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Formel-E-Finale in Seoul: Evans gewinnt Lauf 1

Formel E in Seoul 2022 – Rennen 1 Mitch Evans siegt nach Massencrash

Dank eines starken Starts hält der Jaguar-Pilot Mitch Evans das Weltmeisterschaftsduell gegen Stoffel Vandoorne (Mercedes) weiter offen. Eine Massenkarambolage zu Beginn nahm sechs Autos aus dem Rennen und sorgte für eine lange Unterbrechung beim Formel-E-Debüt von Seoul.

Nach den schweren Unwettern zum Wochenbeginn ist Regen auch beim ersten Gastspiel der Formel E in der Hauptstadt Südkoreas das Dauer-Thema. Ein stetiger Niederschlag zwischen dem Qualifying und dem ersten Lauf hatte für eine nasse, aber schnell abtrocknende Strecke im Olympia-Park gesorgt. Pole-Setter Oliver Rowland (Mahindra) wurde gleich beim Start zum ersten Opfer dieser herausfordernden Bedingungen, als er beim Überfahren der lackierten Werbefläche der Startlinie die Traktion verlor und auf Platz 3 zurückfiel.

Lucas di Grassi (Venturi-Mercedes) drückte sich zwar als Erstplatzierter durch die Auftaktkurve, wurde aber später von Mitch Evans überholt, der in der ersten Runde volles Risiko ging, um die große Lücke auf den WM-Führenden Vandoorne zu verkleinern. Der von Rang 3 kommende Neuseeländer beschreibt seine wilde Startphase: "Für mich war der Regen ab der Qualifikation ein Segen. Die Attacke gegen di Grassi hatte sich spontan ergeben, da ich unerwartet viel Platz für das Manöver bekam." Während Evans mit dem Mut der Verzweiflung vorneweg fuhr, krachte es noch vor dem Ende der ersten Runde heftig. Acht Autos verfehlten die vorletzte Kurve und schlugen teils heftig ein.

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Intensiver Regen am Nachmittag sorgte für eine rutschige Bahn zu Beginn. Pole-Setter Oliver Rowland im roten Mahindra verlor wegen einer rutschigen Werbefläche zwei Plätze.

Schlechte Sicht oder kalte Bremsen?

Zuerst rutschte Norman Nato (Jaguar) in die graue Plastikbande. Die Vertretung von Sam Bird, der sich einen Handbruch beim vorangegangenen Rennwochenende in London zugezogen hatte, konnte aber den Rennbetrieb später wiederaufnehmen. Direkt hinter ihm verlor Nissan-Abgang Sébastien Buemi ebenfalls die Kontrolle in der schnellen, unebenen Kurve. Dem Schweizer rauschte anschließend der noch amtierende Weltmeister Nyck de Vries (Mercedes) spektakulär ins Heck: Der Niederländer wurde unter den Nissan geschoben und durch den Halo-Bügel vor gröberen Konsequenzen bewahrt.

Zusätzlich zu den beiden kehrten danach auch das Nio-Fahrerduo Turvey und Ticktum sowie Oliver Askew (Andretti Autosport) und André Lotterer (Porsche) ohne Einsatzauto in die Garagen zurück. Für Lotterer, der in Seoul zum letzten Mal für das Porsche-Werksteam fährt, war es das vorzeitige Ende eines frustrierenden Tages. Nach zwei Trainings ohne vorzeigbare Ergebnisse hatte sich der 40-Jährige direkt in der Outlap der ersten Qualifying-Session einen schleichenden Plattfuß eingefangen. Für den Sonntag baut Porsche ihm nun ein neues Fahrzeug auf.

Als Auslöser für das wilde Hinauskegeln wurde zunächst die schlechte Sicht nach der langen Gerade ausgemacht. Oliver Turvey, der auf das Chaos zufuhr, beschrieb nach dem Rennen: "Meine Räder blockierten leicht, aber ich konnte trotzdem dem Durcheinander ausweichen und sogar den Mauerkontakt vermeiden. Doch dann ist mir Oliver Askew draufgefahren. Die Strecke war sehr rutschig und wir hatten alle noch kalte Bremsen. Es spielten hier viele Dinge zusammen." Norman Nato warf mit einem rutschigen Betonabschnitt neben der Ideallinie außerdem eine weitere Variable in den Schuld-Hut.

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Noch vor dem Ende der ersten Runde knallten acht Autos in die Begrenzung der vorletzten Kurve. Nyck de Vries (Mercedes) rutschte dabei unter das Nissan-Heck von Sébastien Buemi.

