Benzin-Lieferant Petronas in Schwierigkeiten: Nächster Ärger für Mercedes?

Sprithersteller in Schwierigkeiten
Nächster Ärger für Mercedes?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 18.02.2026
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Selten gab es vor einem Saisonstart so viel Trubel um ein Team in der Formel 1: Noch vor dem Jahreswechsel sickerte durch, dass Mercedes auf Seiten des Verbrenners einen cleveren Trick entwickelt hat. Im Betrieb soll der V6-Turbo einen Verdichtungswert von 18:1 erreichen. Seit dieser Saison liegt das offizielle Limit, das statisch gemessen wird, aber bei 16:1. Seit Wochen versuchen die Gegner, Klarheit von der FIA bei diesem Thema zu erhalten.

Vor dem Beginn der zweiten Formel-1-Testwoche in Bahrain (18. bis 20. Februar) gibt es nun die nächste Kontroverse um Mercedes. Wie die Kollegen von "Motorsport.com" in Erfahrung brachten, haben die Silberpfeile ein Problem mit dem Sprit.

Lieferant Petronas habe seine Mixtur rund zwei Wochen vor dem Saisonauftakt in Melbourne (8.3.) noch nicht homologiert. Die Vorschriften für die Freigabe haben sich dieses Jahr drastisch verschärft. In der Vergangenheit reichte es, wenn die Treibstoff-Lieferanten kleine Proben zur Zertifizierung an ein britisches Labor geschickt hatten, das zur FIA gehörte. Die Freigabe erfolgte kurze Zeit später und der Sprit war für die gesamte Saison homologiert.

Komplizierte Prozesse

Mittlerweile überprüft das britische Unternehmen Zemo den Vorgang und erteilt die Homologation. Es genügt nicht mehr, nur kleine Proben an ein Labor zu senden. Der gesamte Prozess der Herstellung ist relevant für das Zertifikat. Und genau hier soll Petronas unter Zugzwang stehen.

Zemo-Angestellte reisen nun zu den Produktionsstätten und stellen sicher, dass alle von der FIA festgelegten Kriterien eingehalten werden. Dazu zählt auch die Zertifizierung von einzelnen Molekülen, die von beteiligten Partnern zur Herstellung des Treibstoffs zugeliefert werden. Da verkompliziert den ganzen Prozess.

Im Zuge der umfassenden Regeländerungen für 2026 muss der Treibstoff der Formel-1-Autos nun 100 Prozen nachhaltig sein. Die Königsklasse will ihren CO₂-Fußabdruck immer weiter reduzieren. Bis 2030 will die Formel 1 die Netto-Treibhausgasneutralität erreichen. Einen erheblichen Anteil macht da der klimaneutrale Sprit der 22 Rennwagen aus.

Andrea Kimi Antonelli - Mercedes - Bahrain - Test - Formel 1 - 2026
Guido de Bortoli via Getty Images

Temporäre Lösung?

Sollte Petronas bis Melbourne das Problem nicht beheben können, muss eine andere Lösung her. Insgesamt wären vier Teams von dem Problem betroffen. Neben dem Werksteam von Mercedes nutzen auch McLaren, Williams und seit dieser Saison Alpine die Power Unit aus Brixworth.

Die Formel 1 kann es sich nicht erlauben, beim ersten Rennen der neuen Ära acht Autos nicht antreten zu lassen, weil der Sprit nicht homologiert ist. Analog zum Verdichtungstrick will man keine Situation heraufbeschwören, die dazu führt, mit einem deutlich reduzierten Startfeld in Australien anzutreten. Ein Fiasko wie Indianapolis 2005 – als nur sechs Wagen starteten – soll vermieden werden. Vermutlich wird es zu einer provisorischen Lösung kommen. Die Frage wird nur sein, wie die anderen Motorenhersteller reagieren werden.

Fazit