Mitarbeiter des Autobahn- und Verkehrspolizeireviers Metelsdorf stoppten am Donnerstag, 05.02.26, gegen 17:00 Uhr einen niederländischen Lastwagen mit Anhänger am Autobahnkreuz Wismar. Zunächst ging es um den Verdacht, dass der Fahrer zu schnell unterwegs gewesen sein könnte. Bei der anschließenden Kontrolle blieb es jedoch nicht bei diesem einen Punkt.
Schon beim Blick auf das Gespann und die Ladung aus Metallschrott kamen Zweifel auf, ob das Gewicht noch im erlaubten Rahmen lag. Um das zu klären, begleiteten die Beamten den Lkw auf das Betriebsgelände einer Firma in Wismar. Dort wurde der Lastzug gewogen. Das Ergebnis fiel eindeutig aus: Statt der erlaubten 40 Tonnen brachte das Gespann satte 74,4 Tonnen auf die Waage.
34,4 Tonnen Überladung
Damit war der Lastwagen um unglaubliche 34,4 Tonnen überladen, was einer Überschreitung von rund 86 Prozent entspricht. Der 31 Jahre alte Fahrer aus den Niederlanden musste noch vor Ort 3.500 Euro hinterlegen. Die Zahlung diente der Sicherung eines "Vermögensabschöpfungsverfahrens". Wie eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Rostock auf Nachfrage von auto-motor-und-sport.de erklärte, dürfte die endgültige Summe nach Abschluss des Verfahrens noch erheblich höher liegen.
Was ist ein Vermögensabschöpfungsverfahren?
Das Vermögensabschöpfungsverfahren dient dazu, finanzielle Vorteile aus Regelverstößen abzuschöpfen. Wer durch ein Fehlverhalten Kosten spart oder wirtschaftliche Vorteile erzielt, soll diese nicht behalten dürfen. Bei ausländischen Fahrern wird häufig eine Sicherheitsleistung erhoben, um sicherzustellen, dass spätere Geldforderungen auch beglichen werden.
Mit fast 140 km/h unterwegs
Zusätzlich nahmen die Polizisten den Fahrtenschreiber genauer unter die Lupe. Dabei zeigte sich, dass es bereits in der Vergangenheit bei dem überprüften Truck zu deutlichen Tempoverstößen gekommen war. In der Spitze wurden Geschwindigkeiten von bis zu 137 km/h festgestellt. Erlaubt sind in Deutschland bekanntlich maximal 80 km/h für Lkw über 3,5 Tonnen auf Autobahnen. Wie der Truck so manipuliert wurde, um fast 140 km/h schnell zu sein, gab die Polizei nicht bekannt.
Die Fahrt des aus Anklam kommenden Gespanns war damit jedenfalls vorerst beendet. Der Lastwagen durfte seine Fahrt in Richtung Niederlande erst fortsetzen, als das Gesamtgewicht auf die zulässigen 40 Tonnen reduziert wurde.
Hinweis: Das Aufmacherbild ist ein Symbolfoto und zeigt nicht den beschriebenen Vorfall.