Über 40 Minuten Zwangspause

Unter Rot mussten dann erst die Strecke und später die Feldreihenfolge wieder auf Vordermann gebracht werden. Renndirektor Scot Elkins griff wie so häufig zu pragmatischen Maßnahmen und erlaubte ein Zusammenpuzzeln in der Boxengasse. Mitch Evans blieb dabei an der Spitze. Hinter ihm trat Oliver Rowland den Restart an, da er di Grassi schon in der Stadionsektion wieder einkassiert hatte. Stoffel Vandoorne sah als Siebplatzierter die grüne Flagge.

Auf der weiterhin stark abtrocknenden Strecke kontrollierte Mitch Evans die noch ausstehenden 43 Minuten nahezu mühelos. Sowohl das Energie-Management als auch die Einsätze der zwei Attack-Mode legten er und sein Team clever aus. In Seoul gibt es die Besonderheit, dass die Aktivierungsschleife für die Zusatz-kW nahe an der Ideallinie liegt und man als Fahrer selbst bei engen Duellen so keine Positionen bei der Durchfahrt verliert.

Zur Sache ging es hingegen im vorderen Mittelfeld, wo auch der WM-Führende Stoffel Vandoorne in Nickeligkeiten verwickelt war. Der Belgier überholte unter anderem Jean-Éric Vergne (DS-Techeetah) und kam dem auf Kontakt fahrenden Venturi-Fahrer Edoardo Mortara, der später mit einem Reifenschaden ausfiel, ungewollt nahe. Zum Schluss lag Vandoorne auf dem fünften Rang. Auf die Frage, ob er die Auseinandersetzungen wegen des Vorsprungs vorsichtig angegangen wäre, antwortete er: "Nicht zu 100 Prozent. Wir haben heute nicht alles komplett richtig hinbekommen – sowohl in der Qualifikation, als auch bei der Strategie. Am Ende haben wir die Punkteausbeute maximiert. Wenn ich an so einem herausfordernden Tag den fünften Platz einfahre, kann ich mich nicht beschweren."

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1988 wurde im Olympiastadion noch ein Feuer entzündet, beim ersten Lauf am Samstag höchstens die Gemüter.

Highlight-Schleife durch das Olympiastadion

Auch ohne Regen gilt der neue, 2,618 Kilometer lange Kurs auf dem Olympia-Gelände des Jahres 1988 als anspruchsvoll. Neben den langen, breiten Geraden gibt es mehrere enge, rutschige Passagen. Allen voran die Oval-artige Sektion durch das Olympiastadion glich bei einigen häufig eher rhythmischem Sporttanzen. Nach einem Mauerkontakt gab dort Oliver Rowland seine kurze Verfolgungsjagd auf und ließ Evans schließlich ziehen.

Der ungewohnt bullige Pilot aus der Mitte Englands wollte auf diesem Weg die Belohnung für die harte Arbeit seines Mahindra-Teams sicherstellen. "Ich bin zwar keine unnötigen Risiken eingegangen, aber ab diesem Punkt habe ich zu mir selbst gesagt: Du bist oft genug ausgefallen, lasse es gut sein. Lucas di Grassi war da bereits abgeschlagen, und die körperliche Belastung war ziemlich hoch." Der angesprochene di Grassi, der in der nächsten Saison Teamkollege von Rowland wird, überschritt mit dem Podiumserfolg die 1.000-Punkte-Marke und gab sich trotz der relativ schnell wieder verlorenen Plätze nach außen zufrieden.

Als bester Deutscher beendete Pascal Wehrlein den ersten Seoul-Lauf auf Rang 7. Der Porsche-Pilot ging auf dem vierten Platz ins Rennen, wurde wegen eines schlechten Starts jedoch zurückgereicht. Wehrlein profitierte bei der kleinen Aufholjagd von einer guten Strategie. Ein Abflug von Alexander Sims (Mahindra) kurz vor Ende neutralisierte die abschließenden Umläufe.

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Schafft Mitch Evans noch das Wunder? Der Neuseeländer glaubt an seine Chance.

Abschiede, Titel und Wetter

Falls sich der Wettertrend weiterhin verbessert, steht am Sonntag ein geschichtsreicher Saisonabschluss bevor. Neben dem Abschied der zweiten Fahrzeuggeneration wird auch der Mercedes-Stern zum vorerst letzten Mal auf dem Grid zu sehen sein. Die Chancen auf eine Wiederholung des Doppel-Titels aus dem Jahr 2021 stehen dabei gut. Vandoorne liegt 21 Zähler vor Evans, das Werksteam 31 Punkte vor dem Kunden Venturi.

Mitch Evans bleibt nach seinem Glanztag in der boomenden Asien-Metropole trotzdem hoffnungsvoll. "Kann ich einen Doppelsieg holen? Klar, das habe ich ja bereits zuvor. Ich bin bereit!" Aber auch Vandoorne war zumindest zwischen den Zeilen zu einer Kampfansage bereit. "Ich weiß natürlich, dass Mitch das Zeug dazu hat, beide Läufe zu gewinnen. Ich und das Team müssen einen guten Job machen."

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