Rückrufaktion für Mercedes CLA: Assistenten fehlerhaft, Brand- & Stromschlaggefahr

Rückrufaktion für Mercedes CLA
Assistenten fehlerhaft, Brand- & Stromschlaggefahr

ArtikeldatumZuletzt aktualisiert am 19.01.2026
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Mercedes-Benz hat für das neue Aushängeschild – den CLA – gleich mehrere voneinander unabhängige Rückrufaktionen gestartet. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) beanstandet bei mehreren tausend Fahrzeugen sicherheitsrelevante Mängel – von fehlerhafter Software über deaktivierte Assistenzsysteme bis hin zu Brand- und Stromschlaggefahr. Bei anderen Fahrzeugen aus der 2025er Produktion kann es zu möglichen Sicherheitsmängeln an Fenster-Airbags sowie an Gurten und Sitzbefestigungen kommen.

Assistenzsysteme können unerwartet ausfallen

Den größten Anteil der betroffenen Fahrzeuge betrifft ein Softwarefehler in den Fahrassistenzsystemen. Nach Angaben des KBA kann es dazu kommen, dass einzelne Assistenzfunktionen deaktiviert werden, ohne dass der Fahrer ausreichend darauf hingewiesen wird. Verlassen sich Nutzer in solchen Situationen weiterhin auf die Systeme, steigt das potenzielle Unfallrisiko.

Weltweit sind 3.197 Fahrzeuge von diesem Problem betroffen, darunter 594 Exemplare in Deutschland. Mercedes räumt Differenzen zwischen den eigenen Angaben und den Feststellungen der Behörde ein. Im Rahmen der Rückrufmaßnahmen sollen die Fahrzeuge überprüft und mit aktualisierter Software versehen werden.

Hybrid-Modell mit Brand- und Stromschlagrisiko durch Batteriefehler

Unabhängig von der Softwareproblematik nennt das KBA weitere Rückrufursachen. Bei CLA-Modellen mit Hybrid-Antrieb (betroffen sind alle Motorisierungen: CLA 180, CLA 200, CLA 200 4-Matic, CLA 220, CLA 220 4-Matic) aus dem Produktionszeitraum 17.11.2025 bis 19.12.2025 wurde ein mögliches Brand- beziehungsweise Stromschlagrisiko festgestellt. Hier kann ein 48-Volt-Leitungssatz nicht gemäß Spezifikation angeschlossen worden sein. Dies kann zu einer Wärmeentwicklung mit Brandfolge führen. Zudem ist möglicherweise der Berührschutz nicht gewährleistet, was die Stromschlaggefahr erhöht. Vorfälle mit Sach- und/oder Personenschäden sind im Zusammenhang mit diesem Problem nicht bekannt.

Weltweit betrifft dieser Rückruf 1.682 Fahrzeuge, in Deutschland nur 48 Modelle. Als Abhilfe wird über die Mercedes-Serviceorganisation bei den betroffenen Fahrzeugen der Leitungssatz überprüft und ggf. nachgearbeitet. Der entsprechende Werkstattaufenthalt kann bis zu 3 Stunden betragen. Das KBA führt diesen Rückruf unter der Referenznummer 16007R.

Fehlerhaft verlegter Leitungssatz

CLA-Fahrzeuge aus dem Produktionszeitraum 18. April 2024 bis einschließlich 6. Oktober 2025 werden zurückgerufen, da beim Window-Airbag ein Leitungssatz fehlerhaft verlegt sein könnte. In der Folge besteht das Risiko, dass sich der Airbag im Ernstfall nicht ordnungsgemäß entfaltet.

