Pendlerpauschale? Tankrabatt? Übergewinnsteuer? Politik-Hickhack um günstigen Sprit

Pendlerpauschale? Tankrabatt? Übergewinnsteuer?
Politik-Hickhack um günstigen Sprit

ArtikeldatumVeröffentlicht am 09.04.2026
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Lars Klingbeil (SPD) und Friedrich Merz (CDU)
Foto: AFP via Getty Images

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zeigt sich offen für eine höhere Pendlerpauschale und eine Senkung der Stromsteuer. In der SPD stoßen diese Vorschläge jedoch auf deutliche Skepsis. Parallel kursiert ein internes Papier aus Regierungskreisen, in dem Experten mehrere SPD-Ideen deutlich kritisieren.

Damit entwickelt sich die Debatte zunehmend zu einem Richtungsstreit innerhalb der Koalition. Während die Union auf steuerliche Entlastungen setzt, fordert die SPD stärker in den Markt eingreifende Maßnahmen.

Das sollen CDU und SPD konkret

In der CDU dominiert der Ansatz, Bürger über das Steuersystem zu entlasten. Im Mittelpunkt steht die geplante Anhebung der Pendlerpauschale von derzeit 38 Cent auf bis zu 45 Cent pro Kilometer. Ergänzend wird eine Senkung der Stromsteuer für Haushalte diskutiert.

In der SPD wird die Pendlerpauschale dagegen nur als begrenzt wirksam bewertet. Vertreter wie Dirk Wiese argumentieren, dass die Entlastung zeitlich verzögert eintrete und zudem vergleichsweise gering ausfalle.

Stattdessen setzt die SPD auf Instrumente, die unmittelbar wirken sollen. Dazu gehört vor allem ein staatlicher Spritpreisdeckel, wie er in ähnlicher Form in anderen Ländern angewendet wird. Auch die Abschöpfung möglicher Zusatzgewinne von Energieunternehmen bleibt Teil der Forderungen.

Einige SPD-Politiker sehen darin die Möglichkeit, kurzfristig Druck von Verbrauchern zu nehmen, die die Preissteigerungen direkt spüren.

CDU zerpflückt SPD-Vorschläge

Ein internes Papier aus Regierungskreisen, das laut Bild aus CDU-nahen Quellen stammen soll, formuliert deutlich Kritik an den SPD-Vorschlägen.

Ein Preisdeckel für Kraftstoffe könne die Nachfrage erhöhen und gleichzeitig Einsparanreize verringern. Zudem bestehe die Gefahr von Versorgungsengpässen oder sogar Rationierungen, wenn Anbieter ihre Mengen anpassen.

Auch ein Tankrabatt, wie er bereits 2022 umgesetzt wurde, wird kritisch gesehen. Die damalige Maßnahme habe hohe Kosten verursacht, sei aber nur teilweise bei den Verbrauchern angekommen.

Die Übergewinnsteuer wird ebenfalls abgelehnt. Als Problem gilt vor allem, dass sogenannte Zusatzgewinne schwer eindeutig zu definieren sind. Zudem könnten rechtliche Auseinandersetzungen folgen, was die Umsetzung verzögern würde.

Auswirkungen für Autofahrer im Alltag

Für Autofahrer ergibt sich daraus eine unklare Perspektive. Die politischen Vorschläge unterscheiden sich stark in ihrer Wirkung.

Steuerliche Entlastungen wie die Pendlerpauschale wirken erst mit Verzögerung. Direkte Eingriffe wie ein Preisdeckel könnten schneller greifen, sind aber politisch umstritten und komplex in der Umsetzung.

Fazit