Mercedes-Benz C 300 d T-Modell, Meet Mercedes @ Immendingen 2021 Mercedes
Mercedes-Benz C 300 d T-Modell, Meet Mercedes @ Immendingen 2021
Mercedes-Benz C 300 d T-Modell, Meet Mercedes @ Immendingen 2021
Mercedes-Benz C 300 d T-Modell, Meet Mercedes @ Immendingen 2021
Mercedes-Benz C 300 d T-Modell, Meet Mercedes @ Immendingen 2021 19 Bilder

Fahrbericht Mercedes C-Klasse: Die kleine S-Klasse

Mercedes C-Klasse (2021) Liebling, sie haben die S-Klasse geschrumpft

Die fünfte Generation der Mercedes C-Klasse startet in den heißen Sommer. Etwas größer, elektrifiziert, unterm Blech nahe an der S-Klasse, aber viel günstiger, soll sie die Stammkunden bei Laune halten und mit elitärer Technik neue Fans gewinnen.

Alle Achtung. Etwas mehr als zehn Millionen Einheiten konnte Mercedes seit der Einführung der C-Klasse im Jahr 1993 verkaufen. Damit ist sie der volumenstärkste Benz aller Zeiten. Und meist glänzte auf der Haube der klassische Stern. Jetzt, mit der fünften Generation ist es so weit: Der klassische Stern auf der Haube ist Geschichte, der W206 belässt es bei einem Zentralstern im Grill und der Lorbeer-Plakette auf der Haube. Zu unsportlich, zu konservativ, so heißt es bei Mercedes – all das, was die Neuauflage nicht sein soll. Mal abwarten, was der treue C-Klasse-Käufer davon hält. Dafür entschädigt der Neue mit Powerdomes auf der Haube, die vom Fahrerplatz auch gut zu sehen sind.

Alle Antriebe sind nun milde hybridisiert

Dabei spielt es übrigens keine Rolle, welches Aggregat unter der Haube seinen Dienst verrichtet. Wie schon beim Vorgänger sind alle elektrifiziert. Also mit 48-Volt-Bordnetz und integriertem Startergenerator (ISG), der mit 15 kW dazuboostet, rekuperiert oder das "Segeln" ermöglicht. Eine Neungang-Wandlerautomatik ist ebenfalls immer an Bord. Als Basismotor dient der 1,5 Liter große Benziner, der es im C200 auf 204 PS bringt. Beim ersten Kennenlernen wirkt die Kombination jedoch wenig harmonisch. Blecherner Klang, ruckelige Kraftentfaltung, dazu eine Automatik, die unnötig häufig zwei Gänge zurück- und hastig wieder raufschaltet und viel Unruhe ins Auto bringt. Geschmeidiger wirkt der aufwendig konzipierte, 258 PS starke Zweiliter-Benziner M254 (bis Sommer nur in der Limousine), mit dem der C300 aus dem Stand verzögerungsfrei und gleichmäßig beschleunigt, gelassen klingt und sehr schnell sein kann. Ist das Fahrpedal voll durchgetreten, erhöht die Motorsteuerung den Ladedruck, spritzt mehr Sprit ein und holt für rund 30 Sekunden zusätzlich 20 PS raus – für einen zackigen Überholvorgang auf der Landstraße etwa.

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Fünf Zentimeter ist das neue T-Modell in der Länge gewachsen.

Beim ersten Fahrtermin stand zudem die ab September ausgelieferte Plug-in-Hybrid-Variante C300e parat. Hier arbeitet der M254 sehr harmonisch im Verbund mit einem 95 kW starken E-Motor, der mit 440 Nm Drehmoment aufwartet. Dank einer Batterie mit üppigen 25,4 kWh Kapazität soll die Reichweite des PHEV nach WLTP-Angaben bei 89 bis 110 Kilometern liegen. Der PHEV beherrscht die üblichen E-Modi, rekuperiert via Wippe in drei Stufen oder adaptiv und streckenbasiert. Die Ladeleistung beträgt bis zu 55 kW.

Ebenso interessant: Eine Luftfederung an der Hinterachse ist Serie. Später folgen noch Plug-in-Hybride mit Dieselmotoren und kräftige AMG-Derivate, die leider ohne sechs oder gar acht Zylindern auskommen müssen.