  • KBA-Referenznummer: 15743R
  • Betroffene Fahrzeuge weltweit: 459
  • Davon in Deutschland: 131

Das sagt Mercedes-Benz:
Die Mercedes-Benz AG hat festgestellt, dass bei bestimmten Fahrzeugen der Baureihe CLA die Verlegung eines Leitungssatzes im Bereich der D-Säule nicht den Spezifikationen entsprechen könnte. In diesem Fall könnte der Leitungssatz durch anliegende Komponenten beschädigt werden, wodurch die Funktion des Windowbags nicht länger zur Verfügung stehen könnte. Im Falle eines Unfalls mit vorgesehener Windowbagauslösung könnte daher die Rückhaltewirkung eingeschränkt sein. Darüber hinaus könnte sich der elektrische Übergangswiderstand an dieser Stelle erhöhen, wodurch ein lokaler Temperaturanstieg nicht vollständig ausgeschlossen werden kann.

Als Abhilfe wird über die Mercedes-Benz Serviceorganisation bei den betroffenen Fahrzeugen die Verlegung des Leitungssatzes überprüft und dieser ggfs. nachgearbeitet. Der vorgesehene Werkstattaufenthalt für die Prüfung und ggf. Nacharbeit des Leitungssatzes wird bis zu eine Stunde in Anspruch nehmen.

Mangelhaftes Luftsackgewebe

Eine weitere Rückrufaktion betrifft CLA-Modelle, die zwischen dem 28. Juli 2025 und dem 11. August 2025 produziert wurden. Bei diesen Fahrzeugen kann ein fehlerhaftes Luftsackgewebe des Fenster-Airbags verbaut sein. Laut Mercedes-Benz muss das betroffene Airbag-Modul dringend ersetzt werden.

  • KBA-Referenznummer: 15742R
  • Betroffene Fahrzeuge weltweit: 53
  • Davon in Deutschland: 9

Das sagt Mercedes-Benz:

Die Mercedes-Benz AG hat festgestellt, dass bei bestimmten Fahrzeugen der Baureihe CLA die Schichten des Windowbag-Luftsackgewebes nicht wie spezifiziert aneinander anhaften könnten. In diesem Fall könnte der Innendruck des Airbags im Falle eines Unfalls mit Windowbagauslösung schneller sinken als vorgesehen, wodurch die Rückhaltewirkung des Windowbags eingeschränkt sein könnte.

Als Abhilfe werden über die Mercedes-Benz Serviceorganisation bei den betroffenen Fahrzeugen die Windowbags ersetzt. Der vorgesehene Werkstattaufenthalt für den Tausch der Windowbags wird ca. 2 Stunden in Anspruch nehmen.

Rückhaltewirkung von Sitzen und Gurtschlössern

Zusätzlich ruft Mercedes-Benz CLA-Fahrzeuge aus dem Zeitraum 19. März 2025 bis 8. September 2025 zurück. Grund ist eine mögliche unzureichende Verschraubung der vorderen Sitze und/oder der Gurtschlösser, wodurch die Rückhaltewirkung bei einem Unfall beeinträchtigt sein kann.

  • KBA-Referenznummer: 15938R
  • Betroffene Fahrzeuge weltweit: 197
  • Davon in Deutschland: 32

Das sagt Mercedes-Benz:

Die Mercedes-Benz AG hat festgestellt, dass bei bestimmten Fahrzeugen der Baureihe CLA die Verschraubung der vorderen Sitze und/oder Gurtschlösser nicht den Spezifikationen entsprechen könnte. In der Folge könnte die Rückhaltewirkung beeinträchtigt sein. Dies würde das Unfall- bzw. Verletzungsrisiko erhöhen.

Als Abhilfe werden über die Mercedes-Benz Serviceorganisation bei den betroffenen Fahrzeugen die Verschraubungen der vorderen Sitze und Gurtschlösser nachgearbeitet. Der vorgesehene Werkstattaufenthalt für die Nacharbeit der Verschraubung der vorderen Sitze und Gurtschlösser wird bis zu eine Stunde in Anspruch nehmen.

Empfehlung für Fahrzeughalter

Mercedes-Benz informiert die betroffenen Halter direkt. Zusätzlich können Fahrzeugbesitzer über die Service-Website des Herstellers prüfen, ob ihr CLA von einer der Rückrufaktionen betroffen ist. Aufgrund der sicherheitsrelevanten Mängel wird empfohlen, die Werkstatttermine zeitnah wahrzunehmen.

Fazit