Audi e-tron quattro (2018)

Das ist Audis erstes Elektroauto

Audi e-tron Audi E-Tron 2022 Audi E-Tron Interieur Audi e-tron 34 Bilder

Audis erstes E-Auto hat 408 PS, bietet 400 Kilometer Reichweite nach dem praxisnahen WLTP und ist ein SUV. Neben der neuen Antriebstechnik gibt es eine neuartige Vernetzung, die dem Kunden im Alltag wirklich hilft: Mit dem e-tron will Audi ein neues Zeitalter einläuten.

Rund 1.600 Gäste sind zur Präsentation des Audi e-tron nach San Francisco in eine leer stehende Fabrikhalle geladen, in der Ford bis in die 1970er-Jahre Autos gebaut hat – natürlich mit Verbrennungsmotor. Lichtprojektionen von elektronischen Schaltkreisen flitzen von außen über die Backsteinmauern und die Fenster der alten Werkhalle, 400 Drohnen begrüßen die mit dem Dampfer anreisenden Gäste über dem Gebäude tanzend. Sie formen die vier Audi-Ringe am inzwischen fast dunklen Abendhimmel über der Bay. Da wird selbst abgebrühten Event-Spezialisten klar: Dieses Auto ist Audi wichtig.

Am Audi e-tron selbst wird der Paradigmenwechsel nicht so deutlich: Der 4,90 Meter lange SUV, der da unter wummernden Bässen und zuckenden Lichtblitzen auf die Bühne zischt, sieht aus wie ein eleganterer Q7. Der Kühlergrill wirkt gar nicht so geschlossen, die hohe Front gar nicht so windschlüpfig und deutet vor allem nicht auf ein schmalspuriges Öko-Sparbrötchen hin. Das soll der e-tron auch gar nicht sein.

Audi e-tron im Fahrbericht
Kann der E-SUV beim Fahren überzeugen?

Audis erstes E-Auto hat 408 PS, bietet 400 Kilometer Reichweite nach dem praxisnahen WLTP und ist ein Voll-SUV: Zwei Motoren sorgen für reaktionsschnelle Traktion, die Luftfederung erhöht die Bodenfreiheit bei Bedarf um fünf Zentimeter, und an der optionalen Anhängekupplung darf der e-tron bis zu 1.800 kg ins Schlepptau nehmen.

Audi e-tron mit edlem Interieur

Die Insassen verwöhnt der Audi e-tron Quattro mit üppigem Raumangebot, drei Typen sehr bequemer Sitze und einer Rückbank mit komfortabler Höhe, die Audi für eine besonders opulente Polsterung genutzt hat – da könnte sich selbst die Prinzessin auf der Erbse wohlfühlen. E-Auto-typisch entfällt zwar der Mitteltunnel, aber für drei Passagiere reicht die Breite der Bank nur bedingt. Immerhin nimmt ein 600-Liter-Kofferraum mit einem tiefen Staufach samt herausnehmbarer Wanne unter dem Ladeboden vier große Koffer stehend auf, und in das 60-Liter-Fach unter der Fronthaube mit schmutzdichter Klappe passt mehr als das Ladekabel.

Und der Fahrer? Blickt auf die von Audi bekannten volldigitalen Instrumente und zwei weitere Touch-Displays. Das oben auf der Mittelkon-sole bündelt alle Funktionen des Infotainments. Seine Menüs bedient der Fahrer durch Berührung der Icons in zahlreichen Menüs oder per Sprachsteuerung, einen Dreh-Drück-Steller gibt es nicht mehr. Dafür ist der Wählhebel quasi zu einer Brücke über die Mittelkonsole mutiert. Wenn die rechte Hand dort ruht, findet ihr Daumen wie von selbst einen massiven Alu-Klickschalter, an dem sich die Fahrtrichtung oder „P“ wählen lassen.

Audi E-Tron Interieur Foto: Audi
Das voll digitalisierte Cockpit spannt sich um die Frontpassagiere herum.

Das Display davor steuert die Klimatisierung, für die der Audi e-tron eine Wärmepumpe nutzt. So clean und aufgeräumt modern wie in einem Tesla wirkt das Interieur noch nicht, aber gemütlicher und trotzdem hochfunktional. Vor allem präsentiert es sich in der erstklassigen Qualität, für die Audi ja bekannt ist – etwas, was mancher Tesla-Fahrer durchaus vermisst.

