Der Countdown bis zum Saisonstart tickt unerbittlich herunter. Am Donnerstag (19.2.) bot sich für die elf Teams in Bahrain die vorletzte Gelegenheit, ihre neuen Autos auf Herz und Nieren zu testen. Für einige Piloten war es sogar schon der letzte Auftritt bei den Probefahrten in der Wüste. Sie werden erst wieder in Melbourne ins Lenkrad greifen.
Am Ende fanden sich die üblichen Verdächtigen in der Zeitentabelle ganz vorne wieder. Mercedes, McLaren, Ferrari und Red Bull scheinen einen spürbaren Vorsprung vor dem Rest des Mittelfelds zu haben. Das zeigt sich nicht nur bei den schnellsten Runden, sondern auch bei den Longruns. Am Donnerstag wurden wieder einige Rennsimulationen abgespult, bei denen sich das Spitzenquartett deutlich vom Rest absetzte.
Den Platz ganz oben im Klassement sicherte sich Kimi Antonelli. Die Uhr blieb für den Mercedes-Youngster bei 1:32.803 Minuten stehen. Damit drehte der Italiener die schnellste Runde der bisherigen Bahrain-Testtage überhaupt Die Zeiten sind aber immer noch mit Vorsicht zu genießen. Das Pokerspiel wird noch ausgeprägter betrieben als in den letzten Jahren. Alle Top-Teams sind mit angezogener Handbremse unterwegs. Erst in Melbourne werden wir das wahre Kräfteverhältnis sehen.

Ferrari machte aus dem Klapp-Flügel einen Dreh-Flügel. Das Upgrade kam aber nur für fünf Runden am Vormittag zum Einsatz.
Ferrari mit Technik-Trick und Problemen
Beim Verschleiern der wahren Pace sind die Top-Teams auf einem ähnlichen Niveau unterwegs. Oscar Piastri fehlten nur 58 Tausendstel auf die Marke von Antonelli. Beide waren dabei auf dem C3-Reifen unterwegs, der beim Grand-Prix-Wochenende in Bahrain die weichste Option darstellt. Auch Max Verstappen auf Rang drei fuhr seine schnellste Runde mit dem gelbmarkierten Pirelli-Gummi. Dem Niederländer fehlten dreieinhalb Zehntel auf die Bestzeit.
Die größte Aufmerksamkeit am Donnerstag erregte Lewis Hamilton, was aber nicht an seiner viertbesten Rundenzeit lag. Der Rekordsieger war in der Früh mit einem neuen Heckflügel ausgerückt, bei dem sich die Flaps im Geraden-Modus nicht nur hochklappten, sondern eine 180-Grad-Drehung vollzogen. Es handelt sich offenbar um einen Experimentalflügel. Noch ist nicht sicher, ob er auch in Melbourne zum Einsatz kommt.
Viele Daten konnten die Ingenieure am Donnerstag nicht mit dem Upgrade sammeln. Nach wenigen Runden verschwand der Ferrari mit einem technischen Problem in der Box. Angeblich soll ein Sensor gesponnen haben, dessen Tausch die Demontage der Heckpartie erforderte. Drei Stunden stand der rote Rennwagen still, bis das Problem behoben war. Hamilton kam vor der Mittagspause nur auf fünf Runden. Am Nachmittag lief das Auto dann wieder, allerdings bestückt mit einem konventionellen Heckflügel.

Aston Martin sorgte wie am Vortag für die einzige rote Flagge des Tages.
Nächste Panne bei Aston Martin
Bei Audi konnte man das geplante Testprogramm in der Früh auch nicht wie geplant absolvieren. Gabriel Bortoleto schaffte nur 29 Runden. Am Nachmittag lief es dann bei Nico Hülkenberg deutlich besser. Der Rheinländer spulte viele Longruns ohne sichtbare Schwierigkeiten ab. Mit 73 Runden übertrumpfte er seinen Teamkollegen deutlich.
Bei Cadillac sorgten Telemetrie-Ausfälle und Sensor-Probleme wieder einmal für etwas Frust. Immerhin schafften es Valtteri Bottas und Sergio Perez am Donnerstag gemeinsam über die 100-Runden-Marke. Das größte Sorgenkind im Feld heißt nach wie vor Aston Martin. Drei Stunden vor Schluss rollte Fernando Alonso im Rahmen einer Rennsimulation vorzeitig aus. Gerüchteweise soll ein Getriebeschaden für den Stopp verantwortlich gewesen sein. Die Session war für den Spanier damit nach 68 Runden beendet.
Der Kilometerkönig des Tages hieß Max Verstappen. Der Vizemeister spulte satte 139 Runden ab. Der Red Bull war damit aber nicht das Auto, das die größte Distanz zurücklegen konnte. Diesen Titel sicherte sich McLaren mit satten 158 Umläufen. Auch Mercedes zeigte sich mit 156 Runden bereits gut aussortiert. Für sie kann der Saisonstart jetzt schon kommen.












