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BMW X2 (2018): Fahrbericht, Preis

SUV-Coupé in 7 Klicks auf 60.000 Euro konfiguriert

BMW X2 Konfigurator Foto: BMW 49 Bilder

BMW bringt mit dem X2 ein kleines SUV-Coupé auf Basis des neuen X1. Antreten soll der neue BMW X2 ab 2018. Hier erfahren Sie wie sich das Serienmodell im ersten Praxis-Test auf der Straße anfühlt.

07.02.2018 Uli Baumann, Andreas Of, Patrick Lang, Clemens Hirschfeld Powered by

Mit dem X6 und später auch dem X4 hat BMW das SUV-Coupé erfolgreich am Markt platziert. So erfolgreich, dass mittlerweile viele andere Hersteller auch in diese Nische eingestiegen sind. Doch auch BMW selbst legt weiter nach. Auf dem Pariser Autosalon 2016 präsentierte BMW das Concept X2, das Serienmodell des kleinen SUV steht in Detroit. Bestellbar ist der X2 ab November, im März 2018 kommt er zu den Händlern und Kunden. Der X2 soll die SUV Coupé-Linie bei BMW nach unten ausbauen.

BMW X2 (2018) M Sport X
Hier fährt der neue SUV 53 Sek.

Neues Kompakt-SUV-Coupé

BMW kündigt den X2 als „Premiere einer neuen Gattung“ an. Das ist leicht übertrieben, erfüllen doch schon Nissan Juke und Range Rover Evoque den Wunsch nach einem SUV-Coupé. Anders als den Range Rover den Evoque, bietet BMW den X2 nicht zweitürig an. Der Kompakt-SUV aus Bayern hat vier Türen und nutzt ansonsten das Erfolgsrezept von X6 und X4: flachere Dachlinie, bulliger Auftritt, darunter die Technik eines bekannten Modells. Der BMW X2 baut wie schon der neue X1 und der Mini Countryman auf der UKL2-Plattform mit quer eingebauten Motoren und vorrangiger Frontantriebsarchitektur auf. Im Vergleich zum X1 ist die Karosserie 8 cm kürzer und 9 cm niedriger. Damit ist der neue X2 sogar fast 2 cm flacher als der alte X1 E 89. Wenn man so will, hat das Höhenwachstum beim Modellwechsel den Platz für eine flachere Coupé-Version geschaffen.

X2 ist kürzer und flacher als der X1

BMW X2 (2018) M Sport X Foto: BMW
Das BMW-Logo ist auch auf den C-Säulen zu sehen.

Doch der X2 soll eben nicht nur eine flachere Version des X1 sein, sondern insgesamt anders. Die Niere ist deshalb unten breiter als oben – das macht BMW zum ersten Mal so. Nicht das erste Mal bringt BMW das Logo im Blech der C-Säulen an; das war schon bei 2000 CS und 3.0 CSI so. Beim neuen SUV-Coupé ist das Logo vier Mal auf dem Auto zu sehen: von jeder Seite einmal. Die Doppelrundscheinwerfer sind innen schmaler als außen, so wirkt der Blick des Autos konzentrierter. LED-Scheinwerfer für Abblend- und Fernlicht kosten Aufpreis.

Weil der Radstand der gleiche ist wie beim X1, die Karosserie aber kompakter, sind die Überhänge kürzer. Je nach Ausstattungslinie ist der Einsatz im Stoßfänger grau abgesetzt, ebenso die Seitenschweller und der Heckstoßfänger. Die Dachlinie ist stark eingezogen, die Fenster sind schmal. Wer will, kann für die M-Sport-Varianten einen größeren Dachspoiler bestellen.

Konfigurator: In 7 Klicks auf 62.110 Euro

BMW spielt mit dem neuen X2 das alte und bekannte Spiel des „Mehr für weniger“: Der X2 ist acht Zentimeter kürzer und neun cm flacher, kostet aber 1.800 Euro mehr als der technisch identische X1. Dafür soll er mit bulliger Optik und agilem Fahrverhalten den Sportler geben, während der X1 auch für die Familie da ist.

BMW X2 Konfigurator Foto: BMW
Unsere Wahl im Konfigurator: BMW X2 20d xDrive M Sport X in Alpinweiß uni.

