Erste Bilder vom Racing-Bulls-Rollout: Was ist das denn für eine Monster-Airbox?

Erste Bilder vom Racing-Bulls-Rollout
Was ist das denn für eine Monster-Airbox?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 21.01.2026
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Der Countdown zum Start der Saison 2026 tickt unerbittlich runter. In den Fabriken der Teams laufen die letzten Vorbereitungen für die erste Testwoche, die vom 26. bis 30. Januar in Barcelona angesetzt ist. Dann treffen sich die elf Autos erstmals gemeinsam auf der Strecke. Der Test wird offiziell unter dem Titel "Shakedown-Week" geführt. Die Presse darf bei den ersten Runden nicht dabei sein.

Einige Teams wollten so lange nicht warten mit ihren ersten Runden. Audi hatte am 9. Januar mit einem Rollout in Barcelona den Anfang gemacht. Cadillac zog eine Woche später in Silverstone nach. Und am Dienstag (20.1.) wagte sich nun auch das Racing-Bulls-Team aus der Deckung. Arvid Lindblad absolvierte die Jungfernfahrt mit dem VCARB03 auf der Grand-Prix-Strecke in Imola, die nur 15 Kilometer von der Teamzentrale in Faenza entfernt ist.

So ganz verliefen die ersten Runden mit dem Neuwagen nicht nach Plan. Der britische Rookie schmiss das Auto gleich mal ins Kiesbett. Zur Verteidigung des Youngsters muss erwähnt werden, dass die Außentemperaturen in der Lombardei bei frostigen drei Grad Celsius lagen. Dazu präsentierte sich die Strecke auch noch feucht. Da hatte Lindblad keine Chance, die Reifen irgendwie zum Gripaufbau zu motivieren.

Erste Fotos vom echten Racing Bull

Der kleine Abflug sorgte dafür, dass die Fotografen, die am Streckenrand auf erste Bilder des 2026er Racing-Bulls-Renners lauerten, ein freies Schussfeld bekamen. Auf dem Abschlepptruck wurde das Auto in gemächlichem Tempo zur Box zurücktransportiert. Die Mechaniker hatten den VCARB03 zwar in eine blaue Schutzhülle gepackt, ein paar Details konnte man dennoch erkennen.

Erstens war das Auto mit dem gleichen Raddesign unterwegs, das auch auf den Computer-Bildern beim Launch-Event gezeigt wurde. Der innere Teil der Felgen ist dabei komplett geschlossen und auffällig weiß lackiert. Auch der äußere Ring bekam einen weißen Rand verpasst. Dieser ungewöhnliche Look bekam bei der Vorstellung viel Applaus von den Fans in den sozialen Medien.

Bei einem anderen Detail nahm es das Team aber nicht so genau, als die ersten Renderings vorgestellt wurden. Die Airbox wirkte zwar auch auf den ersten Computer-Bildern schon ziemlich groß, beim Rollout kam dann aber ein noch deutlich mächtigerer Lufteinlass über dem Cockpit zum Vorschein. Die Hutze ist oben und unten abgeflacht, wobei das "Dach" ein gutes Stück breiter ist als der untere Rand.

Racing Bulls - Arvid Lindblad - Shakedown - Imola - 2026
SOPA Images via Getty Images

Wozu wird die Luft gebraucht?

In dieser Form und in diesen Dimensionen hatte man in den letzten Jahren kein ähnliches Airbox-Design in der Formel 1 gesehen. Als Nachteil eines großen Lufteinlasses wird von den Aerodynamikern normalerweise immer das Argument genannt, dass der Heckflügel dann schlechter angeströmt wird.

Deshalb stellt sich die Frage, was die Ingenieure damit bezwecken wollen. Die erste Vermutung ist, dass der neue hauseigene V6-Motor von Red Bull Powertrains deutlich mehr Luft zum Atmen benötigt. Doch an der Formel für das 1,6-Liter-Turbo-Aggregat hat sich über den Winter eigentlich nicht viel verändert.

Deshalb ist es wahrscheinlicher, dass die Ingenieure weit oben am Auto Luft abzweigen, um bestimmte Elemente unter der Haube zu kühlen, zum Beispiel Elektronik-Boxen oder Hybrid-Komponenten. Eine breitere Airbox erlaubt es, an den Seitenkästen schmaler zu bauen. Wenn man sich die Bilder genau anschaut, erkennt man auch, dass die Hutze innnen in drei getrennte Kanäle aufgeteilt ist.

Die FIA hat über den Winter auch noch einmal die Crashtest-Grenzwerte für den Überrollbügel verschärft. Um die Fahrer bei einem Überschlag besser zu schützen, muss er beim Aufprall 23 Prozent höhere Belastungen aushalten als früher. Das sollte mit der Lösung von Racing Bulls kein Problem darstellen. Man darf gespannt sein, ob noch andere Teams einen ähnlichen Weg gehen. In der Galerie haben wir für Sie mal interessante Airbox-Designs aus der Vergangenheit rausgesucht.

Fazit