Sturmtief Elli: So chaotisch war die Winternacht wirklich

Sturmtief Elli zieht über Deutschland
So chaotisch war die Winternacht wirklich

ArtikeldatumVeröffentlicht am 09.01.2026
Als Favorit speichern

Der Winter hat Norddeutschland aktuell fest im Griff, Sturmtief Elli ist inzwischen hierzulande angekommen. Die Wetterlage bringt neben viel Wind auch Schnee und Eis mit, derzeit insbesondere in Norddeutschland. Doch auch in Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordbayern haben sich zuvor bereits die ersten Auswirkungen gezeigt. Speziell an den sogenannten Staulagen der Mittelgebirge gab und gibt es mancherorts 20 Zentimeter Neuschnee. In den meisten Regionen fallen laut Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes jedoch "nur" fünf bis zehn Zentimeter.

Busse in Schleswig-Holstein bleiben stehen

Elli sorgt bereits zu ersten Beeinträchtigungen im Verkehr. In einzelnen Landkreisen Schleswig-Holsteins haben die örtlichen Verkehrsbetriebe den Busverkehr eingestellt. So lässt der norddeutsche Anbieter Autokraft, eine Busgesellschaft der Deutschen Bahn, viele seiner Linienbusse heute in den Depots und fordert seine Fahrgäste auf, nach Möglichkeit zu Hause zu bleiben.

Auf den Straßen kam es bisher zwar zu zahlreichen Unfällen. Diese verliefen jedoch größtenteils glimpflich. In Schleswig-Holstein kam es auf der B430 im Bereich Hohenwestedt im Kreis Rendsburg-Eckernförde zu zwei Glätteunfällen, die jeweils Blechschäden nach sich zogen. In Niedersachsen meldet die Polizei für den Raum Osnabrück bislang neun Unfälle mit mehreren Verletzten. Auf den Autobahnen A7 und A2 kam es ebenfalls zu Unfällen; teils waren Leichtverletzte zu beklagen. In Rheinland-Pfalz geschah auf der B274 bei Holzhausen an der Haide (Rheinland-Pfalz) ein Unfall mit zwei Leichtverletzten.

Weiter südlich auf der A7 kam es in der Nacht zu Behinderungen. Im Landkreis Bad Kissingen (Nordbayern) hatten sich etwa zwei Dutzend Lastwagen auf verschneiter Fahrbahn festgefahren und mussten von den Rettungskräften des Technischen Hilfswerks (THW) befreit werden. Ebenfalls in Unterfranken musste die Polizei die A70 bei Gochsheim in Fahrtrichtung Schweinfurt zeitweise sperren. Ein Lkw war in die Mittelleitplanke gerutscht, der Fahrer blieb jedoch unverletzt. Zum Start in den morgendlichen Berufsverkehr waren die dortigen Autobahnen jedoch wieder freigegeben.

Ausfälle und Behinderungen bei der Bahn

Bei der Bahn kommt es ortsweise zu Zugausfällen und Verspätungen, aber das befürchtete Chaos bleibt bislang aus. In Norddeutschland wurden einzelne Regionalverbindungen eingestellt. So verkehrt die Linie RE7 aktuell nur zwischen Hamburg und Neumünster, beim RE6 zwischen Hamburg und Sylt kommt es zu Verspätungen und vereinzelten Ausfällen. Auch im Nordosten Deutschlands werde das Angebot vorsorglich reduziert, teilte der Konzern mit.

Im Fernverkehr gibt es ebenfalls vereinzelt Probleme im Norden und Nordosten Deutschlands. Auf den Verbindungen zwischen Kopenhagen und Hamburg, Westerland/Kiel und Hamburg, der Ostseeinsel Rügen und Berlin sowie Norddeich/Emden und Hannover beziehungsweise Ruhrgebiet meldet die Bahn Zugausfälle. Auf den Schnellfahrstrecken Berlin-Wolfsburg, Hannover-Würzburg und Köln-Rhein/Main wurde die Höchstgeschwindigkeit auf 200 km/h begrenzt, um eventuelle Schäden durch Eisabwurf zu vermeiden. Dadurch könne sich die Fahrzeit um bis zu 30 Minuten verlängern. Aufgrund der zu erwartenden Verzögerungen hat die Bahn die Zugbindung aufgehoben, um ihren Fahrgästen eine größere Flexibilität zu ermöglichen.

Angespannte Lage bis zum Nachmittag

Sturmtief Elli zieht übrigens noch ein bisschen weiter über Deutschland hinweg. Es bewegt sich laut Deutschem Wetterdienst nordostwärts und bringt weitere Schneefälle, bis es zum Vormittag eine Linie von der Elbmündung bis in die Region Berlin-Lausitz erreichen soll. Bis zum frühen Nachmittag wird zudem weiterer Neuschnee in einem Streifen von Ostbayern über die Mitte und die Norddeutsche Tiefebene bis zum Emsland erwartet. Zum Nachmittag und Abend soll der Schneefall nachlassen und sich die Lage entspannen.

Hinweis: Im Video nach dem dritten Absatz und in der Fotoshow über dem Artikel informieren wir Sie über aktuelle Winterreifentests.

Fazit