So viel Ungewissheit vor einer neuen Saison gab es selten. Neue Motoren, veränderte Dimensionen und eine aktive Aerodynamik: Für die Formel 1 beginnt 2026 eine neue Ära. Es gibt Menschen innerhalb des Fahrerlagers, die vom größten Umbruch in der Geschichte der Königsklasse sprechen. Deshalb hatte man frühzeitig zwei offizielle Testfahrten in Bahrain angesetzt. Sechs Tage hätten die Teams damit gehabt, um die Kinderkrankheiten ihrer Autos auszukurieren.
Genügend Zeit sollte man meinen. Aber nicht für die perfektionistische Formel 1. Die Verantwortlichen der Teams baten um die Möglichkeit, bereits vor dem Aufgalopp in Bahrain vom 11. bis zum 13. Februar zu fahren. In Barcelona drehen nun zehn von elf Teams, Williams musste wegen Problemen die Barcelona-Reise absagen, zwischen dem 26. und 30. Januar ihre Runden. Die Rennställe dürfen selbst entscheiden, an welchen drei Tagen sie diese Woche auf die Piste gehen.
Der Circuit de Barcelona-Catalunya zählt seit seiner Eröffnung 1991 zu den beliebtesten Teststrecken der Teams. Der Kurs vor den Toren der Metropole fordert von einem Formel-1-Auto alles ab, was wichtig ist, um auf allen Strecken schnell zu sein. Während die Autos Kilometer abspulen, schauen aber Fans und Medienvertreter in die Röhre.
Bahrain bezahlt für die Tests
Lediglich in den sozialen Medien gibt es Bilder und Informationen zu den ersten Metern der neuen Ära. Immerhin schicken einige Teams in Pressemitteilungen noch ein paar Bilder mit. Doch das Kontingent ist auf zwölf Fotos am Tag begrenzt, dabei dürfen nur sechs Bilder vom Auto gezeigt werden. Zusätzlich haben die Teams noch die Möglichkeit, ein Social-Media-Video hochzuladen.
Offiziell finden in Barcelona auch keine Testfahrten statt. Die Formel 1 nennt es "Shakedown Woche". Das hat einen simplen Grund: Bahrain hat viel Geld dafür bezahlt, dass der erste offizielle Test mit den neuen Autos auf heimischem Grund stattfindet. Der Wüstenstaat hoffte mit der Jungfernfahrt der nächsten F1-Generation auf positive Publicity. Dort sind dann auch wieder Journalisten, TV-Crews und Fotografen zugelassen. Ein weiterer offizieller Test vor Bahrain hätte die Aufmerksamkeit verwässert.
Security weist Journalisten ab
In Spanien haben dennoch ein paar Journalisten versucht, mehr Einblick zu bekommen. Die britischen Kollegen von "The Race" hatten sich auf erhöhten Stellen rund um die Strecke platziert, die öffentlich zugänglich sind, um etwas zu sehen. Doch die Security vor Ort verbannte die Schaulustigen. Da waren gerade einmal 18 Minuten des ersten Testtags rum.
Die Formel 1 ist extrem darauf bedacht, keine Informationen nach außen dringen zu lassen, die sie nicht kontrollieren kann. Einigen Teams dürfte diese Geheimniskrämerei entgegenkommen. Schließlich bleiben größere Technik-Dramen damit im Dunkeln. Die Teams haben Zeit, bis zu den offiziellen Testfahrten in Bahrain ihre Probleme zu beheben.
Vor der Konkurrenz können sich die Teams übrigens nicht verstecken. Jedes Team durfte mit eigenen Fotografen an die Strecke reisen, die sicher jede Menge interessante Bilder für die eigenen Ingenieure knipsen. Das Versteckspiel gilt somit nur der Öffentlichkeit. Spätestens in Bahrain sollten die Geheimnisse dann aber hoffentlich ans Tageslicht kommen.












