Porsche 99X - Formel E - Auto (2023) Porsche
Porsche 99X - Formel E - Auto (2023)
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Porsche 99X Electric Gen3: Design und Test-Update

Porsche 99X Electric Gen3 Porsches Elektro-Hoffnungsträger

Rund zwei Monate vor Beginn der neunten Formel-E-Saison hat Porsche sein Gen3-Auto offiziell der Welt vorgestellt. Wie in den Vorjahren nutzt der deutsche Hersteller die für ihn traditionelle Kombination aus Schwarz, Weiß und Rot. Zusätzlich zur automobilen Modeschau gab es ein Update zum Testbetrieb des Porsche 99X Electric Gen3.

Die ersten drei Saisons des Porsche-Werkseinsatzes in der Formel E haben die Fans der Marke nicht gerade vom Hocker gehauen: Nur ein magerer Sieg steht bisher auf der Habenseite, in der Teamwertung kam man nie über Rang sieben hinaus. Doch mit der großen Zeitenwende in der Elektroserie soll das Weissacher Stromer-Projekt endlich in die Erfolgsspur abbiegen.

Die dritte Fahrzeug-Generation der Formel E, die 2023 eingeführt wird, strotzt nur so vor Superlativen. Die Serienmacher sprechen vom schnellsten, leichtesten, leistungsstärksten und effizientesten E-Rennauto-Format, das der Planet je gesehen hat. Beeindruckende Zahlen wie 350 Kilowatt Leistung (476 PS), 600 kW maximale Rekuperation und potenzielle Topspeeds von bis zu 320 km/h unterstreichen den deutlichen Sprung im Vergleich zur Gen2.

Verantwortlich für die Umsetzung dieser hochgesteckten Ziele sind die offiziell eingeschriebenen Motor-Hersteller DS, Porsche, Jaguar, Nissan, Mahindra und NIO, die in den letzten Monaten intensiv mit den neuen Autos getestet haben. Kürzlich stiegen auch ihre Kunden, darunter die großen Namen Abt, McLaren und Maserati, in die anspruchsvollen Vorbereitungen ein. Die entscheidende Herausforderung: die Verbindung von Einheitsbauteilen wie Chassis und Batterie mit dem selbstentwickelten Antrieb.

Porsche 99X - Formel E - Auto (2023)
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Die neue Formel-E-Generation ist schmaler und robuster als ihr Vorgänger.

So fahren sich die neuen Autos

Die Porsche-Piloten berichteten nach den ersten Testrunden, dass sich das Fahrverhalten im Vergleich zur letzten Generation deutlich verändert hat. Neuzugang António Félix da Costa erklärt: "Die Art und Weise, wie das Auto die Rundenzeit generiert, ist sehr unterschiedlich. Unter anderem fordert das in Relation zu der gesteigerten Antriebsleistung geringe Grip-Level einen anderen Fahrstil und ist ziemlich herausfordernd." Durch die massive Beschleunigung und die höheren Geschwindigkeiten sei es noch wichtiger geworden, sauber aus Kurven zu kommen. Dazu muss das Bremsen wegen der neuen Rekuperation an der Vorderachse ebenfalls sorgfältig geplant sein – sowohl im Cockpit als auch bei der verbindenden Software.

Eine positive Seite des Konzeptwechsels beschreibt Pascal Wehrlein: "Da wir vorher nur an der Hinterachse rekuperiert haben, war das Gen2-Auto auf der Bremse und beim Rekuperieren dort permanent am Limit. Dadurch dass wir jetzt auch vorne Energie zurückgewinnen, fühlt es sich für uns Fahrer etwas normaler an. Das Fahrverhalten des Autos in der Qualifikation haben wir so ähnlich nun auch in den Rennen."

Wird das Racing noch riskanter?

Auch optisch hat sich mit dem Modellwechsel einiges getan. Die Räder stehen im Gegensatz zum Vorgänger wieder weitgehend frei. Insgesamt ist die Fahrzeug-Konstruktion trotz des mehrteiligen Frontflügels und Diffusors robuster ausgelegt. Früher kam es bei Feindkontakten regelmäßig vor, dass sich Teile der umfassenden Verkleidung – wie zum Beispiel Kotflügel – lösten und im Anschluss auf der Strecke lagen. Zusammen mit den höheren Geschwindigkeiten und der verringerten Autobreite erwarten viele Kenner noch riskanteres Racing.

