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Streetscooter von DHL

Ford vertreibt den Elektro-Transporter

Streetscooter autonom Foto: ZF 13 Bilder

Der DHL-Streetscooter ist ein Erfolgsmodell. Der E-Transporter wird auch an Dritte verkauft. In Entwicklung: Brennstoffzelle und autonomes Fahren. Ganz neu: BMW liefert i3-Akkus für den Elektro-Transporter.

09.04.2018 Gregor Hebermehl, Andreas Of, Bernd Conrad Powered by

Die elektrischen Transport der Post fahren künftig zum Teil mit Batterien von BMW. BMW i liefert an die Streetscooter GmbH Batteriemodule aus dem Werk Dingolfing. Die Akkus sind baugleich mit jenen des BMW i3 und haben dort eine Kapazität von 33 kWh. Die Lithium-Ionen-Akkus bestehen laut BMW aus acht Modulen mit jeweils 12 Zellen und können auch aufgeteilt werden. Die Akkukapazität des Streetscooter ist mit 20,6 Kilowattstunden angegeben, die Reichweite mit 80 Kilometern.

BMW liefert Akkus für Streetscooter

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Laut BMW handelt es sich um eine „Plug and play“-Lösung, die auch an andere Kunden verkauft wird. Unter anderem nutzt Torqueedo die i3-Akkus für seine elektrischen Bootsantriebe und im Kreuzfahrtterminal des Hamburger Hafens stabilisieren i3-Akkus das Stromnetz. Im Sommer und Herbst 2017 hat BMW an externe Kunden 1.400 i3-Akkus aus dem Dingolfiner Werk ausgeliefert, die Produktion sei skalierbar, heißt es aus München. An Streetscooter gingen 160 Akkus, BMW ist einer von mehreren Zulieferern für die Aachener Posttochter.

5.000 Streetscooter im Einsatz

Ende November hatte die Post bekannt gegeben, das Ziel, 5.000 Streetscooter im Einsatz zu haben, erreicht zu haben. Ende November waren 3.700 Streetscooter Work und 1.300 Streetscooter XL unterwegs. Alle Elektro-Transporter haben zusammen nach Angaben des Bonner Konzerns 13,5 Millionen Kilometer zurückgelegt.

CO2-Bilanz, Kosten, Preis

Die jährliche CO2-Ersparnis gibt die Post mit 16.000 Tonnen an – bei einem Ökostrom-Anteil von 100 Prozent. Dabei spart der Konzern sogar noch Geld mit den Streetscootern: „Sie verursachen 60 bis 80 Prozent weniger Kosten für Wartung und Verschleiß gegenüber vergleichbaren konventionellen Fahrzeugen.“ Die Post verkauft den Streetscooter auch an andere Firmen. Das Basismodell Work Pure kostet 31.950 Euro, abzüglich 4.000 Euro Förderprämie.

Künftig autonom unterwegs

Den Elektrotransporter haben DHL, die StreetScooter GmbH und die RWTH Aachen entwickelt. Eine Version mit Brennstoffzelle ist in Entwicklung und 2018 startet eine autonom fahrende Testflotte mit Technik von Nvidia und ZF.

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20.000 Streetscooter aus zwei Werken

Die lokal emissionsfrei fahrende Streetscooter-Flotte wurde vom Bundesumweltministerium bisher mit rund 9,5 Millionen Euro gefördert. Bis Ende des Jahres möchte die Post die Produktion von 10.000 Streetscooter auf 20.000 Modelle pro Jahr verdoppeln. Dazu wird das Unternehmen neben dem ehemaligen Talbot-/Bombardierwerk Aachen einen weiteren Produktionsstandort in Nordrhein-Westfalen in Betrieb nehmen: In einem zweiten Werk in Düren sollen jährlich 10.000 Streetscooter gebaut werden. Mittelfristig plant der Konzern, seine Flotte komplett auf Elektroantrieb umzustellen.

Test mit Feinstaubfilter

Mann + Hummel Feinstaubfresser DHL Streetscooter Foto: Mann + Hummel
Mit einem Feinstaubfilter unter dem Fahrzeugboden wird der Streetscooter zu einem emissionsneutralen fahrzeug.

