Wenn man die Shakedown-Woche in Barcelona mitzählt, dann ist mit dem fünften Testtag in diesem Winter schon die Halbzeit der Vorbereitung überschritten worden. Dennoch waren in Bahrain auch am Donnerstag (12.2.) noch einige Technik-Dramen zu beobachten. Die neuen Rennwagen kämpfen immer noch mit Kinderkrankheiten.
Am schlimmsten betroffen waren ausgerechnet die beiden Top-Teams Mercedes und Red Bull. Kimi Antonelli wurde in der Früh nach nur drei Runden unfreiwillig zum Zuschauer, weil die Power Unit an seinem Silberpfeil streikte. Der unplanmäßige Wechsel des Motors kostete viel Zeit. Erst am Nachmittag konnte das Programm mit George Russell fortgeführt werden. Der Brite kam auf 54 Runden.
Bei Red Bull sorgte ein Hydraulik-Problem für einen verspäteten Start. Das Problem wurde auf Seiten des Autos verortet und nicht etwa bei der neuen hauseigenen Power Unit. Isack Hadjar kam erst kurz vor der Mittagspause für eine erste Installationsrunde aus der Garage. Am Nachmittag legte der Neuling im Team noch 86 Runden nach. Weitere Probleme waren dabei nicht zu erkennen.

Gleich zwei Cadillac-Probleme stoppten das Trainingstreiben.
Cadillac sorgt zwei Mal für Rot
Für die erste rote Flagge des Tages hatte Sergio Perez gesorgt, der eine Stunde nach dem Anpfiff ausgerollt war. Der Cadillac-Pilot konnte sein Programm aber nach einem kurzen Aufenthalt in der Garage fortsetzen. Kurz vor der Mittagspause sorgte ein Systemcheck der FIA dann für eine weitere rote Flagge, die aber eingeplant war.
Lando Norris hatte davon nichts mitbekommen. Er wollte sich gerade auf einen letzten Run begeben, wurde aber am Boxenausgang von der roten Ampel gestoppt. Der Weltmeister stieg aus seinem Auto aus, weil er nicht damit rechnete, dass die Session nach einer kurzen Unterbrechung noch einmal angepfiffen wird. Die Mechaniker mussten aus der Garage am anderen Ende der Boxengasse herbeieilen und das Fahrzeug zurückschieben.
Am Nachmittag löste dann noch Valtteri Bottas eine weitere kurze Unterbrechung aus. Der Cadillac des Finnen hatte den rechten Außenspiegel verloren. Um den Testbetrieb nicht zu gefährden, ließ die Rennleitung zur gefahrlosen Bergung des Trümmerteils die roten Flaggen schwenken. Bottas ließ sich durch das Malheur nicht einbremsen. Er schaffte immerhin 67 Runden.

Bei Alpine ist die Defekt-Hexe weiter mit an Bord.
Gasly macht früher Feierabend
Kurze Zeit später provozierte auch noch Pierre Gasly eine rote Flagge. Nach dem Defekt musste der Franzose die Session beenden. Bei Alpine steckt immer noch der Fehlerteufel im System. Wo es genau hakt, wollten die Verantwortlichen nicht verraten. Am Ende kamen nur 97 Runden zusammen. In der Zeitentabelle landete Gasly vor Bottas auf dem siebten Rang. Generell gilt natürlich, was wir an dieser Stelle immer wieder betonen: Bei Testfahrten sind die Rundenzeiten nicht viel wert, vor allem nicht zu diesem Zeitpunkt der Vorbereitung.
Trotzdem wollen wir unserer Chronistenpflicht nachkommen und auch den Tagesschnellsten würdigen. Charles Leclerc toppte das Klassement mit einer Zeit von 1.34,273 Minuten. Damit unterbot der Monegasse die Vortagesbestmarke von Lando Norris um knapp vier Zehntel. Seine schnellste Runde hatte Leclerc mit dem weichen C3-Reifen schon am Vormittag gesetzt, als die Strecke nicht so viel Grip bot wie am kühleren Abend unter Flutlicht.

Lando Norris wurde von der Boxenampel ausgebremst.
Norris gewinnt Distanzwertung
Norris, der wieder die meiste Zeit mit dem etwas härteren C2-Reifen unterwegs war, musste sich dieses Mal mit der zweiten Position begnügen. Auch er hatte seinen schnellsten Run schon vor der Mittagspause erzielt. Das unterstreicht die geringe Aussagekraft der Reihenfolge. Dahinter landeten Ollie Bearman, Isack Hadjar und Gabriel Bortoleto auf den weiteren Plätzen.
Trotz des erwähnten Boxengassen-Stopps wurde Norris am Ende zum Kilometerkönig gekrönt. 149 Runden spulte der Champion ohne nennenswerte Technik-Probleme ab. Auch Leclerc (139) und Bearman (130) schafften es in den dreistelligen Bereich. Positiv erwähnen wollen wir auch Aston Martin. 98 Runden für Fernando Alonso müssen bereits als Fortschritt gewertet werden, auch wenn der Abstand in der Zeitentabelle immer noch groß ausfiel.