"Es ist schwer zu sagen, wie sich die Änderungen auf das Racing auswirken werden. Aber ich denke, dass durch die schmaleren Autos mehr Überholmanöver möglich sind", hofft Pascal Wehrlein. Grundsätzlich hält er fest: "Alles wird mit dem höheren Speed kürzer: Sowohl die Geraden als auch die Zeit zu überlegen." Lotterer-Nachfolger António Félix da Costa ergänzt: "Dieses Auto ist verdammt nochmal schnell, vor allem auf den Stadtkursen. Es hat so viel Power beim Gasgeben, dass ich manchmal echt Mumm dafür brauche. Das liebe ich, ein echtes Biest!"

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Bei den ersten Testfahrten kämpften fast alle Teams mit Problemen im Bereich der Standard-Batterie.

Probleme erschweren Tests

Während das Fahrverhalten also auf positive Rückmeldungen stößt, gibt es bei der Technik noch deutliche Fragezeichen. Allen voran die Standard-Batterien, die in den Gen3-Autos aus nachhaltig gewonnenen Mineralien bestehen, sorgten bei den Vorbereitungen feldübergreifend für Schwierigkeiten. Gesamtprojektleiter Florian Modlinger erzählt: "Wir haben sehr früh losgelegt und es lief gut an. Dann haben sich die Probleme mit den Einheitsbauteilen gehäuft, die uns Stunden, halbe Tage und Tage Testzeit gekostet haben. Das hat sich so durch die gesamte Vorbereitungsphase gezogen. Bis zum allgemeinen Test in Valencia Mitte Dezember werden wir noch einen Testtag nutzen."

Der Teamchef nimmt die FIA und den Hersteller der Teile im Hinblick auf die kurze Timeline in die Verantwortung. Man müsse sich jetzt darauf verlassen, dass ihre Maßnahmen funktionieren werden. "Es muss das klare Ziel sein, dass die Probleme bis Mexiko gelöst sind." Da auch das neue Schnellladesystem potenziell davon betroffen ist, gilt das Prestigeprojekt der Schnelllade-Boxenstopps zusehend als Wackelkandidat. Porsche fordert diesbezüglich eine klare Linie der Verantwortlichen. Eine Einführung im Laufe der Saison käme für den einzigen deutschen Hersteller der Serie nicht in Frage. Das finale sportliche Regelwerk soll in Kürze veröffentlicht werden.

Finale Schritte und Vorfreude

Im Moment steckt Porsche mitten im Homologationsprozess des schwarz-weiß-roten Hoffnungsträgers. Wie in anderen Disziplinen durchleuchtet die FIA die technische Basis des 350-kW-Antriebs bis ins Detail und dokumentiert die Bestandteile der Hardware. Obwohl die Antriebe danach eingefroren sein werden, bleiben Porsche mit der Software und der Setuparbeit weiterhin Stellschrauben. Die Verantwortlichen zeigen sich zuversichtlich, dass die Eigenentwicklung den hohen Ansprüchen entspricht.

Bevor es in Mexiko am 14. Januar endlich losgeht, kommt auf alle dementsprechend noch reichlich Vorbereitung zu. "Ich vermute, dass die Abstände zwischen den Teams im nächsten Jahr größer sein werden als das, was wir in den letzten Saisons gewohnt waren", wagt Pascal Wehrlein einen ersten vorsichtigen Ausblick. "Wer am schnellsten Performance findet, wird am Ende vorne sein." Für seinen portugiesischen Teamkollegen kann die Zeit bis zum Auftakt nicht schnell genug vergehen. António Félix da Costa gesteht lachend: "Ich finde Testen im Vergleich zu Rennen echt doof. Man lernt schon einiges, und dieser Prozess macht viel Spaß und ist sehr wichtig. Aber ganz ehrlich: Ich will mich mit anderen messen und an die Grenzen gehen."

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Demnächst beginnt die heiße Testphase mit der neuen Generation...

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