Ganz neu in der Erprobung ist eine zusammen mit dem Filterspezialisten Mann + Hummel entwickelte emissionsneutrale Variante, die auch dem Feinstaub zu Leibe rückt, denn auch Fahrzeuge mit Elektroantrieb sondern über Reifen-, Brems- und Straßenabrieb Feinstaub ab, sind also nicht emissionsfrei. Durch den Einsatz eines Feinstaubpartikelfilters ist die Gesamtbilanz des Fahrzeuges im Hinblick auf den Feinstaubausstoß neutral. Der Feinstaubpartikelfilter nimmt so viele Staubpartikel auf wie beim Fahren durch Reifen-, Bremsen- und Straßenabrieb entstehen. Das Filterelement hängt unter dem Fahrzeugboden auf Höhe der Hinterachse und saugt per Ventilatoren Umgebungskluft an, die dann in den Filterelementen gereinigt wird.

Die Filtermodule werden zunächst in fünf Streetscooter-Testfahrzeugen verbaut, die ab sofort in deutschen Innenstädten in Dienst gehen. Nach erfolgreichem Test ist ein serienmäßiger Einsatz des Feinstaubfilters möglich. Dann könnten mit dem Streetscooter die ersten quasi emissionsfreien Autos in Serie gehen.

Autonome Testflotte startet 2018

DHL startet 2018 eine Streetscooter-Testflotte, die autonom fährt. Mit den autonom fahrenden Elektro-Lieferwagen soll die letzte Meile der Zustellung automatisiert werden: Das spart Geld und Zeit. Die Steuerbox der Testflotte verfügt über Künstliche Intelligenz (KI), der Zulieferer ZF hat sie gemeinsam mit Nvidia entwickelt. Kameras, Lidar- und Radarsensoren liefern Daten und Bilder, mit denen die Software ihrer Umgebung wahrnimmt und interpretiert. So sollen die Fahrzeuge selbstständig umparken und ihre Route planen. Einen Prototyp haben DHL und ZF Mitte Oktober während der Nvidia-Entwicklerkonferenz GTC in München vorgestellt.

Brennstoffzellen-Version kommt 2018

Streetscooter
Pakete und Briefe elektrisch ausliefern 2:50 Min.

Wie der Spiegel berichtet, soll neben den reinen batterieelektrischen Versionen auch eine Variante mit Brennstoffzellenantrieb kommen. Die wurde in Zusammenarbeit mit Ingenieuren der Hochschule Aachen entwickelt. Der Brennstoffzellen-Streetscooter hat nach Angaben von Post-Vorstand Jürgen Gerdes eine Reichweite von bis zu 500 Kilometern. Er könnte bei der Post auf den Mittelstrecken zwischen den Ballungszentren eingesetzt werden. Bereits im nächsten Jahr will der Bonner Logistikkonzern 500 dieser Autos bauen und in den Probebetrieb nehmen.

Streetscooter Foto: DHL
Der Streetscooter ist ein kleiner rein elektrisch angetriebener Lieferwagen, den DHL zusammen mit der Post-Tochter StreetScooter GmbH aus Aachen und Instituten der RWTH Aachen entwickelt hat.

Darüber hinaus verkauft das Unternehmen seine bislang für den Postbetrieb und Lieferverkehr optimierten eigenen E-Fahrzeuge auch an Dritte. Mindestens die Hälfte der diesjährigen Jahresproduktion ist dabei für externe Interessenten vorgesehen. Diese sieht der Post-Konzern vor allem erst einmal bei Kommunen, strategischen Partnern und großen Flottenkunden im In- und europäischen Ausland.

Die Jahresproduktion der StreetScooter-Fahrzeuge verteilt sich in etwa zu gleichen Teilen auf die Modelle Work (mit rund 4m3 Ladevolumen) und „Work L“ (mit rund 8m3 Ladevolumen). Die Preise für den StreetScooter Work beginnen ab 32.000 Euro (für die Basisvariante „Work Pure“). Auf Wunsch bietet die StreetScooter GmbH auch die entsprechende Lade-Infrastruktur mit an. Der nächste noch größere Transporter mit ca. 20m3 Ladevolumen („Work XL“) wird voraussichtlich Anfang 2018 auf den Markt kommen und dann ebenfalls in den externen Vertrieb gehen. Auch die E-Bikes von StreetScooter („Work S“) und E-Trikes („Work M“) können ab sofort von Dritten erworben werden.

