Tesla Supercharger Gregor Hebermehl

Tesla-Ladeprobleme wegen Speichermodul

Ein verschlissener Flash-Speicher sorgt für Ärger

Wegen eines nicht mehr ordnungsgemäß arbeitenden Speicherbauteils haben ältere Tesla-Modelle Probleme mit dem Aufladen.

Tesla-Reparatur-Fachleute berichten, dass es bei älteren Modellen der Typen S und X wegen eines verschlissenen Flash-Speichers zu Problemen mit dem Bildschirm und dem Laden kommen kann. Aus Foren-Diskussionen und Beiträgen bei Youtube und Twitter ist dieses Problem bereits seit zirka einem halbem Jahr bekannt.

Das Problem betrifft den Flash-Speicherchip eMMC (embedded Multi Media Card), der Teil der MCU1 (Media Control Unit) ist. Die eMMC ist eine Tesla-Eigenentwicklung – sie arbeitet unabhängig von sämtlichen anderen Datenströmen im Fahrzeug. Allerdings berichtet der Mediendienst CNet aus San Francisco, dass die Tesla-Software mit den Jahren immer höhere Protokoll-Kapazitäten benötigt. Und die eMMC ist Teil dieser Kapazitäten. Nach wenigen Jahren sind die Kapazitäten laut CNet komplett erschöpft, womit auch die eMMC ausgelastet durch zu viele Schreib- und Lesevorgänge ausgebrannt ist.

Tesla Model S, Frontansicht
Hans-Dieter Seufert
Ältere Versionen des Tesla Model S können vom Ausfall des eMMC-Chips betroffen sein.

Speicherkapazität nach vier Jahren erschöpft

Sobald die Kapazität der eMMC erschöpft ist, fällt sie aus. Ihr Ausfall bedingt wiederum, dass die MCU nicht hochfahren kann – und mit inaktiver MCU kommt es bei Tesla Model S und Model X zu einer ganzen Reihe von Ausfällen. Das Infotainment-System ist genauso betroffen wie die Klimaanlage, die sich nicht mehr einstellen lässt. Das Auto ist zwar noch fahrbar, aber nicht mehr aufladbar. Laut Experten tritt der Ausfall der eMMC nach zirka vier Jahren und somit außerhalb der Garantie auf, weshalb es mit Tesla Schwierigkeiten gibt. Der kalifonische Elektroautohersteller verkauft grundsätzlich keine Ersatzteile an andere Werkstätten oder Privatpersonen – wer eine Reparatur möchte, muss dafür einen kostenpflichtigen Tesla-Werkstattbesuch einplanen. In den USA hilft auch der unabhängige Tesla-Fachmann Phil Sadow betroffenen Fahrern, indem er den Chip tauscht.

Tesla Model X 2016
Wolfgang Groeger-Meier
Auch das Elektro-SUV Model X kann von dem Flash-Speicher-Ausfall betroffen sein.

Recht zur Reparatur wieder auf dem Plan

Elon Musk twitterte vor ein paar Tagen, dass inzwischen alles besser sein sollte – allerdings gesteht er weder ein, dass es Probleme mit der eMMC gibt, noch, wie Tesla diese löst. Auf Anfragen zu dem Thema reagiert Tesla aktuell nicht. Die Debatte um die ausfallenden Chips hat in den USA den Streit um das „Right to Repair“ (Recht zu Reparieren) neu entfacht. Danach müssen Autohersteller jedem die Möglichkeit geben, sein Auto selber zu reparieren. Tesla scheint dieses Recht seit Jahren zu brechen, indem der Hersteller keine Ersatzteile an Dritte verkauft und somit ganz allein am lohnenden Reparaturgeschäft verdient. Nach andauernden Protesten von Werkstätten, Mechanikern und Fahrern musste Tesla inzwischen seine Richtlinien lockern und gibt einige Ersatzteile für den Verkauf frei.

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Sollte Tesla seine Autos für Reparaturen in allen Werkstätten freigeben?
Nein, mit der komplizierten Elektronik kommt sicher nur der Hersteller selbst zurecht.
Klar, die wollen sich doch nur die Taschen vollstopfen.

Fazit

Neue Antriebstechnologien, neue Probleme: In Teslas Modellen scheint eine umfangreiche Steuerungssoftware zu arbeiten, die ältere Hardware nach zirka vier Jahren teilweise überfordert. Dies führt unter anderem dazu, dass sich das betroffene Modell nicht mehr aufladen lässt – und nicht wiederaufladbare Elektroautos sind natürlich unbrauchbar.

Tesla ist aufgerufen, betroffenen Fahrern schnell und kostengünstig zu helfen – schließlich ist die Überforderung des eMMC-Chips ein Entwicklungsfehler des Herstellers. Das damit auch die Diskussion um das Recht zur Reparatur des eigenen Autos, das Tesla in den USA anscheinend seit Jahren bricht, neu aufflammt, ist begrüßenswert.

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