Lieferzeiten, Kosten und Pläne zur RCH 155-Beschaffung in Deutschland

Deutschlands modernste Radhaubitze
Was die RCH 155 für die Bundeswehr bedeutet

ArtikeldatumVeröffentlicht am 30.03.2026
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RCH 155
Foto: KNDS

Die RCH 155 basiert auf dem GTK Boxer und kombiniert ein 8×8-Fahrzeug mit einem unbemannten Geschützmodul. Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 100 km/h und einer Reichweite von über 700 Kilometern ist sie äußerst mobil. Das automatisierte Geschützmodul mit einem 155-Millimeter-Rohr der Länge L52 ermöglicht eine Feuerrate von mehr als acht Schuss pro Minute. Die Fähigkeit, während der Fahrt zu feuern, ist weltweit einzigartig und erhöht die taktische Flexibilität erheblich.

Beschaffung und Kosten

Die Bundeswehr hat 84 Systeme für rund 1,2 Milliarden Euro bestellt. Der Gesamtbedarf wird auf über 200 Systeme geschätzt, wobei weitere 149 Systeme in einem nächsten Schritt für mehr als zwei Milliarden Euro bestellt werden könnten. Die hohen Kosten spiegeln den Automatisierungsgrad wider, der die RCH 155 von Konkurrenzsystemen wie der schwedischen Archer oder der französischen Caesar NG abhebt.

Lieferzeiten und Prioritäten

Die Auslieferung der RCH 155 an die Bundeswehr ist zwischen 2028 und 2030 geplant. Der Hersteller KNDS priorisiert derzeit die Lieferung von 54 Systemen an die Ukraine, die durch deutsche Mittel finanziert werden. Diese Priorisierung hat die Lieferzeiten für die Bundeswehr verlängert, was in politischen und militärischen Kreisen für Diskussionen sorgt.

Vergleich mit anderen Systemen

Im Vergleich zu anderen Artilleriesystemen wie der Panzerhaubitze 2000 ist die RCH 155 leichter und mobiler, jedoch weniger geländegängig. Ihre Automatisierung und die Fähigkeit zum "Shoot and Scoot"-Prinzip machen sie jedoch zu einem unverzichtbaren Werkzeug für moderne Gefechtsfelder.

Herausforderungen und Perspektiven

Die Einführung der RCH 155 bringt auch Herausforderungen mit sich. Die hohe Abhängigkeit von Automatisierung erfordert umfangreiche Schulungen und eine zuverlässige technische Infrastruktur. Dennoch bietet das System eine vielversprechende Perspektive für die Modernisierung der Bundeswehr und könnte auch für andere NATO-Staaten interessant sein.

Fazit