Klick 1: BMW X2 20d xDrive für 43.800 Euro

Sportlich fahren? Da wollen wir natürlich nicht am Motor sparen und wählen den kräftigen sowie sparsamen Zweiliter-Diesel mit Allradantrieb für 43.800 Euro. Munter wäre sicher auch das Basismodell, doch der quer eingebaute Benzin-Vierzylinder liefert seine 192 PS an die Vorderachse.

Wir wollen zumindest zeitweise eine angetriebene Hinterachse und auch auf schnellen Autobahnetappen sparsam unterwegs sein, dafür ist der Diesel immer noch erste Wahl. Sauber ist er außerdem, erfüllt die Abgasnorm Euro 6d Temp. Für 3.000 Euro mehr lockte der doppelt aufgeladene 25d. Doch auch die goldene Mitte im Motorenprogramm geht gut, beschleunigt in 7,7 Sekunden von null auf 100 km/h und läuft 221 km/h Spitze.

Klick 2: M Sport X für 6.400 Euro

Weil wir der bulligen Optik wegen die 6.400 Euro teure Ausstattungslinie M Sport X ankreuzen, bietet uns BMW für 980 Euro extra die neue Farbe Galvanic Gold Metallic an. Wir verzichten und bescheiden uns mit Alpinweiß Uni. Das ist gratis. Später werden wir zwei weitere Gratis-Extras auswählen. Doch bis dahin setzen wir noch das ein oder andere, mehr oder weniger teure, Kreuzchen in der Preisliste. Eine fast vollständige Ausstattung ist unser Ziel. Als Gebrauchter würde unser X2 etwa so inseriert: Vollausstattung ohne Leder und Metallic.

Klick 3 und 4: Stoffsitze und Unilack

Denn zunächst verzichten wir noch einmal: Stoff Hexagon statt Leder Dakota. Die vegetarische Ausstattung spart beim M Sport X 1.390 Euro. Wer das Geld ausgeben möchte, bekommt die Tierhaut übrigens auch in Magmarot.

Klick 5: Entertainment-Paket und Business Package

BMW X2 Konfigurator Foto: BMW
Diverse Pakete und Extras steigern den Preis massiv: Am Ende kostet unser X2 fast so viel wie ein X5.

Zwei Klicks später ist unser X2 um einige Funktionen reicher und 2.990 Euro teurer. Die Pakete für Entertainment und Business steigern den Spielwert, der lässt sich aber noch erheblich erweitern. Abstandstempomat, Head-Up-Display und anständige Lautsprecher sind nun drin, ebenso das große Navigationssystem, das weitere 2.890 Euro kostet.

Ein paar Kreuzchen später sind auch Parkpiepser vorn und hinten dran, eine Kamera schaut beim Einparken nach hinten und der X2 kann sich selbst in Lücken kurven, wenn wir ihn dazu auffordern und brav Gas und Bremse bedienen. Abstand und Spur hält der X2 auch, das ist schon mal sehr vernünftig.

Klick 6: Telefon-Anschluss und Live-Navigation

Die Integration des Telefons ins Auto kostet 400 Euro, wer sein Telefon kabellos laden möchte, bezahlt 500 Euro. Mit der Navigation Plus findet der X2 sein Ziel noch besser. Der Konfigurator weist Richtung 60.000 Euro.

Klick 7: Sonnendach und Sitzverstellung

BMW X5, Land Rover Discovery, Volvo XC 90, AMS1517 X5, Discovery und XC90 im Test Dreikampf der Dickschiffe

In ein Auto, das so teuer ist, gehört eine elektrische Sitzverstellung: 950 Euro inklusive Memory. Der Beifahrer muss seinen Sitz immer noch manuell einstellen, das geht beim X2 nicht anders. Dafür schauen die Passagiere nun durch ein Panorama-Sonnendach: 1.250 Euro. Der zehn Liter größere Kraftstofftank erhöht die Reichweite und kostet 50 Euro extra.

Zwei Extras nehmen wir einfach deshalb, weil sie nichts kosten: Den Klassiker „Modellschriftzug Entfall“ und den „Entfall Schriftzug außen“. Unser alpinweißer X2 20d xDrive ist nun also inkognito unterwegs. Er kostet inzwischen 62.110 Euro. Leder und Metallic würden den Preis auf fast 65.000 Euro steigern, mit dem großen Diesel würde das kompakte SUV fast 70.000 Euro teuer. Für das Geld gäbe es auch einen X5 30d.

