Lewis Hamilton kritisiert neue Autos: "Wir sind langsamer als die Formel 2!"

Lewis Hamilton kritisiert neue F1-Autos
„Wir sind langsamer als die Formel 2!“

ArtikeldatumVeröffentlicht am 12.02.2026
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Das Jahr 2025 zählt wohl zweifellos zu einem der schwächsten in der Formel-1-Karriere von Lewis Hamilton. Nicht einen einzigen Grand-Prix-Sieg fuhr der Rekordsieger ein. In seiner letzten Mercedes-Saison waren es immerhin noch zwei gewesen. Für sein neues Team Ferrari schaffte er nicht mal einen Podestplatz. Das gab es in seinen 18 Formel-1-Jahren noch nie. Hamiltons Sprint-Erfolg in China blieb das einzige Highlight.

Der Engländer ist einer der Fahrer, die froh darüber sind, dass die Groundeffect-Autos im Museum verschwunden sind. Trotz seines Talents wurde er nie so richtig warm mit den Abtriebs-Monstern, die einen Fahrstil verlangten, der Hamilton nicht schmeckte. Das Auto auf der Bremse in die Kurve zu zwingen, ging nicht mehr.

Die Hoffnung des siebenmaligen Weltmeisters liegt auf den neuen Fahrzeugen. Sie sollen wieder mehr dem Gusto des 41-Jährigen entsprechen. Zudem hatte Ferrari früh die vergangene Saison abgeschrieben und sich auf die Entwicklung für 2026 konzentriert, um bestens gerüstet zu sein. Die Shakedown-Woche in Barcelona Ende Januar war bereits ein kleiner Erfolg. Hamilton drehte dort die schnellste Runde der gesamten Woche.

Hamilton findet Freude am Fahren

Testzeiten sollten jedoch nicht überbewertet werden. In Bahrain landete der Routinier am ersten Tag (11.2.) auf Rang sieben. Ein solider Auftakt zum Start der offiziellen Testfahrten. Teamkollege Charles Leclerc übernahm am Nachmittag das Cockpit und wurde Dritter.

Lewis Hamilton hatte währenddessen Zeit, seine ersten Eindrücke zu schildern: "Es ist noch viel zu früh, um wirklich etwas zu sagen. Das neue Auto hat offensichtlich viel weniger Abtrieb. In Barcelona fühlte es sich nicht allzu schlecht an. Hier in Bahrain war es sehr windig und viel heißer, also ist es viel schwieriger, eine gute Balance zu finden."

Zum Fahrverhalten gab er den Medienvertretern ebenfalls Auskunft. "Das Auto ist kürzer und es ist leichter. Es ist einfacher, das Heck abzufangen, wenn es ausbricht." Dann huschte ihm ein Lächeln über das Gesicht: "Es macht wirklich Spaß. Es ist wie Rallye-Fahren. Es hat sich beim Zuschauen an der Strecke hier in Kurve 10 besonders bemerkbar gemacht, wie sehr sich die Autos beim Einfahren in die Kurve bewegten. Bei den Groundeffect-Autos war es fast so, als ob sie mitten in der Kurve weggebrochen wären."

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Vergleich mit Formel-2-Autos hinkt

Beim Blick auf die Zeiten fiel allen Beobachtern auf, dass die Autos fünf Sekunden langsamer waren als im Vorjahr bei den Testfahrten. Die Regelhüter wollten die Rennwagen gezielt einbremsen, jedoch sollte das nicht ins andere Extrem ausschlagen. "Wir sind langsamer als die Formel 2 momentan", resümierte Hamilton ernüchtert.

Ein kurzer Check entlarvt den Superstar allerdings. Leonardo Fornaroli umrundete bei seiner Pole-Position im Vorjahr den 5,412 Kilometer langen Kurs in 1:44.008 Minuten. Selbst der Rundenrekord der Formel 2 auf der Strecke ist noch gute vier Sekunden langsamer als die Bestzeit von Lando Norris am ersten Testtag.

Lewis Hamilton ging es bei seinen Aussagen darum, sein Gefühl im Auto zu beschreiben. "Momentan fühlt es sich nicht wie die alte Generation vor der Groundeffect-Ära an. Aber es ist noch zu früh, um viel zu sagen. Wir testen noch viele verschiedene Dinge. Wir versuchen noch, das Fenster zu finden, in dem das Auto funktioniert, die Reifen zu verstehen, das Aerodynamikpaket zu verbessern. Es geht auch um die richtige Fahrzeughöhe und die passende Balance", zählte der 105-malige Rennsieger auf.

Lewis Hamilton - Ferrari - Bahrain - Test - Formel 1 - 2026
NurPhoto via Getty Images

Kompliziertes Energie-Management

Die neuen Regeln fordern von den Fahrern auch mehr Mitdenken im Cockpit. Vor allem zu Beginn der Saison. Stichwort Energie-Management. "Es ist so komplex. Ich saß neulich in einem Meeting, als die Ingenieure mit uns über alles gesprochen haben. Du brauchst ein Diplom, um alles zu verstehen", urteilte Hamilton und dachte dabei noch an die Zuschauer: "Die Fans werden es nicht kapieren, wie viel von dem Energie-Management dem Fahrer und der Software überlassen ist."

Es liegt noch viel Arbeit vor Ferrari und Hamilton, um wieder an der Spitze des Feldes zu kämpfen. Ein weiteres Jahr voller Niederlagen wäre für beide Parteien nur schwer zu verkraften.

Fazit