2027 soll die Klebevignette vollständig abgeschafft und durch die digitale Variante ersetzt werden. Das Ziel ist ein einheitliches und kontrollfreundlicheres System auf allen österreichischen Schnellstraßen.
Vorsicht vor Fälschungen im Internet
Die Vignetten sollten ausschließlich über die offizielle Seite der Asfinag oder über bekannte Verkehrsclubs wie den ADAC oder ÖAMTC erworben werden. Mehrfach warnt die Asfinag vor täuschend echten Fake-Shops, die keine gültige Vignette liefern und Bankdaten missbrauchen. Autofahrer sollten daher immer die Internetadresse im Browser prüfen.












