Die Bundesregierung hat die neue E-Auto-Förderung für 2026 festgezurrt. Überraschend dabei: Auch Plug-in-Hybride und Fahrzeuge mit Range Extender (REX oder REEV) stehen auf der Liste. Es klingt nach einer guten Nachricht für Technologie-Offenheit: Wer sich nicht rein batterieelektrisch (BEV) traut, aber mehr will als einen klassischen Plug-in-Hybriden (PHEV), bekommt für Fahrzeuge mit Range Extender ab sofort staatliche Unterstützung. Bis zu 4.500 Euro (je nach Einkommen und Kinderzahl) fließen bei einem REEV aufs Konto, sofern das Fahrzeug nach dem 1. Januar 2026 zugelassen wurde.
Nur noch ein Modell auf dem Markt
Die Bedingungen für die Förderung sind streng: Ein Fahrzeug mit Range Extender muss entweder weniger als 60 g/km CO₂ ausstoßen oder eine rein elektrische Reichweite von mindestens 80 Kilometern vorweisen. Technisch für ein Konzept, bei dem ein kleiner Verbrenner lediglich als Generator für den Akku dient, kein Problem. Das Problem ist das Angebot. Bundesumweltminister Patrick Schneider (SPD) muss bei der Vorstellung des Förderprogramms am 19.01.2026 nämlich selbst feststellen, dass dafür nur noch ein einziges Elektroauto mit Range Extender in Frage kommt.
Denn blickt man auf den aktuellen deutschen Markt, bleiben nach dem Siebprinzip der Förderrichtlinie zunächst noch zwei Namen übrig. Der erste ist der Mazda MX-30 R-EV. Mit seinem einzigartigen Wankelmotor-Konzept erfüllt er die Kriterien (ca. 85 km elektrische Reichweite, 21 g/km CO₂). Doch ausgerechnet jetzt, wo die staatliche Prämie den Kaufanreiz erhöhen könnte, zieht Mazda den Stecker. Die Produktion für Europa wurde eingestellt, der Konfigurator ist offline. Und zulassungstechnisch handelt es sich beim Mazda MX-30 R-EV wegen dessen großer Tankkapazität ohnehin um einen seriellen Plug-in-Hybriden.
Kooperation mit Stellantis
Für potenzielle Käufer ergibt sich eine absurde Situation: Förderfähig sind nur Neuzulassungen ab 1. Januar 2026. Wer jetzt also noch einen der letzten Mazda MX-30 R-EV bei einem Händler findet ("Lagerfahrzeuge"), kann die Prämie mitnehmen. Die Konkurrenz fehlt: BMW hat den i3 (mit REx) längst beerdigt, andere Hersteller wie LEVC (London Taxi) haben ihre REEV-Ambitionen für den deutschen Markt bisher nicht gezeigt. Nur Leapmotor aus China wagt mit dem Mittelklasse-SUV C10 einen Range-Extender-Versuch.
Leapmotor fand lange kaum Beachtung in Europa, obwohl der C10 mit Range Extender (REEV) bereits auf der IAA 2023 in München zu sehen war. Erst durch den Einstieg von Stellantis und den europaweiten Vertrieb über dessen Händlernetz bekam das Modell eine klare Perspektive. Seit September 2024 ist der C10 auch in Deutschland erhältlich – wahlweise rein elektrisch oder mit Range-Extender-Antrieb. Gerade letztere Variante dürfte jetzt mit der neuen Förderung in den Fokus von Familien rücken.
950 Kilometer Reichweite
Beim C10 REEV treiben stets ein 215 PS starker Elektromotor die Räder an, während ein 1,5-Liter-Benziner ausschließlich als Generator fungiert. Die 28,4-kWh-Batterie ermöglicht bis zu 145 Kilometer elektrische Reichweite (WLTP), danach sorgt der Verbrenner für Nachschub, sodass insgesamt mehr als 950 Kilometer Reichweite möglich sein sollen. Leapmotor verspricht dabei einen kombinierten Verbrauch von nur 0,4 Litern pro 100 Kilometer und CO₂-Emissionen von 10 g/km. Geladen werden kann sowohl mit Wechselstrom als auch per DC-Schnellladung, wobei sich in 18 Minuten rund die Hälfte der E-Reichweite nachladen lässt.
