Formel-1-Rechte 2028: Neuer Wettbewerb zwischen TV und Streaming?

Formel-1-Rechte 2028
Wie RTL und Sky den Rechtepoker neu mischen könnten

ArtikeldatumVeröffentlicht am 27.04.2026
Als Favorit speichern
RTL & Bernie Ecclestone - GP Brasilien 2022
Foto: Wilhelm

Die aktuelle Rechte-Landschaft

Sky Deutschland hält derzeit die Exklusivrechte an der Formel 1 bis Ende der Saison 2027. Diese beinhalten sämtliche Trainings, Qualifyings und Rennen. Laut einer Verpflichtung gegenüber den Wettbewerbshütern müssen mindestens vier Rennen pro Saison im Free-TV ausgestrahlt werden. In den letzten Jahren wurde dies durch Sublizenzierungen mit RTL realisiert, wodurch sieben Rennen pro Saison im frei empfangbaren Fernsehen gezeigt wurden. Diese Zusammenarbeit war jedoch von Unsicherheiten geprägt – insbesondere bei kurzfristigen Verhandlungen vor Saisonstarts.

Mit der Übernahme von Sky durch RTL könnte sich diese Situation grundlegend verändern. Die Integration beider Unternehmen bietet Chancen für eine effizientere Rechteverwertung und möglicherweise eine breitere Free-TV-Präsenz der Formel 1. Allerdings bleibt unklar, ob diese Synergien tatsächlich genutzt werden oder ob bestehende Strukturen beibehalten werden.

Herausforderungen der Sublizenzierung

Ein zentrales Problem bei den bisherigen Sublizenzierungen waren geografische Überschneidungen: Zuschauer in Grenzregionen konnten über Satellit auf deutsche Free-TV-Angebote zugreifen, was zu Konflikten mit Sendern in Österreich und der Schweiz führte. Besonders ORF und ServusTV hatten sich wiederholt über Einbußen bei Einschaltquoten beschwert. Diese Problematik könnte künftig entschärft werden, wenn RTL und Sky als Einheit auftreten.

Doch auch innerhalb Deutschlands gibt es Herausforderungen: Während Sky vor allem Hardcore-Fans anspricht und auf technische Analysen setzt, zielt RTL mit seinen sporadischen Übertragungen eher auf Gelegenheitszuschauer ab. Diese unterschiedlichen Zielgruppen unter einen Hut zu bringen, wird eine zentrale Aufgabe für das neue Management sein.

Strategische Bedeutung der Rechtevergabe 2028

Die Neuvergabe der Formel-1-Rechte ab 2028 wird nicht nur finanziell entscheidend sein. In den letzten Jahren hat die Königsklasse des Motorsports einen regelrechten Boom erlebt – sowohl in puncto Zuschauerzahlen als auch bei den Einnahmen aus Sponsoring und TV-Rechten. Experten gehen davon aus, dass das neue Rechtepaket deutlich teurer wird als bisherige Vereinbarungen.

Neben klassischen TV-Sendern könnten auch Streaming-Plattformen wie Netflix oder Amazon Prime ins Rennen um die Rechte einsteigen. Beide Unternehmen haben bereits Interesse an Sportübertragungen signalisiert und könnten mit innovativen Konzepten punkten. Für RTL/Sky bedeutet dies zusätzlichen Druck: Sie müssen nicht nur finanziell konkurrenzfähig bleiben, sondern auch attraktive Inhalte liefern, um ihre Zuschauerbasis zu halten.

Auswirkungen auf Fans und Marktakteure

Für Fans stellt sich die Frage, ob sie künftig mehr Rennen im Free-TV sehen können oder ob Pay-TV weiterhin dominieren wird. Die bisherigen Planungen deuten darauf hin, dass eine Mischung aus beiden Modellen wahrscheinlich ist – ähnlich wie bei anderen großen Sportarten wie Fußball.

Marktakteure hingegen müssen sich auf einen intensiven Bieterwettstreit einstellen. Neben den finanziellen Aspekten spielen auch technologische Innovationen eine Rolle: Interaktive Features wie Onboard-Kameras oder personalisierte Streams könnten künftig zum Standard gehören und zusätzliche Einnahmequellen erschließen.

Fazit