Porsche verkauft 15 % weniger Autos: Nur ein Markt wächst

Porsche verkauft weniger Autos
Nur ein Land kaufte im ersten Quartal mehr Porsche

ArtikeldatumVeröffentlicht am 10.04.2026
Als Favorit speichern
Porsche 911
Foto: Achim Hartmann, Hersteller, privat, Hans-Dieter Seufert

Absatzrückgang bei Porsche: Im ersten Quartal 2026 verkaufte der Sportwagenhersteller 15 Prozent weniger Autos als im selben Zeitraum des Vorjahres. Insgesamt lieferte die Marke 60.991 neue Autos aus. Besonders stark ging der Absatz in China zurück: 21 Prozent betrug das Minus dort. Die Händler übergaben von Januar bis März 7.519 Autos an chinesische Kunden, im ersten Quartal 2025 waren es noch 9.471 gewesen. Ein Grund für den Rückgang sei laut Porsche "das weiterhin herausfordernde Marktumfeld im chinesischen Markt".

Porsche-Absatz sinkt – mit einer Ausnahme

Der größte Markt bleibt Nordamerika mit 18.344 ausgelieferten Autos. Das sind elf Prozent weniger als im ersten Quartal 2025. In die Übersee- und Wachstumsregionen lieferte Porsche 12.640 Neuwagen, das ist ein Rückgang von 20 Prozent. In Europa ohne Deutschland lieferte Porsche im ersten Quartal 14.710 Autos aus, das sind 18 Prozent weniger. Im Heimatmarkt legte die Marke hingegen zu: 7.778 Auslieferungen entsprechen einem leichten Plus von 4 Prozent.

Vor allem das Produktionsende des 718 und der starke Anlauf des Elektro-Macan im Vorjahr führten zu diesen Ergebnissen. Für Vertriebsvorstand Matthias Becker ist das keine Überraschung: "Nach dem Auslauf des 718 mit Verbrennungsmotor und den starken Auslieferungen des vollelektrischen Macan zum Marktstart liegen wir unter Vorjahr, insgesamt aber im Bereich unserer Erwartungen."

Macan-Absatz leidet unter schwacher Elektro-Nachfrage

Das erfolgreichste Porsche-Modell ist im ersten Quartal 2026 der Cayenne: 19.183 Auslieferungen (- 4 %) entfallen auf das große SUV. Die elektrische Version kommt ab Sommer zu den Kunden. Auf Platz zwei liegt der Macan mit 18.209 Fahrzeugen, davon 10.130 mit Verbrennungsmotor. Außerhalb der EU ist der Verbrenner-Macan weiterhin erhältlich, er wird bis Sommer 2026 produziert. Der Elektro-Macan kommt auf 8.079 neu ausgelieferte Autos. Beide Modelle zusammen verzeichnen einen Absatzrückgang um 23 Prozent. Die Gründe sieht Porsche vor allem im langsamen Hochlauf der Elektromobilität und dem Auslaufen von Steuervergünstigungen für Elektro- und Hybridautos in den USA.

Der Panamera ging in 4.498 Exemplaren an Kunden, das ist ein Rückgang von 42 Prozent. Laut Porsche lag das vor allem daran, dass im wichtigsten Panamera-Markt China durch die Einführung der "Pure Edition" eine Angebotslücke entstanden sei. Die Produktion der Modelle 718 Boxster und 718 Cayman endete im Oktober 2025. Von diesen Modellen lieferte Porsche im ersten Quartal 2026 noch 1.792 Exemplare aus – 60 Prozent weniger als von Januar bis März 2025. Von dem Elektro-Sportwagen Taycan wurden 3.420 Exemplare ausgeliefert – 19 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Porsche 911 läuft gut: 22 Prozent über Q1 2025

Gut lief es für den Porsche 911: Die Markenikone liegt mit 13.889 Exemplaren um 22 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Besonders GTS, GT und Turbo seien gefragt. Mit Blick auf den weiteren Verlauf des Jahres äußert sich Vertriebsvorstand Becker zurückhaltend: "Die eingeschränkte Produktverfügbarkeit ist in unserer Planung für 2026 berücksichtigt. Wir arbeiten eng mit unseren Vertriebsregionen zusammen und werden uns konsequent darauf konzentrieren, die Nachfrage und das Angebot gemäß unserer Strategie ‘Value over Volume’ auszusteuern."

Fazit