Ruf-Porsche komplett zerstört: Nicht so schlimm wie gedacht

Ruf-Porsche komplett zerstört
Nicht so schlimm wie gedacht

ArtikeldatumVeröffentlicht am 11.02.2026
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Erste Medienberichte identifizierten das Unfallfahrzeug zunächst als Ruf CTR, auch "Yellowbird" genannt. Bereits der Neupreis lag 1987 bei rund 328.000 D-Mark. Inflationsbereinigt entspricht das heute mehr als 340.000 Euro. Auf Auktionen werden originale CTR inzwischen für mehrere Millionen Euro gehandelt. 2025 wurde ein Exemplar in den USA für umgerechnet rund 5,04 Millionen Euro versteigert.

Doch kein Yellowbird?

Doch offenbar handelt es sich nicht um einen der 29 Yellowbird und damit relativieren sich auch die zunächst vermuteten Schadenssummen deutlich. Ein Ruf-Sprecher erklärte gegenüber "Bild": Die Fahrgestellnummer passe nicht zu einem originalen CTR, sondern zu einem umgebauten Porsche 911. "Davon wurden damals einige gefertigt." Trotzdem geht die Polizei von "einem Totalschaden in Höhe von 300.000 Euro aus", so Polizeisprecherin Anja Wegmann sagte.

Der Sportwagen war mit roten Kennzeichen unterwegs, die üblicherweise für Überführungs- oder Probefahrten verwendet werden. Angaben zum Zweck der Fahrt machte die Polizei nicht. Der Firmensitz von Ruf in Pfaffenhausen ist gerade mal 15 Kilometer von der Unfallstelle entfernt. Die Ermittlungen zum genauen Unfallhergang dauern an.

Fahrfehler als erste Unfallursache

Nach Angaben der Polizeiinspektion Krumbach war ein 64-jähriger Fahrer am Montagnachmittag in Richtung Krumbach unterwegs. Beim Überholen verlor er auf feuchtkalter Fahrbahn die Kontrolle über den Wagen. Die Polizei spricht von einem "Fahrfehler". Das Fahrzeug geriet nach rechts von der Straße ab, prallte gegen einen Baum, wurde in einen Entwässerungsgraben geschleudert und überschlug sich anschließend auf einem angrenzenden Feld mehrfach.

Der Fahrer sowie sein 22-jähriger Beifahrer wurden leicht verletzt und in ein Krankenhaus eingeliefert. Lebensgefahr bestand nach bisherigen Informationen nicht.

Fotoshow: Ruf CTR Anniversary im Fahrbericht

Das ist der Ruf CTR "Yellowbird"

Der Ruf CTR "Yellowbird", vorgestellt 1987 von Ruf Automobile, basierte technisch auf dem Chassis des Porsche 911 Carrera 3.2. Ruf erhielt sogenannte Rohkarosserien und baute daraus eigenständig homologierte Fahrzeuge mit eigener Fahrgestellnummer. Insgesamt entstanden 29 Exemplare. Angetrieben wurde der Zweisitzer von einem 3,4-Liter-Sechszylinder-Boxermotor mit 3.367 Kubikzentimetern Hubraum und zwei Turboladern. Die Leistung betrug 469 PS, das maximale Drehmoment lag bei 553 Newtonmetern. Die Kraftübertragung erfolgte über ein speziell entwickeltes Fünfgang-Schaltgetriebe an die Hinterräder.

Das Leergewicht lag bei rund 1.150 Kilogramm. Für die Beschleunigung von null auf 100 km/h wurden etwa 4,1 Sekunden angegeben, die Höchstgeschwindigkeit lag je nach Messung bei bis zu 342 km/h. Damit gehörte der CTR Ende der 80er-Jahre zu den schnellsten straßenzugelassenen Serienfahrzeugen. Die Karosserie erhielt verbreiterte Radhäuser, aerodynamische Modifikationen und Leichtbauelemente. Der Radstand betrug 2.273 Millimeter, die Länge 4.290 Millimeter, die Breite 1.775 Millimeter und die Höhe 1.311 Millimeter.

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