Mit dem Range-Extender-Konzept verfolgt Leapmotor einen pragmatischen Ansatz, der vor allem Kunden mit Ladehemmnissen oder hohem Langstreckenanteil ansprechen dürfte. Der C10 fährt im Alltag wie ein Elektroauto, bietet aber die Sicherheit des Tankens, wenn keine Ladesäule verfügbar ist. In Kombination mit einem Einstiegspreis ab rund 37.600 Euro positioniert sich der C10 REEV deutlich unter vielen etablierten Elektro-SUVs. Damit könnte er nicht nur als China-SUV mit attraktivem Preis wahrgenommen werden, sondern als ernst zu nehmende Alternative für all jene, die Elektromobilität ohne Reichweitenangst suchen. Und die war selbst beim Mazda MX-30 mit Range Extender oft mit an Bord – auch wenn das treue Festhalten der Japaner am Wankel-Konzept Respekt verdient.
So funktioniert der Wankel-Range-Extender
Der als 8C bezeichnete Einscheiben-Kreiskolbenmotor mit 830 cm³ Kammervolumen versteckt sich unter der vorderen Haube des MX-30 und leistet 75 PS und 117 Nm. Dabei hat er aber keinen mechanischen Kontakt zu den Rädern. Stattdessen arbeitet der MX-30 R-EV als serieller Hybrid: Die Vorderräder treibt ausschließlich ein 125 kW (170 PS) starker Elektromotor an, während der Wankel über einen Generator Strom erzeugt. Damit folgt Mazda Antrieben wie Hondas e:HEV oder Nissans e-Power, geht mit dem Wankel jedoch einen Sonderweg – und kombiniert das System als einziger Hersteller dieser Bauart mit einem Plug-in-Hybrid-Layout.
Herzstück des Systems ist eine 17,8 kWh große Lithium-Ionen-Batterie, die etwa die halbe Kapazität des rein elektrischen MX-30 bietet und bis zu 85 Kilometer WLTP-Reichweite ermöglicht. Im Normalmodus hält das System den Ladezustand ab rund 45 Prozent stabil, während der Charge-Modus gezieltes Nachladen erlaubt – allerdings auf Kosten von Verbrauch und Akustik. Technisch hat Mazda den Wankel für den Hybridbetrieb umfassend überarbeitet: Direkteinspritzung, hohe Verdichtung von 11,9:1 und optimierte Dichtleisten sollen Effizienz, Emissionen und Haltbarkeit sichern.
Der Leapmotor C10 im Test
Im Fahrbetrieb gibt sich der Leapmotor C10 überraschend souverän und komfortorientiert. Der knapp 1,9 Tonnen schwere SUV ist mit dem rund 218 PS starken Elektroantrieb ausreichend motorisiert, beschleunigt harmonisch und ohne Hektik. Besonders im Sport-Modus spricht der Antrieb sehr spontan an, während die stärkere Rekuperation in Sport und Eco ein weitgehend entspanntes One-Pedal-Fahren ermöglicht. Das Fahrwerk ist klar auf Komfort ausgelegt und filtert selbst schlechte Straßenbeläge wirkungsvoll weg, ohne dabei schwammig zu wirken. Dazu passt die gute Geräuschdämmung: Wind- und Abrollgeräusche dringen nur gedämpft in den Innenraum, was den C10 zu einem angenehmen Reiseauto macht – gerade auf längeren Strecken.
Weniger überzeugend zeigt sich die Lenkung, die recht teilnahmslos wirkt und wenig Rückmeldung liefert. Zwar lässt sich der C10 sicher und leichtfüßig bewegen, echte Fahrfreude kommt dabei aber nicht auf – was seiner Rolle als Familien-SUV allerdings kaum schadet. Kritikwürdig ist eher die sehr forsche Bremsabstimmung sowie die teils überfürsorglichen Assistenzsysteme, die den Fahrer mit Warnhinweisen und akustischen Meldungen regelrecht überschütten. Positiv bleibt der großzügige Platz im Innenraum und der hohe Sitzkomfort vorn wie hinten, auch wenn der Kofferraum mit 435 Litern für diese Fahrzeugklasse eher knapp ausfällt. Insgesamt hinterlässt der Leapmotor C10 einen ausgewogenen Eindruck: kein emotionaler Kurvenräuber, aber ein leiser, komfortabler und entspannter Begleiter für den Familienalltag.













