Collage BMW iX3 Mercedes EQC Audi E-Tron Kaltvergleich Hersteller / Patrick Lang
BMW iX3_Elektro-SUV
Mercedes EQC, Exterieur
Audi E-Tron 55 Quattro Advanced, Exterieur
Audi E-Tron 55 Quattro Advanced, Exterieur 22 Bilder

Audi E-Tron, BMW iX3 und Mercedes EQC im Vergleich

Welcher E-SUV hat auf dem Papier die Nase vorn?

Anfang 2021 macht der neue BMW iX3 das deutsche Elektro-SUV-Trio komplett. Wie schlägt sich der in China gebaute Münchner gegen Audi E-Tron und Mercedes EQC im Datenvergleich?

Audi, BMW und Mercedes sind schon in so ziemlich jedem Segment gegeneinander angetreten. Auf einen Vergleich dreier Elektro-SUV aus besagten Häusern hat die Welt jedoch lange warten müssen. Streng genommen wartet sie noch immer, schließlich kommt der in China gebaute BMW iX3 erst zu Jahresbeginn 2021 nach Europa. Aber immerhin liegen für ihn inzwischen die wichtigsten Zahlen und Fakten auf dem Tisch. Und so passgenau die Konkurrenten im gleichen Segment antreten, so groß sind die Unterschiede.

Der BMW ist der Sparsamste

Bei Verbrennern würden wir mit den Motor-Kennzahlen beginnen. Bei E-Autos sind aber Reichweite und Energieverbrauch wichtiger. Hier setzt sich der BMW direkt an die Spitze: Nach WLTP fährt er bis zu 460 Kilometer weit, nach NEFZ sind es gar 520. Die dazu passenden Stromverbräuche: 18,5 bis 19,5 (WLTP) beziehungsweise 17,5 bis 17,8 kWh pro 100 Kilometer (NEFZ). Das sind starke Werte, zumindest in diesem Konkurrenz-Umfeld. Der E-Tron 55 Quattro verbraucht nach WLTP 22,4 bis 26,4 kWh / 100 km (nach NEFZ 21,0 bis 23,1) und kommt damit höchstens 437 Kilometer weit. Für den EQC 400 4Matic gibt Mercedes einen Stromverbrauch von 20,2 bis 21,3 kWh / 100 km und eine Reichweite von 429 bis 454 Kilometern nach NEFZ beziehungsweise 20,5 bis 23,2 kWh / 100 km und 370 bis 414 nach WLTP an.

BMW iX3_Elektro-SUV
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Der Verbrauchsvorteil des BMW dürfte auf seinen Motor zurückzuführen sein – im doppelten Sinne: Erstens hat er nur einen, was schon mal weniger Energie kostet. Zweitens hat er eine (stromerregte) Synchronmaschine – diese Art ist leichter, leistungsstärker und effizienter als die Asynchron-Maschinen (ASM), die Audi und Mercedes verwenden. Im Gegensatz zu permanent erregten Synchron-Maschinen (PSM) mit Magneten erzeugen bei der BMW-Maschine bestromte Kupferspulen im Rotor das Magnetfeld, der Motor kommt ohne seltene Erden aus.

Entsprechend auffällig ist der Reichweiten-Vorteil des iX3 angesichts seiner kleineren Batterie. Während sein Lithium-Ionen-Akku eine Netto-Kapazität von 74 Kilowattstunden aufweist (brutto: 80), sind beim Mercedes 80 Kilowattstunden nutzbar und beim Audi sogar 86. Vorausgesetzt, es fährt die 55er Version vor. Denn den E-Tron gibt es inzwischen auch in der Version 50 Quattro mit einer Batterie-Kapazität von 64 (netto) beziehungsweise 71 Kilowattstunden, Verbräuchen von 20,9 bis 23,2 (NEFZ) respektive 21,2 bis 25,1 (WLTP) kWh / 100 km und einer WLTP-Reichweite von 286 bis 339 Kilometer.