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Im Mercedes C300d kommt der Dieselmotor OM654M zum Einsatz.

Zum echten Traumkombi entwickelt sich der Mercedes als C300d. Dann arbeitet vorne der Selbstzünder OM654M. Neue Kurbelwelle, zwei wassergekühlte Lader mit variablen Turbinen, erhöhter Einspritzdruck (2.700 bar) und am Ende NOX-Speicherkat, Partikelfilter und zwei SCR-Katalysatoren. 265 PS und 550 Nm Drehmoment ab 1.800 Touren kann er liefern. Massiger Schub also, ohne hektische Schaltmanöver und mit wenig Emissionen. Der ebenfalls bereitgestellte Overboost dürfte kaum mehr abgerufen werden.

Innen vieles neu und weiterhin gut

Stichwort Kombi: Beim Laderaum bleibt sich das T-Modell treu, es fasst mit 490 bis 1.510 Litern nun 30 mehr als bislang. Eine elektrische Heckklappe ist Serie. Unter dem Ladeboden findet sich die übliche Faltbox, und für 357 Euro extra entriegelt die geteilte Lehne auf Tastendruck elektrisch und legt sich automatisch flach.

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Der Kofferraum des T-Modells fasst zwischen 490 und 1.510 Litern Gepäck

Ganz neu hingegen ist das Cockpit: Brillante Displays, wenig Tasten, dafür große umlaufende Zierflächen – vieles entstammt der S-Klasse. Die Bedienung fällt dennoch nicht weiter schwer, und so fühlt man sich auch zwei Nummern kleiner luxuriös untergebracht; zumal sich das Platzangebot im Fond spürbar vergrößert hat. Das neue T-Modell (intern S206) ist fünf Zentimeter länger, minimal flacher und der Radstand streckte sich um 25 Millimeter. Der Beinraum hinten fällt nun zwei Zentimeter länger aus. Die Sitze sind wie üblich bequem und bieten gefühlt sogar etwas mehr Auflagefläche für die Oberschenkel. Neu an Bord ist zudem eine Vierzonen-Klimaautomatik – in der Klasse eher selten anzutreffen.

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Das Cockpit überzeugt durch brillante Bildschirme und groß umlaufende Zierelemente.

Weiterhin viel Komfort, aber mehr Agilität

Neben dem Stern schickt Mercedes auch die Luftfederung in Rente. Für Freunde des Federungskomforts müssen nun optional erhältliche Adaptivdämpfer reichen. Entstehen dadurch Abstriche beim Federungskomfort? Keineswegs. Im Comfort-Modus pariert der Kombi Stöße und kurze Wellen auffällig wogend. Zu viel des Guten? Dann in den Sport-Modus wechseln, der immer noch hohen Federungskomfort garantiert, weit über dem Dreier-BMW oder einem Audi A4. Alternativ ist noch ein Sportfahrwerk (Tieferlegung um 15 Millimeter und Sport-Direktlenkung) zu haben.

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Auf Wunsch gibt es Adaptivdämpfer.

Ein Knaller ist die neue Hinterachslenkung. Wie leichtfüßig und präzise der Mercedes um enge Radien kurvt (Lenkwinkel 2,5 Grad), oder bei schneller Fahrt (ab 60 km/h) das Heck stützt, ist sensationell und macht die C-Klasse nicht nur sportlicher, sondern auch viel handlicher in der Stadt. Der Wendekreis reduziert sich um 43 Zentimeter. Einmal genutzt, wird man sie nie wieder missen wollen. Das lässt den Trennungsschmerz vom schönen Stern doch schnell verfliegen.

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Ohne Haubenstern, Sechszylinder und Air Body Control ein Verzichtsmodell.
MIt 48-Volt-Hybrid und S-Klasse-Assistenz ein moderner Technologieträger.

Fazit

Mit dem neuen Cockpit und der optionalen Hinterachslenkung präsentiert sich der W 206 als S-Klasse im Mittelklasse-Format und – das ist viel wichtiger – weiterhin als echter Benz. Form, Komfort, Platz und Nutzwert sind top. Damit ist für uns auch die fünfte Generation der absolute Gradmesser in dieser Klasse.

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