BMW X2 im Fahrbericht

BMW X2 Fahrbericht 2018 SPERRFRIST 05/02/18 00:01 Uhr Foto: BMW
Querfugen, Gullideckel und Schlaglöcher gelangen auch wegen der optionalen 19-Zoller kaum gedämpft ans Rückenmark.

Wir starten mit dem BMW X2 XDrive20d Steptronic an einem der bekanntesten Wahrzeichen von Lissabon, dem mittelalterlichen Turm von Belém direkt an der Mündung des Tejo in den Atlantic. Das von der Wasseroberfläche reflektierte Sonnenlicht setzt den galvanic-golden Lack des BMW X2 perfekt in Szene. Die perfekte Sitzposition für einen 1,74 Meter großen Redakteur zu finden ist dagegen gar nicht so einfach, da der Blick auf den Bordcomputer in der gewohnten Optimalhaltung vom Airbag verdeckt wird. Zunächst geht es über enge, teils marode Sträßchen stadtauswärts. Obwohl die Verstelldämpfer auf „Comfort“ justiert sind, ist vom selbigen nicht viel zu spüren. Der X2 ist auch wegen des um zehn Millimeter tieferen Sportfahrwerks nochmals härter abgestimmt als der BMW X1. Daher erinnert die Fahrwerksauslegung des SUV-Coupés eher an den Mini Countryman, mit dem er sich ebenfalls die UKL2-Plattform teilt. Querfugen, Gullideckel und Schlaglöcher gelangen jedenfalls auch wegen der optionalen 19-Zoller kaum gedämpft ans Rückenmark.

Kamerabasierte Assistenzsysteme regeln harsch

Auf Lissabons Stadtautobahn herrscht der allmorgendliche Berufsverkehrswahnsinn, weshalb es auch hier kaum schneller vorangeht. optimale Bedingungen, um den adaptiven Tempomat inklusive Spurhalte- und Stauassistent auszuprobieren. Die kamerabasierten Assistenten agieren hier längst nicht so souverän wie die radargestützten Systeme in größeren BMW-Modellen. Das äußert sich in teils übertrieben harschen Bremseingriffen. Anschließend verliert der BMW X2 dann wegen der gemächlichen Beschleunigung den Anschluss an das vorausfahrende Fahrzeug, sodass die Lücke gerne von anderen Verkehrsteilnehmen auf der Nebenspur geschlossen wird.

BMW X7 (2019)Patentamtbilder geleaked

Wir lassen die portugiesische Hafenmetropole hinter uns, der Verkehr lichtet sich. Bei Autobahntempo, in Portugal heißt das maximal 120 km/h, hält sich der im Testwagen installierte Zweiliter-Diesel mit unaufdringlichem Klang im Hintergrund. Nur im Sportmodus legt er etwas zu, aber das soll ja auch so sein. Um so mehr stören die präsenten Windgeräusche. In der Sportstellung reagiert der BMW X2 spontaner auf Gasbefehle, animiert die Achtgangautomatik zu schnelleren Gangwechseln. Allerdings gönnt sich diese gerne auch ein Gedenksekündchen, bevor sie ruckfrei die Gänge einlegt.

X2-Diesel ohne sportlichen Charakter

Mit dem 190 PS starken Vierzylinder ist der BMW X2 angemessen, aber nicht übertrieben motorisiert, schließlich bringt das SUV-Coupé leer bereits 1.675 kg auf die Waage. Laut BMW soll er in 7,7 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen, doch subjektiv wirkt der X2 als 20d nicht so spritzig, wie es die Zahlen suggerieren. Höhere Drehzahlen bedeuten dieseltypisch nicht mehr Kraft, da die maximal 400 Newtonmeter Drehmoment nur in einem schmalen Band von 1.750 bis 2.500/min bereitstehen.

Ein Lob verdienen die Sportsitze, die nicht nur langstreckentauglich gepolstert sind, sondern auch hervorragenden Seitenhalt bieten. Den brauchen wir auf den engen Serpentinen im hügeligen Hinterland. Kurven bereiten dank der präzisen, nicht zu leichtgängigen M-Sportlenkung (Aufpreis 250 Euro) und des variablen, beim 20d serienmäßigen Allradantriebs viel Freude. Nur in sehr engen Kehren schiebt er gut kontrollierbar über die Vorderachse.

Sitzprobe im SUV-Coupé

NAIAS 2018 Detroit Impressionen Auspuff Blende Foto: Patrick Lang
Die Dachlinie fällt nach hinten ab, die Fenster sind schmal. Der Einstieg gelingt trotzdem problemlos, nur die Rundumsicht ist eingeschränkt.

