Die Kontrollstelle führt dazu, dass der Verkehr vor der Grenze deutlich verlangsamt wird. Fahrzeuge werden auf eine Spur geführt, der Verkehrsfluss stockt regelmäßig. Daraus entstehen Rückstaus, die laut niederländischen Berichten mehrere Kilometer erreichen können.
In der Berichterstattung wird dabei ausdrücklich auf die Gefahren hingewiesen. Es entstünden "lebensgefährliche Situationen", weil Fahrzeuge auf freier Strecke auf ein plötzliches Stauende treffen. Auch die Verkehrsbehörde Rijkswaterstaat meldet regelmäßig entsprechende Rückstaus auf der A12. Die Folgen zeigen sich in einer auffälligen Häufung von Unfällen. Die Zeitung De Gelderlander berichtet von "drei schweren Unfällen in fünf Tagen nahezu am selben Ort".
Auch über einen längeren Zeitraum zeigt sich ein ähnliches Bild. Bereits Ende November kam es auf der A12 nahe der Grenze bei Beek zu einem Unfall mit mehreren beteiligten Fahrzeugen und Verletzten im Rückstau vor den Kontrollen. In den vergangenen Wochen wurden erneut mehrere Unfälle innerhalb kurzer Zeit gemeldet, darunter Kettenauffahrunfälle und Zusammenstöße am Stauende.
Schleichverkehr belastet Grenzorte
Neben den Unfällen auf der Autobahn verlagert sich ein Teil des Verkehrs in die umliegenden Orte. Autofahrer verlassen die A12 vor der Grenze, um die Kontrollen zu umgehen.
Die Folge ist zunehmender Verkehr in kleineren Grenzorten. Die Zeitung De Gelderlander beschreibt diesen Ausweichverkehr als wachsendes Problem. In den betroffenen Gemeinden kommt es zu Staus auf Landstraßen und zu zusätzlicher Belastung für Anwohner. Maßnahmen wie Sperrungen oder Einbahnregelungen führen dazu, dass sich der Verkehr lediglich auf andere Orte verlagert.
Deutliche Kritik aus den Niederlanden
Mit der Unfallserie wächst auch die politische Kritik. Der öffentlich-rechtliche Sender NOS fasst die Stimmung in den betroffenen Kommunen so zusammen: "Die Bürgermeister haben genug von den Grenzkontrollen." Mark Boumans, Bürgermeister von Doetinchem, wird vom Regionalmedium Regio8 mit den Worten zitiert: "Die Grenze ist erreicht." Er bezeichnet die Grenzkontrollen als "Symbolpolitik".
Auch Anne-Marie Fellinger, Bürgermeisterin der Gemeinde Montferland, fordert Änderungen. Die Situation sei "nicht länger hinnehmbar", heißt es in niederländischen Berichten.





