Ministerin Reiche schlägt Alarm: Ab Ende April drohen Engpässe bei Benzin und Diesel

Ministerin Reiche schlägt Alarm
Ab Ende April drohen Engpässe bei Benzin und Diesel

ArtikeldatumVeröffentlicht am 26.03.2026
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Zapfhahn Tanlkstelle Knoten
Foto: 03/2026, Zapfhahn Tanlkstelle Knoten

Sollte der Konflikt im Nahen Osten anhalten, könnten sich laut Reiche ab Ende April oder im Mai erste Versorgungsprobleme zeigen.

Noch gebe es keine Knappheiten beim Volumen. Die Aussage bezieht sich ausdrücklich auf ein mögliches Szenario bei anhaltender Eskalation. Parallel dazu sind die Kraftstoffpreise bereits gestiegen.

Verbraucherschützer raten von Hamsterkäufen ab

Aus Sicht von Verbraucherschützern besteht derzeit kein Anlass für kurzfristige Vorratskäufe. Es wird davon abgeraten, größere Mengen Kraftstoff in Kanistern zu lagern.

Empfohlen wird stattdessen, den Tank im Alltag nicht komplett leerzufahren und ein übliches Mindestniveau zu halten. Ziel ist es, zusätzliche Nachfrage und damit verbundene Belastungen für die Versorgung zu vermeiden.

Auswirkungen für Autofahrer und Wirtschaft

Für Verbraucher zeigen sich die Entwicklungen bereits an den Preisen. Sollte sich die Lage weiter zuspitzen, sind zusätzliche Effekte möglich:

  • stärkere Preisschwankungen an Tankstellen
  • steigende Transportkosten
  • höhere Preise für Waren und Dienstleistungen
Katherina Reiche
03/2026, Katherina Reiche

Nutzen Sie unsere Spritpreis-App

Um ein wenig die Kraftstoffkosten für die Urlaubsreise oder den Ausflug zu minimieren, sollten Autofahrer nach Möglichkeit die Schwankungen der Kraftstoffpreise im Tagesverlauf nutzen.

Für eine aktuelle Übersicht bietet sich unsere kostenlose Spritpreis-App "mehr tanken" (Google Play-Store oder Apple App-Store) an, die die aktuellen Kraftstoffpreise, eine Preis-Prognose und günstige Tankstellen in der Nähe anzeigt. Dort finden auch E-Auto-Fahrer Ladepunkte und deren Preise.

Hoher täglicher Verbrauch erhöht die Abhängigkeit

Deutschland zählt zu den größten Kraftstoffverbrauchern Europas. Nach aktuellen Daten liegt der tägliche Bedarf bei rund:

  • etwa 90 bis 100 Millionen Liter Diesel pro Tag
  • etwa 45 bis 50 Millionen Liter Benzin pro Tag

Damit werden täglich deutlich über 130 Millionen Liter Kraftstoff verbraucht.

Diesel ist vor allem für den Güterverkehr und gewerbliche Nutzung relevant. Benzin dominiert im Pkw-Verkehr. Der hohe Gesamtbedarf erhöht die Abhängigkeit von stabilen Importen und funktionierenden Lieferketten.

Woher Benzin und Diesel nach Deutschland kommen

Die Versorgung erfolgt über ein europäisch vernetztes System aus Raffinerien, Importen und Transportwegen. Besonders beim Diesel ist Deutschland auf Lieferungen aus dem Ausland angewiesen.

Ein großer Teil der Importe kommt aus den Niederlanden und Belgien. Die Häfen Rotterdam und Antwerpen zählen zu den wichtigsten Umschlagplätzen für Mineralölprodukte in Europa. Von dort gelangt Diesel per Pipeline, Binnenschiff und Lkw nach Deutschland.

Weitere Mengen kommen aus Polen sowie aus internationalen Märkten wie den USA und dem Middle East. Diese Lieferungen erreichen Europa überwiegend per Tankschiff.

Benzin wird dagegen zu großen Teilen in deutschen Raffinerien produziert. Importe spielen eine geringere Rolle, zeitweise exportiert Deutschland sogar Überschüsse, unter anderem in die USA.

Straße von Hormus als zentraler Risikofaktor

Ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor liegt außerhalb Europas. Durch die Straße von Hormus wird ein erheblicher Teil des weltweiten Ölhandels transportiert.

Kommt es dort zu Einschränkungen, kann sich das Angebot kurzfristig verknappen. Die Folge sind steigende Rohölpreise, die mit Verzögerung auch an den Tankstellen ankommen.

Der Ölpreis hat infolge der Spannungen bereits deutlich zugelegt und sich zeitweise der Marke von 100 US-Dollar pro Barrel angenähert.

Fazit