Streetscooter Autonom Foto: Streetscooter
Die lokal emissionsfrei fahrende Streetscooter-Flotte wurde vom Bundesumweltministerium bisher mit rund 9,5 Millionen Euro gefördert.

In Sachen Streetscooter spricht Jürgen Gerdes, Konzernvorstand Post – eCommerce – Parcel von Deutsche Post DHL Group, vom aktuell größten E-Mobilitätsprojekt in Deutschland. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks weist auf die Vorteile von Elektromobilität bei Lieferfahrzeugen im Stadtverkehr hin: „Gerade in Städten wird der leise und saubere Antrieb nicht nur ein Gewinn für Klima, Umwelt und Gesundheit sein, sondern auch für die Lebensqualität.“, begründet Hendricks den massiven Einsatz von Steuergeldern für das Projekt. Seit 2011 arbeiten DHL und die StreetScooter GmbH zusammen. Der speziell im Hinblick auf die Bedürfnisse des Postzustelldienstes hin entwickelte Streetscooter ist seit 2013 im Einsatz, 2014 übernahm DHL die StreetScooter GmbH.

Der Streetscooter liefert mit 41 elektrischen PS aus

Streetscooter Foto: DHL
Für den Antrieb ist ein Asynchronmotor mit einer Leistung von bis zu 30 Kilowatt (knapp 41 PS) und einem maximalen Drehmoment von 130 Newtonmetern zuständig.

Der Streetscooter „Work L“ wurde von DHL für den Kurzstrecken-Einsatz im ländlichen und kleinstädtischen Raum konzipiert. Täglich muss er bis zu 300 Stopps und Anfahrvorgänge bewältigen können – bei 300 Einsatztagen pro Jahr. Das in einfacher Kastenbauweise gehaltene Fahrzeug ist 4,6 Meter lang, zwei Meter breit und zwei Meter hoch.

Das 1,5 Tonnen schwere Modell verträgt eine Zuladung von 650 Kilogramm. Für den Antrieb ist ein Asynchronmotor mit einer Leistung von bis zu 30 Kilowatt (knapp 41 PS) und einem maximalen Drehmoment von 130 Newtonmetern zuständig. Der Lithiumionen-Akku hat eine Kapazität von 20,6 Kilowattstunden. Damit soll der maximal 85 km/h schnelle Streetscooter bis zu 80 Kilometer weit kommen.

Vertrieb über Ford-Händler

04/2018, Streetscooter Work L Foto: Streetscooter
Der Streetscooter L. Im Hintergrund die XL-Version auf Basis des Ford Transit.

Zur Erweiterung des Vertriebsnetzes konnte Streetscooter jetzt eine Vereinbarung mit Ford treffen. Die Modelle Work und Work L werden ab sofort auch über Nutzfahrzeughändler der Marke, Ford Transit Center genannt, verkauft. Damit wächst die Zahl an Verkaufsstandorten für Streetscooter eigenen Angaben zufolge auf 80.

„Die (in den Ford Transit Centern) Nutzfahrzeugkompetenz bietet gemeinsam mit zertifizierten Schulungen im Umgang und Service mit Elektrofahrzeugen eine hervorragende Basis für den weiteren Markterfolg unseres E-Transprter-Portfolios“, sagt Achim Kampker. Er bekleidet in Doppelfunktion nicht nur das Amt des Chefs von Streetscooter, sondern ist auch Geschäftsbereichleiter Elektromobilität bei Deutsche Post DHL.

Gemeinsam mit Ford wird auch der größere Transporter, logischerweise Streetscooter Work XL genannt, realisiert. Dabei handelt es sich um einen Ford Transit mit Kofferaufbau und Elektro-Antriebsstrang.

Neuester Kommentar

Wie zu erwarten, ein völlig kritikfreier Artikel - das werden manche "Nutzer" anders sehen...

cap0815 31. Dezember 2017, 00:37 Uhr