Der Fahrbeginn mit dem BMW M5 verläuft unspektakulär. Nach dem Druck auf den Startknopf bleibt der 4,4-Liter-V8 zunächst stumm, das Fahrzeug setzt sich elektrisch in Bewegung. Der 145-kW-Elektromotor übernimmt den Antrieb, der schwere Kombi rollt leise und gleichmäßig an. Im Stadtverkehr wirkt der M5 in diesem Modus eher wie eine große Limousine als wie ein Hochleistungsmodell. Bis zu 80 Kilometer lassen sich rein elektrisch zurücklegen, solange der 22,1-kWh-Akku ausreichend geladen ist. Gasannahme und Beschleunigung erfolgen weich und ohne akustische Begleitung, die Leistungsabgabe bleibt klar dosierbar.
Starkes Zusammenspiel
Erst beim stärkeren Tritt aufs Fahrpedal meldet sich der Biturbo-V8. Der Übergang erfolgt je nach Lastanforderung spürbar oder nahezu unmerklich. Im Hybridmodus wechseln sich Elektro- und Verbrennerantrieb permanent ab. Bei gleichmäßigem Tempo wirkt das Zusammenspiel meist harmonisch, bei geringer Last kommt es gelegentlich zu kurzen Momenten, in denen der Vortrieb erst nachlässt und dann wieder einsetzt. Sobald jedoch eine klare Beschleunigungsanforderung anliegt, greifen beide Antriebe ohne Verzögerung ineinander.
Wird der M5 in die dynamischen Fahrprogramme geschaltet, bleibt der V8 dauerhaft aktiv. Jetzt zeigt sich die volle Systemleistung von 727 PS. Der Achtzylinder liefert mit 585 PS den Hauptanteil der Kraft, der Elektromotor ergänzt ihn mit sofort verfügbarem Drehmoment. Die Beschleunigung setzt sehr gleichmäßig ein, das Drehmoment baut sich ohne spürbare Lücken auf. Besonders aus mittleren Geschwindigkeiten wirkt der Antrieb druckvoll, weil sich die elektrische Unterstützung wie ein zusätzlicher Schub in den ohnehin kräftigen Leistungsfluss legt. Die Achtgangautomatik wechselt die Gänge ruhig und ohne spürbare Unterbrechungen.
Hohes Gewicht
Das hohe Fahrzeuggewicht von 2,46 Tonnen bleibt dennoch präsent. Beim Anfahren und beim Richtungswechsel ist eine gewisse Trägheit spürbar, die auch die hohe Systemleistung nicht vollständig überdeckt. Die Hinterachslenkung hilft, den M5 in Kurven handlicher wirken zu lassen, dennoch bleibt der Eindruck eines sehr massiven Fahrzeugs. Die Lenkung ist präzise, vermittelt jedoch wenig Rückmeldung, weil sie ständig damit beschäftigt ist, die Bewegungen der schweren Karosserie zu beruhigen.
Beim Bremsen arbeitet das integrierte System aus Rekuperation und konventioneller Verzögerung. Der Pedalweg fühlt sich dabei anders an als bei rein hydraulischen Anlagen, bleibt aber reproduzierbar. In schnellen Kurven stützt sich der M5 auf ein komplex versteiftes Chassis, das ohne aktive Wankstabilisierung auskommt. Unebene Fahrbahnabschnitte, die schräg auf das Fahrzeug treffen, können allerdings spürbare Bewegungen im Aufbau auslösen.
Verbindlicheres Geräusch
Auch akustisch zeigt der Hybrid-M5 eine neue Seite. Der V8 ist zwar präsent, wirkt jedoch weniger dominant als in früheren Generationen, da der elektrische Antrieb und die Hybridstrategie den Klangteppich glätten. Bei höherer Last tritt das typische Knurren des Achtzylinders in den Vordergrund, ohne das Geschehen vollständig zu bestimmen.







