Die Entscheidung zur Abschaffung der Crit'Air-Plakette wurde im Rahmen eines Gesetzes zur Vereinfachung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen getroffen. Eine Mehrheit der Mitglieder der Commission mixte paritaire stimmte für die Streichung des ZFE-Systems. Damit ist der Weg frei für die Schlussabstimmungen in der Nationalversammlung und im Senat, die Ende Januar 2026 stattfinden sollen. Bis dahin bleibt die Plakette weiterhin Pflicht.
Ursprüngliche Ziele der ZFE
Die ZFE-Zonen wurden 2019 eingeführt, um die Luftqualität in dicht besiedelten Gebieten zu verbessern. Laut der französischen Gesundheitsbehörde Santé publique France sind jährlich rund 40.000 Todesfälle auf Feinstaubpartikel zurückzuführen. Befürworter der Zonen verweisen auf eine deutliche Reduktion von Stickstoffdioxid in Städten wie Paris und Lyon. Doch die Maßnahmen stießen auch auf Kritik, da sie vor allem Haushalte mit geringem Einkommen belasteten.
Auswirkungen auf Reisende und Camper
Für Reisende, insbesondere Camper mit älteren Fahrzeugen, könnte die Abschaffung der Plakette eine Erleichterung bedeuten. Ohne die bürokratischen Hürden der Crit'Air-Pflicht könnten spontane Reisen durch Städte wie Paris und Lyon wieder möglich werden. Doch es bleibt unklar, ob einzelne Kommunen weiterhin lokale Zufahrtsbeschränkungen erlassen dürfen.
Juristische und politische Unsicherheiten
Die geplante Abschaffung ist nicht unumstritten. Vertreter der Regierungsfraktionen sehen die Streichung als gesetzesfremden Anhang, der vom Verfassungsrat gekippt werden könnte. Zudem könnten Rückforderungen europäischer Fördermittel drohen, da mehrere Projekte zur Luftreinhaltung aus EU-Mitteln finanziert wurden.
Perspektiven für die Zukunft
Sollte das Gesetz verabschiedet werden, könnte es einen Paradigmenwechsel in der französischen Umweltpolitik markieren. Doch die Unsicherheiten rund um die juristische und politische Umsetzung werfen Fragen auf. Für Reisende bleibt die Situation bis zur endgültigen Klärung unübersichtlich.





