In der Weströhre des Engelbergtunnels auf der A81 steht wieder ein Fahrstreifen in Richtung Karlsruhe und München zur Verfügung – für Pkw und Lkw gleichermaßen. Damit endet eine Vollsperrung, die seit dem Feuer Anfang März zu erheblichen Verkehrsproblemen in der gesamten Region geführt hatte. Die Entlastung ist real, aber vorläufig: Von einer vollständigen Rückkehr zum Normalbetrieb kann noch keine Rede sein.
Was fehlt noch?
In den vergangenen Wochen lief die Schadensbeseitigung auf Hochtouren. Der beschädigte Beton im Einfahrtsbereich wurde vollständig entfernt und durch eine neue Spritzbetondecke ersetzt. Zusätzlich wurde eine provisorische Beleuchtung installiert, die den eingeschränkten Betrieb unter erhöhter Aufsicht ermöglicht. Mitarbeiter der Autobahn GmbH werden den betroffenen Tunnelabschnitt während des Betriebs kontinuierlich überwachen.
Die vollständige Sicherheitstechnik ist noch nicht wieder einsatzbereit. Für notwendige Ersatzteile liegen die Lieferzeiten noch offen. Erst nach deren Einbau können weitere Fahrstreifen geöffnet werden – der genaue Zeitpunkt ist derzeit nicht absehbar. Zusätzlich sind in den kommenden Wochen nächtliche Sperrungen möglich, die gezielt in verkehrsarme Zeiten gelegt werden sollen.
Nächste Sperrung kommt am Wochenende
Wer hofft, dass mit der Teilöffnung heute die Tunnel-Probleme auf der A81 zumindest vorerst erledigt sind, wird am Wochenende eines Besseren belehrt. Unabhängig vom Brand ist für Samstagnacht eine vollständige Sperrung des Engelbergtunnels angekündigt – diesmal wegen planmäßiger Tests der Brandmeldeeinrichtungen in der Oströhre in Richtung Heilbronn.
Wochenend-Sperrung im Überblick
- Vollsperrung: Samstag, 21.03.2026 ab 22:00 Uhr bis Sonntag, 22.03.2026 um 10:00 Uhr
- Betrifft beide Fahrtrichtungen
- Umleitung über Leonberg und Ditzingen ausgeschildert
- Steht nicht im Zusammenhang mit dem Brand
Was war passiert?
Auslöser der Sperrung war ein Brand in einem Lkw-Anhänger, der mit Kühlschränken beladen war. Das Feuer brach im Einfahrtsbereich der Weströhre aus und erfasste auf den ersten 300 Metern weite Teile der technischen Infrastruktur. Strom- und Funkleitungen, die gesamte Beleuchtung und Beschilderung wurden zerstört. Besonders gravierend: Die Betondecke des Tunnels wurde durch die Hitze so stark beschädigt, dass sie aufwendig saniert werden musste.
Die Autobahn GmbH riegelte den Tunnel umgehend vollständig ab – in beide Fahrtrichtungen. Was zunächst wie eine kurzfristige Maßnahme wirkte, zog sich über Wochen hin. Der Grund: Der Schaden war erheblich umfangreicher als zunächst sichtbar. Zur Höhe des entstandenen Schadens liegen bisher keine offiziellen Angaben vor. Entsprechende Gutachten wurden zwar beauftragt, Ergebnisse stehen jedoch noch aus. Angesichts der zerstörten Infrastruktur auf 300 Metern Länge dürften die Kosten jedoch erheblich sein.
Wochen voller Staus und Ausweichverkehr
Die Folgen für den Berufsverkehr in der Region waren gravierend. Die A81 gehört zu den wichtigsten Nord-Süd-Achsen im Südwesten Deutschlands – entsprechend groß war der Druck auf das nachgeordnete Straßennetz, als die Autobahn wegfiel. Besonders Leonberg und Ditzingen wurden zu unfreiwilligen Umleitungsstrecken. Ortsdurchfahrten, die sonst schon zu Stoßzeiten belastet sind, wurden zu täglich zuverlässigen Staufallen.
Pendler, die den Tunnel täglich nutzen, berichteten von deutlich längeren Fahrzeiten – teils eine Stunde und mehr. Auch der Güterverkehr war betroffen: Lkw-Fahrer mussten weiträumig ausweichen, was nicht nur Zeit, sondern auch Kraftstoff kostete.





