Weniger Verbrauch über OBD-Dongle: Können die Spritspar-Stecker wirklich was?

Weniger Verbrauch über OBD-Dongle?
Das können die Spritspar-Stecker!

ArtikeldatumVeröffentlicht am 18.03.2026
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OBD Stecker
Foto: Bloomberg via Getty Images

Je nach Anbieter ist von Einsparungen zwischen 15 Prozent und sogar 55 Prozent die Rede. Die Geräte kosten meist weniger als 40 Euro und sollen sich innerhalb kurzer Zeit amortisieren. Untersuchungen des ADAC und der Fachzeitschrift c’t zeigen, dass diese Geräte keine technische Wirkung entfalten. Stattdessen handelt es sich um einfache Elektronik ohne Verbindung zur Fahrzeugsteuerung.

Technische Analyse zeigt fehlende Funktion

Der untersuchte OBD-Stecker mit der Bezeichnung ecoOBD2 wird direkt in die Diagnosebuchse im Fußraum gesteckt. Diese Schnittstelle dient normalerweise der Kommunikation mit Steuergeräten im Fahrzeug. Genau hier setzt die Kritik an.

Die Analyse ergab, dass der Stecker keinerlei Verbindung zum sogenannten CAN-Bus herstellt. Damit fehlt die zentrale Voraussetzung, um überhaupt Einfluss auf Motorsteuerung oder Verbrauch nehmen zu können. Messungen zeigten, dass keine Daten übertragen werden und keine Kommunikation stattfindet.

Ein Blick ins Innere bestätigt dieses Ergebnis. Verbaut sind lediglich einfache elektronische Bauteile wie Leuchtdioden, Widerstände und ein Spannungswandler. Einige Kontakte der integrierten Schaltung sind nicht einmal angeschlossen. Der Stecker wird mit Strom versorgt und erzeugt Blinksignale, eine Funktion darüber hinaus konnte nicht festgestellt werden.

Bekanntes Muster bei steigenden Spritpreisen

Solche Produkte sind nicht neu. Bereits seit Jahren werden verschiedene Mittel angeboten, die den Verbrauch senken sollen. Dazu zählen Zusätze für den Kraftstoff, Magnete an Leitungen oder Additive für Motoröl.

Gemeinsam ist diesen Produkten, dass eine nachweisbare Wirkung fehlt. Auffällig ist, dass entsprechende Angebote vor allem dann zunehmen, wenn die Kraftstoffpreise steigen. In dieser Situation steigt die Bereitschaft, vermeintlich einfache Lösungen auszuprobieren.

Auch die Vermarktung folgt einem wiederkehrenden Muster. Anbieter arbeiten mit angeblichen Erfahrungsberichten, vermeintlichen Expertenaussagen und nicht näher erklärten technischen Begriffen. Teilweise werden Zertifikate gezeigt, die jedoch keine Aussage zur Wirksamkeit treffen, sondern lediglich bestätigen, dass das Produkt im Fahrzeug verwendet werden darf.

Spam-Mails und Verkaufsdruck als Teil der Masche

Aktuell beobachten Verbraucherschützer zudem eine Zunahme entsprechender Spam-Mails. Darin wird häufig ein künstlicher Zeitdruck aufgebaut, etwa durch Hinweise auf begrenzte Stückzahlen. Gleichzeitig bleiben technische Erklärungen vage oder fehlen vollständig. Die Kombination aus hohen Einsparversprechen und einfacher Anwendung soll Vertrauen schaffen. Fachleute weisen darauf hin, dass moderne Motorsteuerungen komplex abgestimmt sind und sich nicht durch ein einfaches Zusatzgerät pauschal optimieren lassen.

Der ADAC verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass funktionierende Lösungen längst serienmäßig in Fahrzeugen eingesetzt würden, wenn sich damit tatsächlich relevante Verbrauchsvorteile erzielen ließen.

Was Autofahrer tatsächlich beeinflussen können

Während technische Wundermittel keine nachweisbare Wirkung zeigen, lässt sich der Kraftstoffverbrauch vor allem über das Fahrverhalten beeinflussen.

• vorausschauende und gleichmäßige Fahrweise reduziert Lastwechsel und Verbrauch
• regelmäßige Wartung und korrekter Reifendruck senken den Energiebedarf
• Verzicht auf unnötige Beladung reduziert das Fahrzeuggewicht
• konsequente Kontrolle des eigenen Verbrauchs schafft Transparenz über Veränderungen

Allein durch angepasstes Fahrverhalten ist eine Reduktion des Verbrauchs von bis zu 20 Prozent möglich. Ein Teil vermeintlicher Einsparungen durch Zusatzgeräte lässt sich zudem durch den sogenannten Placebo-Effekt erklären, da Fahrer ihr Verhalten unbewusst anpassen.

Fazit