Der einmotorige BMW ist am schwächsten

Leistungsmäßig ist der 50er E-Tron ohnehin deutlich näher am BMW als sein stärkerer Bruder. Denn der Neuling aus München beziehungsweise Shenyang ist klar der schwächste Vertreter des elektrischen Trios: Sein E-Motor leistet in der Spitze 210 kW / 286 PS (auf Dauer sind es nur 80 kW / 109 PS) und liefert maximal 400 Newtonmeter. Der Audi E-Tron 50 bringt 230 kW (313 PS) und 540 Newtonmeter (E-Tron 50), wobei sich die Dauerleistung bei 100 kW (136 PS) ansiedelt.

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Diese gilt auch für den E-Tron 55 Quattro, bei dem es dann aber kompliziert wird. Seine Peak-Leistung liegt bei 265 kW (361 PS) und das maximale Drehmoment bei 561 Newtonmetern. Aber es geht noch maximaler, nämlich beim Boosten (300 kW / 408 PS und 664 Newtonmeter). Und der Mercedes? Pariert mit seinen zwei Motoren die Leistungswerte des E-Tron 55 und sattelt beim Drehmoment sogar ordentlich drauf (maximal 760 Newtonmeter).

Audi und Mercedes mit Allradantrieb

Audi und Mercedes verfügen nicht nur über je zwei Motoren, sondern auch genauso viele angetriebene Achsen. Der Mono-Motor des BMW leitet seine Kraft nur auf die Hinterräder. Diese Tatsache und die deutlich geringere Leistung führt zu Nachteilen bei der Beschleunigung: Von Null auf Hundert benötigt der iX3 mit 6,8 Sekunden satte 1,7 Sekunden länger als der EQC 400. Der E-Tron 55 siedelt sich mit 5,7 Sekunden dazwischen an, während der E-Tron 50 exakt auf BMW-Niveau beschleunigt. Die Höchstgeschwindigkeit spielt bei Elektroautos nur eine untergeordnete Rolle und liegt mit 180 (BMW und Mercedes) gegenüber 190 und 200 km/h (E-Tron 50 und 55) recht eng beieinander.

EQC 400 4Matic: Der E-SUV von Mercedes

Fahrbericht Mercedes EQC 400
Fahrbericht Mercedes EQC 400 Fahrbericht Mercedes EQC 400 Fahrbericht Mercedes EQC 400 Fahrbericht Mercedes EQC 400 21 Bilder

Schnelligkeit ist in diesem Segment eher an Steckdose oder Ladesäule wichtig. Der BMW iX3 pumpt im Höchstfall Gleichstrom mit bis zu 150 kW in seinen Akku; nach 34 Minuten soll dieser wieder auf 80 Prozent gefüllt sein. Auch der Audi lädt mit maximal 150 Kilowatt und benötigt dafür ebenfalls etwa eine halbe Stunde, um für die nächste Langstrecken-Etappe gerüstet zu sein. Mercedes hinkt etwas hinterher: Der EQC nuckelt Strom mit höchstens 110 Kilowatt und benötigt folgerichtig rund 40 Minuten, um den Akku von zehn auf 80 Prozent aufzuladen.

Der Audi ist der Größte und Geräumigste

Üppig bemessen sind übrigens alle drei unserer virtuellen Vergleichsgegner. Bereits der im Verhältnis kurze BMW misst in der Länge 4,73 Meter, der Audi kommt gar auf 4,90 Meter und der Mercedes liegt irgendwo dazwischen. So stellt es sich auch beim Radstand dar, bei der Breite tauschen der iX3 und der EQC knapp die Plätze. Nur bei der Fahrzeughöhe dreht der chinesische Münchner die Verhältnisse um: Er ist mit knapp 1,67 Meter klar der Höchste vor dem Audi und dem Mercedes, die rund vier Zentimeter niedriger sind.