Im Innenraum hebt sich der X2 nicht merklich vom X1 ab, es sei denn, der Kunde wählt die optionale rote Lederpolsterung. Ziernähte und einige Material-Unterschiede offenbaren dem aufmerksamen Passagier, dass er sich im neuen Modell befindet. Das optionale Ambientlicht schafft im Innenraum eine schöne und wertige Atmosphäre, sodass man sich auch wie in einem gehobenen Premiummodell vorkommen kann. Wobei, mit etwas Ausstattung bringt man so einen X2 auch locker auf einen Preis von bis zu 60.000 Euro. Der 8,8 Zoll große Bildschirm steht wie gewohnt auf dem Armaturenbrett in der Mitte, das Infotainment ist auf dem neusten Stand und gibt seine Inhalte in Kacheloptik wieder. Die Rundumsicht ist, ob der schmalen Fenster, etwas eingeschränkt, sodass man als Käufer auf die optionale Rückfahrkamera (400 Euro) oder die Park Distance Control (450 Euro hinten, 800 Euro für vorne und hinten) zurückgreifen sollte. Zugehörig zur Park Distance Control gibt es dann auch einen Assistenten, der das Einparken für Sie übernehmen kann. Der Einstieg gelingt vorne wie hinten bequem, trotz der abfallenden Dachlinie. Innen haben dann auch die Fond-Passagiere ausreichend Platz, zumindest an den Knien. Nach oben hin ist coupétypisch deutlich weniger Luft als im X1. Sitz-Riesen sollten sich entsprechend in der vorderen Reihe platzieren, denn dort geht es deutlich geräumiger zu.

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M Sport auch als X-Version

Beim X2 bietet BMW neben der üblichen Ausstattungslinie M Sport die Linie M Sport X an. Die Gemeinsamkeiten sind optische Differenzierungen, serienmäßige 19-Zoll-Räder und die neue Options-Farbe Misano Blau Metallic. Der M Sport X hat in „Frozen Grey“ lackierte Anbauteile und ist optional auch in Galvanic Gold zu haben – neben Misanoblau die zweite neue Farbe im Programm. Mit roten Lederpolstern können X2-Käufer außerdem den Innenraum farbig gestalten. Mehr Licht lässt ein optionales Panoramadach herein.

Ausstattung, Motoren, Preise

Audi Q2, BMW X2, Frontansicht Audi Q2 vs. BMW X2 Kompakte SUV-Coupés im Vergleich

Serienmäßig steht der X2 auf 17-Zoll-Rädern, 18 und 19 Zoll sind gegen Aufpreis möglich – das entspricht dem Räderprogramm des X1. Auch das Motorenprogramm entspricht dem X1, die Basismodelle X2 18d und X2 18i kommen allerdings vier Wochen nach dem Marktstart. Nach seiner Premiere auf der North American International Auto Show (NAIAS) im Januar kommt der X2 im März 2018 auf den Markt. Vom Start weg sind drei Motoren lieferbar:

  • X2 sDrive 20i, 141 kW (192 PS), 7-Gang-DKG, Frontantrieb, ab 39.200 Euro
  • X2 xDrive 20d, 140 kW (190 PS), 400 Nm, 8-Stufen-Automatik, Allrad, ab 43.800 Euro
  • X2 xDrive 25d, 170 kW (231 PS), 450 Nm, 8-Stufen-Automatik, Allrad, ab 46.800 Euro

Fazit

BMWs Einstiegs-SUV-Coupé tritt bullig auf und ist praktischer als die großen Coupés X4 oder X6. Mäßiger Fahrkomfort und durchschnittliche Materialien passen aber nicht zum sportiven Premiumanspruch der Marke. Dass der X2 in allen Ausführungen rund 1.800 Euro mehr kostet als der größere X1, dürfte dessen Erfolg kaum schmälern, wie der Absatz von X4 und X6 zeigt – sie erzielen rund ein Viertel der SUV-Verkäufe in ihren Segmenten.

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Neuester Kommentar

Ich schlage vor den BMW X2 einfach als ein etwas zu fett und häßlich geratenes Kompaktfahrzeug zu bezeichen. Einverstanden?

Dimensionen und Umrißkontur würden dies ja geradezu aufdrängen.

Berndili 24. Februar 2018, 21:30 Uhr
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