9 Dinge,die den Audi e-tron voranbringen

  1. Laden: Der e-tron kann mit 150 kW Gleichstrom und mit 11 oder 22 kW Wechselstrom laden. Für 80 Prozent all dieser Ladestationen reichen ein Vertrag und eine Karte von Audi.
  2. Rekuperation: Bis 0,3 g verzögert der e-tron nur mit seinen Elektromotoren. Laut Audi reicht das für 90 Prozent der Bremsvorgänge und relativiert die große Masse. Bis zu 30 Prozent der Reichweite werden so durch Rekuperation beim Bremsen in die Akkus gespeist.
  3. Extras zum Dazubuchen: Ab Mitte 2019 gibt es beim e-tron die Möglichkeit, Lichtfunktionen, Fahrerassistenzsysteme und Infotainment online dazuzubuchen – zu jedem beliebigen Zeitpunkt und für unterschiedliche Zeiträume: monatlich, jährlich oder dauerhaft.
  4. Infotainment: Ein Navigationssystem ist Serie, es berechnet Routen einschließlich Ladestopps. Das kann auch eine entsprechende App, von der aus sich Routen ans Auto schicken lassen.
  5. Echter SUV: Die Luftfederung ermöglicht die Erhöhung der Bodenfreiheit um 50 mm. Der elektrische Allradantrieb regelt das üppige Drehmoment besonders reaktionsschnell und radselektiv, treibt ohne Bedarf nur die Hinterachse an, um Energie zu sparen.
  6. Batteriesicherheit: Die 36 schuhkartongroßen Batteriezellen sitzen in einem massiven Rahmen, unten schützt eine Aluplatte. Die Kühlung in Aluminium-Strangpressprofilen leitet die Wärme über ein spezielles Gel, die Zellen kommen nicht in Kontakt mit der Flüssigkeit.
  7. Kameraspiegel: Als erstes Serienauto hat der e-tron in Europa optional Kameras statt Spiegel und Displays in der Tür. Vorteil: weniger Luftwiderstand und Geräusche. Im leisen Elektroauto fallen Windgeräusche gerade an den A-Säulen störender auf – der Motor übertönt sie nicht.
  8. Temperaturmanagement: Es kühlt und heizt den Innenraum sowie die Hochvoltbatterie, kühlt E-Motoren, Leistungselektronik sowie Ladegerät, erlaubt damit schnelles Gleichstromladen. Zugleich erhöht es die Lebensdauer der Batterie und sorgt für reproduzierbare Fahrleistungen bei hoher Last.
  9. Wärmepumpe: Sie nutzt die Abwärme der elektrischen Komponenten – bis zu 3 kW der Verlustleistung klimatisieren den Innenraum. Das bringt laut Audi bis zu zehn Prozent Reichweite.
Audi e-tron Foto: Tobias Sagmeister
Kein toter Winkel mehr: Optional gibt es anklappbare Außenkameras. Deren Bild wird über einem in den Türen sitzenden Bildschirm angezeigt.

Stimmiges Gesamtkonzept

Speziell bei den Eckdaten der Batterie mag Tesla noch vorne liegen, aber den konsequenten Feinschliff drum herum erreichen die Amerikaner bei Weitem nicht. So sitzt der Akku des e-tron in der modifizierten Bodengruppe des Modularen Längsbaukastens in einem soliden Rahmen und ist von unten durch eine massive Aluplatte geschützt, sodass Unfälle mit beschädigten oder in der Folge gar brennenden Batterien schwer vorstellbar sind. Die Platte am Unterboden reduziert den Luftwiderstand ebenso wie ihre Vertiefungen für die Schrauben, der verschließbare Kühler, die Karosserieabsenkung durch die Luftfederung um bis zu 7,6 Zentimeter und die erstmals in Großserie eingesetzten Kameraspiegel (Aufpreis 1.540 Euro).

Neben einer größeren Reichweite soll die ausgefeilte Aerodynamik für besondere Ruhe sorgen, die Luftfederung für den passenden Federungskomfort. Zudem macht der tiefe Schwerpunkt dank 700-Kilo-Batterie eine Wankstabilisierung überflüssig. Mancher Nachteil von E-Autos hat eben auch seine Vorteile.

Preis beginnt bei 79.900 Euro

In Deutschland wird er e-tron Quattro nach offizieller Audi-Mitteilung ab 79.900 Euro kosten, dafür gibt's eine für Audi-Verhältnisse üppige Serienausstattung: LED-Scheinwerfer, 19-Zoll-Räder, Luftfahrwerk, umfangreiches Infotainmentsystem, virtuelles Cockpit und Online-Optionen. Außerdem bietet Audi zum Marktstart den e-tron als „Edition One“ mit blauer Effektlackierung, 21-Zoll-Alus, Außenspiegel-Kameras und Sportsitzen an. Die Produktion bei Audi läuft bereits, ausgeliefert werden sollten die ersten Fahrzeuge im Zeitraum des Jahreswechsels 2018/2019.

Audi e-tron Foto: Audi
Der neue Audi e-tron kostet mindestens 79.900 Euro. Gemessen an Leistung, Platzangebot und Ausstattung euin attraktiver Preis.

Fazit

Optisch ist der Audi e-tron nah an einem Verbrenner-SUV, aber mit welcher Konsequenz Audi die Problemzonen der Elektromobilität abgearbeitet und ihre Stärken zur Geltung gebracht hat, könnte den Elektro-SUV für manchen Kunden zur echten Alternative machen. Zumal der Preis gemessen an Leistung, Platzangebot und Ausstattung attraktiv ist.

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