E-Tron 55 Quattro: Der E-SUV von Audi

Audi e-tron 55 Quattro Advanced, Exterieur
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Der E-Tron nutzt seine ausladenden Dimensionen zu einem üppigen Kofferraumvolumen von 660 bis 1.725 Litern; der iX3 und der EQC sind mit 510 bis 1.560 beziehungsweise 500 bis 1.460 Litern klar im Hintertreffen. Dreht man es andersherum, lässt sich aber auch sagen: Die kompakten Ausmaße verhelfen dem iX3 zum mit Abstand geringsten Fahrzeuggewicht: Inklusive Fahrer bringt er 2.260 Kilogramm auf die Waage – und damit über 300 weniger als die Konkurrenz. Davon profitiert die Zuladung, die mit 540 Kilogramm sowohl die E-Tron-Werte (520 kg beim 50er und 500 kg beim 55er) als auch jene des EQC (445 kg) übertrifft. Für Caravan-Urlauber kommt der iX3 dagegen nicht infrage: Er nimmt maximal 750 Kilogramm an den Haken; E-Tron und EQC schleppen bis zu 1,8 Tonnen weg.

Eng beieinander liegende Basispreise

Wer preislich einen satten China-Rabatt erwartet, sieht sich von BMW eines Besseren belehrt: Ohne etwaige Umweltbonus-Abzüge und mit 19 Prozent Mehrwertsteuer kostet der iX3 mindestens 69.800 Euro. Damit siedelt er sich im direkten Umfeld des Audi E-Tron 50 Quattro (ab 69.100 Euro) und des im Bestfall 69.484 Euro teuren Mercedes EQC 400 an. Mit einem Grundpreis von 85.100 Euro sprengt der Audi E-Tron 55 Quattro hier fast schon den Rahmen – und holt auch bei bereinigter Ausstattung nicht unbedingt auf.

