Als im vergangenen Jahr die Absicht von RTL bekannt wurde, den Pay-TV-Sender Sky Deutschland zu übernehmen, hatten die Formel-1-Fans schon auf eine rosige Zukunft gehofft. Aktuell hält Sky noch die exklusiven Live-Rechte an der Königsklasse. Eine engere Kooperation der beiden TV-Giganten sollte dazu führen, dass künftig mehr Rennen im Free-TV laufen – so zumindest die Hoffnung der Zuschauer ohne Abo.
Doch davon ist aktuell nichts zu sehen. Die Übernahme ist noch nicht abgeschlossen. Solange die Gespräche im Hintergrund laufen, sind beide Unternehmen als getrennte Einheiten zu sehen. Die Weitergabe von Live-Rechten muss wie in den vergangenen Jahren genau ausverhandelt werden. Obwohl die Saison nun schon zwei Rennen alt ist, haben diese Diskussionen leider noch nicht zu einem Ergebnis geführt.
Wie die Bild-Zeitung auf ihrer Webseite berichtet, hätte der China-Grand-Prix am vergangenen Wochenende bereits bei RTL laufen sollen. Der Kölner Sender soll die Reise nach Asien für seine Crew bereits geplant haben. Auch Interviews im Fahrerlager wurden im Vorfeld bereits angefragt. Doch am Montag vor dem Rennwochenende musste das Vorhaben laut Bild-Informationen kurzfristig abgesagt werden.

Beim ORF ist man nicht begeistert von den Formel-1-Aktivitäten bei RTL.
Beschwerde von ORF und ServusTV
Geplant war eigentlich, dass RTL wie in den letzten Jahren wieder sieben Rennen live im Free-TV mit Werbeunterbrechungen zeigen darf. Dazu auch wieder einige Quali-Sessions und Sprint-Rennen. Doch noch sind die Verträge mit Sky nicht unterschrieben. So lange haben sich die Verhandlungen in der Vergangenheit nie hingezogen.
Laut Bild gibt es noch einen weiteren Grund, warum RTL kein grünes Licht bekommen hat. Angeblich haben sich einige Sender in unseren Nachbarländern darüber beschwert, dass Zuschauer in der Grenzregion über Satellit die Gratis-Übertragungen von RTL empfangen können und damit die eigene Einschaltquote torpedieren. Vor allem die österreichischen Sender ORF und ServusTV sollen sich demnach über den sogenannten "Spill-Over-Effekt" beklagt haben.
Angeblich betrifft das Phänomen rund 20.000 Haushalte, die im Zweifel lieber bei der deutschen Übertragung reinschauen. Das war schon in den vergangenen Jahren so. Dieses Jahr sollen sich der ORF und ServusTV aber besonders heftig bei den Formel-1-Bossen beschwert haben, weil RTL speziell in Österreich potenzielle Werbekunden kontaktiert habe.

Kai Ebel und Co. würden beim GP Belgien gerne wieder aus dem Fahrerlager berichten.
Findet RTL eine Lösung bis Spa?
Laut Bild-Informationen wurden RTL weitere Übertragungen untersagt, bis eine Lösung für das Problem gefunden wurde. Hier soll es in den kommenden Wochen weitere Gespräche geben. Große Zeitnot besteht nicht. Das nächste Rennen, das auf der RTL-Wunschliste steht, ist der GP Belgien am 19. Juli.
Auch die Grand-Prix-Rennen in Budapest (26.7.), Monza (6.9.), Baku (26.9.), Austin (25.10.) und Las Vegas (21.11.) stehen aktuell noch auf dem Sendeplan. Ob es darüber hinaus noch einen Ersatz für die abgesagte Shanghai-Übertragung gibt, steht noch nicht fest.
RTL selbst wollte sich zu dieser Angelegenheit noch nicht konkret äußern. Das offizielle Statement fällt laut Bild sehr vage aus: "Wir befinden uns derzeit in Gesprächen, ob und wann ausgewählte Formel-1-Rennen auch in dieser Saison bei RTL zu sehen sind. Bisher gibt es dazu noch keine finale Entscheidung."












