Detail-Fotos der neuen Newey-Tricks: Die verrückteste Aufhängung der Formel 1

Detail-Fotos der neuen Newey-Tricks
Die verrückteste Aufhängung der Formel 1

ArtikeldatumVeröffentlicht am 11.02.2026
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Gerne hätten wir Ihnen die neue Formel-1-Generation schon beim Shakedown in Barcelona Ende Januar gezeigt. Die Teams versteckten sich bei den ersten Proberunden aber lieber hinter verschlossenen Türen. Journalisten und Reporter waren in Spanien nicht erlaubt. Und das Material, das von den Ingenieuren freigegeben wurde, zeigte natürlich längst nicht alle Details.

In Bahrain war es nun vorbei mit der Geheimniskrämerei. Beim Startschuss der Testwoche (11. bis 13. Februar) auf dem Wüstenkurs warteten die Fotografen schon ungeduldig in der Boxengasse, als die neuen Autos aus den Garagen rollten. Besonders viel Andrang herrschte vor der Aston-Martin-Box, was nicht etwa an der Beliebtheit von Lance Stroll lag, sondern am Konstrukteur seines neuen Dienstwagens.

Adrian Newey ist nicht nur der König der Designer, sondern auch der König der Geheimniskrämer. Ex-Teamberater Helmut Marko scherzte einmal, dass der Stardesigner seine Konstruktionen am liebsten gar nicht auf die Strecke lassen würde, aus Angst vor den Spionen der Konkurrenz, die nur darauf warten, die genialen Ideen sofort zu kopieren.

Adrian Newey - Aston Martin - Formel-1-Test - Bahrain - 2026
ams

Aero-optimierte Aufhängung

Die Formel-1-Paparazzi ließen sich am Mittwoch (11.2.) nicht lange bitten, als sich das grüne Auto aus der Deckung traute. Besonders im Fokus der Objektive: die ultraschmalen Seitenkästen mit dem Monster-Undercut. Und die verrückte Hinterradaufhängung, bei der ein Querlenker-Arm oben an der Heckflügel-Stütze ansetzt.

Die Detail-Fotos zeigen, dass die Befestigungen des Heckleitwerks aus zwei Teilen bestehen, die man zum Wechsel des Flügels trennen kann. Die Querlenker setzen am unteren Teil an, der sicher deutlich steifer ausgelegt ist als der obere Teil. Schließlich muss er den Kräften der Aufhängung standhalten.

Beim Wechsel des Flügels wurde auch sichtbar, dass die linke Seite der Doppelstelze die Hydraulik für die Flap-Verstellung beherbergt. Ähnlich wie beim alten DRS darf der Flügel dieses Jahr mit dem sogenannten "Straight-Line-Mode" auf allen Geraden flachgestellt werden. In der rechten Stelze sind Kabel für die Rücklichter versteckt.

Aston Martin AMR26 - Formel-1-Test - Bahrain - 2026
ams

Blick unter den Aston Martin

Interessanter ist aber der Blick auf den Querlenker. Der an der Flügelstütze befestigte Arm dockt nicht nur extrem hoch an, sondern ist auch extrem weit nach hinten versetzt. Mechanisch wird damit eine sogenannte Anti-Lift-Charakteristik provoziert. Die Federung geht beim Bremsen also nicht so schnell nach oben.

Wie man Newey kennt, dürfte die ungewöhnliche Anordnung vor allem aerodynamische Vorteile haben. Das Auto liegt stabiler in der optimalen Anströmung. Dazu könnten die Querlenker zu einem gewissen Teil auch den Wegfall des Beam-Wings kompensieren.

Freundlicherweise öffneten die Mechaniker kurz vor der Mittagspause auch noch die komplette Heckverkleidung des Autos. Es schien von außen so, als habe der Antrieb unter Überhitzungserscheinungen gelitten. Nach den ersten Runs wurde ein Verkleidungsteil mit Kühlschlitzen eingebaut. Die Kiemen änderten aber nichts an den besorgten Mienen der Honda-Ingenieure, die sich mit Taschenlampen im Antriebs-Wirrwarr auf Fehlersuche begaben.

Aston Martin AMR26 - Formel-1-Test - Bahrain - 2026
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Seitenkasten schmiegt sich um Kühler

Offiziell bestätigen wollte das Team die Probleme nicht. Nur 33 Runden in den ersten vier Teststunden sprachen aber eine deutliche Sprache. Die demontierte Heckverkleidung gab nicht nur interessante Einblicke in die Mechanik der Aufhängung. Auch das Geheimnis der ultraschmalen Seitenkästen wurde gelüftet.

Dabei ließ die äußere Form eigentlich kaum Spielraum für Interpretationen. Es war klar, dass unter der eng anliegenden Carbonhülle ein ultrakompakter und fast waagerecht liegender Kühler versteckt sein musste. Die Luftzuführung ist extrem flach gehalten. Es ist kaum vorstellbar, dass der Radiator in dieser Form ausreichend Kühlleistung liefert. Aber die Ingenieure werden den Luftdurchfluss sicher genau berechnet haben.

In der Galerie zeigen wir Ihnen die interessanten Technik-Bilder vom Aston Martin, die Adrian Newey wohl am liebsten unter Verschluss gehalten hätte.

Fazit