Datenvergleich BMW iX3 vs. Audi E-Tron & Mercedes EQC

Modell BMW iX3 Audi E-Tron 50 Quattro Audi E-Tron 55 Quattro Mercedes EQC 400 4Matic
Spitzenleistung E-Motor(en) 210 kW / 286 PS 230 kW / 313 PS 300 kW / 408 PS 300 kW / 408 PS
Dauerleistung E-Motor(en) 80 kW / 109 PS 100 kW / 136 PS 100 kW / 136 PS k.A.
Max. Drehmoment 400 Nm 540 Nm 664 Nm 760 Nm
0 - 100 km/h 6,8 s 6,8 s 5,7 s 5,1 s
Vmax (elektr. abgeregelt) 180 km/h 190 km/h 200 km/h 180 km/h
Antrieb Hinterrad Allrad Allrad Allrad
Stromverbrauch (WLTP) 18,5 bis 19,5 21,2 bis 25,1 22,4 bis 26,4 k.A.
Stromverbrauch (NEFZ) 17,5 bis 17,8 20,9 bis 23,2 21,0 bis 23,1 20,2 bis 21,3
Reichweite (WLTP) 460 km 286 - 339 km 372 - 437 km k.A.
Reichweite (NEFZ) 520 km k.A. k.A. 429 - 454 km
Batteriekapazität (brutto) 80 kWh 71 kWh 95 kWh k.A.
Batteriekapazität (netto) 74 kWh 64 kWh 86 kWh 80 kWh
Max. Ladeleistung (DC) 150 kW 150 kW 150 kW 110 kW
Min. Ladedauer (DC; auf 80 %) 34 min. ca. 30 min. ca. 30 min. 40 min.
Länge 4.734 mm 4.901 mm 4.901 mm 4.831 mm
Breite 1.891 mm 1.935 mm 1.935 mm 1.884 mm
Höhe 1.668 mm 1.629 mm 1.629 mm 1.624 mm
Radstand 2.864 mm 2.928 mm 2.928 mm 2.873 mm
Kofferraum 510 - 1.560 l 660 - 1.725 l 660 - 1.725 l 500 - 1.460 l
Leergewicht inkl. Fahrer 2.260 kg 2.445 kg 2.595 kg 2.570 kg
Max. Zuladung 540 kg 520 kg 500 kg 445 kg
Max. Anhängelast 750 kg 1.800 kg 1.800 kg 1.800 kg
Basis-Brutto-Listenpreis 69.800 Euro 69.100 Euro 85.100 Euro 69.484 Euro
Modell BMW iX3 Audi E-Tron 50 Quattro Audi E-Tron 55 Quattro Mercedes EQC 400 4Matic
Spitzenleistung E-Motor(en) 210 kW / 286 PS 230 kW / 313 PS 300 kW / 408 PS 300 kW / 408 PS
Dauerleistung E-Motor(en) 80 kW / 109 PS 100 kW / 136 PS 100 kW / 136 PS k.A.
Max. Drehmoment 400 Nm 540 Nm 664 Nm 760 Nm
0 - 100 km/h 6,8 s 6,8 s 5,7 s 5,1 s
Vmax (elektr. abgeregelt) 180 km/h 190 km/h 200 km/h 180 km/h
Antrieb Hinterrad Allrad Allrad Allrad
Stromverbrauch (WLTP) 18,5 bis 19,5 21,2 bis 25,1 22,4 bis 26,4 k.A.
Stromverbrauch (NEFZ) 17,5 bis 17,8 20,9 bis 23,2 21,0 bis 23,1 20,2 bis 21,3
Reichweite (WLTP) 460 km 286 - 339 km 372 - 437 km k.A.
Reichweite (NEFZ) 520 km k.A. k.A. 429 - 454 km
Batteriekapazität (brutto) 80 kWh 71 kWh 95 kWh k.A.
Batteriekapazität (netto) 74 kWh 64 kWh 86 kWh 80 kWh
Max. Ladeleistung (DC) 150 kW 150 kW 150 kW 110 kW
Min. Ladedauer (DC; auf 80 %) 34 min. ca. 30 min. ca. 30 min. 40 min.
Länge 4.734 mm 4.901 mm 4.901 mm 4.831 mm
Breite 1.891 mm 1.935 mm 1.935 mm 1.884 mm
Höhe 1.668 mm 1.629 mm 1.629 mm 1.624 mm
Radstand 2.864 mm 2.928 mm 2.928 mm 2.873 mm
Kofferraum 510 - 1.560 l 660 - 1.725 l 660 - 1.725 l 500 - 1.460 l
Leergewicht inkl. Fahrer 2.260 kg 2.445 kg 2.595 kg 2.570 kg
Max. Zuladung 540 kg 520 kg 500 kg 445 kg
Max. Anhängelast 750 kg 1.800 kg 1.800 kg 1.800 kg
Basis-Brutto-Listenpreis 69.800 Euro 69.100 Euro 85.100 Euro 69.484 Euro

Fazit

Wie so oft, wenn vergleichbare Audi-, BMW- und Mercedes-Modelle zueinander in Konkurrenz treten, hängt die Kür des Siegers vor allem von den Ansprüchen des Käufers ab. Soll es der Elektro-SUV mit dem effizientesten Antrieb und der höchsten Reichweite sein, fällt die Entscheidung klar für den iX3. Den BMW ohne Allradantrieb und mit der geringsten Zuglast wird meiden, wer auch mit E-Antrieb auf SUV-Tugenden aus.

Wer sich hin und wieder auf die Viertelmeile verirrt, greift zum EQC, der sich ansonsten eher durchschnittlich präsentiert. Und wer die linke Spur sein Zuhause nennt sowie das größtmögliche Platzangebot sucht, kommt um den E-Tron nicht herum. Vor allem um dessen 55er-Version, die jedoch mit Abstand der teuerste deutsche Premium-SUV mit Elektroantrieb ist.

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